Wechselnde Perspektiven: Jutta Wagner stellt aus

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"Anatas" lautet der Titel des Objekts, das sich auf unserem Foto direkt vor Jutta Wagner befindet. (Foto: Michael de Clerque)
Hilden: Bürgerhaus Hilden |

Verdreht, verwoben und verschlungen: Jutta Wagner stellt unter dem Titel "Mineralische Hohlkörper. Keramische Objekte" im Bürgerhaus, Mittelstraße 40 aus.

Viele der keramischen Objekte scheinen organisch gewachsen zu sein. Ausformungen erinnern an Köpfe, an Wirbelsäulen oder Gliedmaßen. Sie drehen sich in- und umeinander, ihre Oberfläche ist teils matt, teils glänzend - immer aber auffallend glatt.

Wie sie wirken, hängt unter anderem vom Lichteinfall ab. "Manchmal sorgt die Abendsonne für ganz andere Schatten und Ausdrücke als das morgendliche Licht", sagt Künstlerin Jutta Wagner.

Technik verfeinert

Zu ihren Objekten teilt sie keine favorisierte Position mit, ihre Werke können und sollen von allen Seiten betrachtet werden - und wer eines ersteht, kann es häufig um sich selbst drehen und so weitere stabile Positionen entdecken. Im Gegensatz zu klassischer Gefäßkeramik umfasst die Glasur das jeweilige Objekt komplett.

"Es hat ein bisschen gedauert, bis ich die Technik so verfeinert habe, dass es funktioniert", erzählt Jutta Wagner, die sich 2009 ihr eigenes Atelier in Hilden eingerichtet hat und inzwischen auch über einen Brennofen verfügt.

Ihre Inspiration erhält die Künstlerin in der Natur: "Die Natur ist für mich maßgeblich. Schönheit kommt aus der Natur", schwärmt sie. Ihr Elternhaus im Sauerland habe "mitten im Wald" gestanden, die Kinder spielten viel draußen, schufen sich ihr Spielzeug selbst. "Aus dem Anblick von Insekten zum Beispiel können sich Ideen für Objekte ergeben", sagt Jutta Wagner.

Nach ihrem Studium der freien Kunst an der Hochschule bildender Künste in Kassel wechselte Jutta Wagner in die Porzellanmanufaktur Fürstenberg. Nach einem Marketingstudium folgten Managementtätigkeiten, unter anderem im Bereich Produktentwicklung.

Ihre Objekte entstehen nicht an einem Tag: "Ich baue sie langsam auf, es ist eine meditative Arbeit, die gleichzeitig ganz viel Geduld erfordert", erzählt die Künstlerin. Immer wieder müsse der Ton mithilfe von Folien feucht gehalten werden. Nach und nach entstehen so die hohlen, etwas oder stärker an Körper erinnernden Werke.

Führung durch die Ausstellung

Die Ausstellung ist bis zum 21. Juli im Bürgerhaus, Mittelstraße 40, zu sehen. Öffnungszeiten sind dienstags, mittwochs und freitags von 16 bis 18 Uhr, donnerstags von 16 bis 19 Uhr und samstags von 11 bis 15 Uhr. Eine Führung durch die Ausstellung mit Jutta Wagner gibt es am Donnerstag, 6. Juli, um 18 Uhr.

Am Samstag, 8. Juli, ist Jutta Wagner zudem von 11 bis 13 Uhr anwesend. Der Eintritt ist frei. Der Zugang zur Galerie ist barrierefrei möglich.
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