Video: Wenn das Baby viel schreit

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Max heißt das Baby aus dem Video, das seinen Eltern Sorgen macht, weil es so viel schreit. (Foto: Stadt Hilden)
Hilden: Bürgerhaus Hilden |

Statt in teure Weihnachtspräsente zu investieren stiftete die Julius Montz GmbH aus Hilden Ende 2014 insgesamt 5.000 Euro an die Psychologische Beratungsstelle der Stadt. „Als Hildener Unternehmen wollen wir vor Ort gesellschaftliche Verantwortung übernehmen“, erklärt Geschäftsführer Günther Frey. In den Vorjahren habe die Firma unter anderem auch dem Kinderhospiz Regenbogenland mit einer Finanzspritze geholfen. Dieses Mal kam das Geld der Beratung von Familien mit Säuglingen und Kleinkindern zugute.

Diplompsychologin Britta Stubbe ist sehr dankbar für die finanzielle Unterstützung: „Wir stehen Eltern zur Seite, deren Babys sehr viel schreien, schlecht schlafen oder sich nicht gut füttern lassen. Viele von ihnen haben Hemmungen, so früh externe Hilfe in Anspruch zu nehmen.“

Deshalb sei gute Öffentlichkeitsarbeit wichtig. Durch die Spende konnte die Beratungsstelle das Stundenkontingent der Mitarbeiter in diesem Bereich aufstocken.
„Unser Ziel war es, Menschen zu erreichen, die zuvor noch nicht von der Beratungsstellen gehört oder die den Schritt zu uns noch nicht gewagt haben“, erklärt Britta Stubbe. „Viele Eltern mit so genannten Schreibabys schämen sich, obwohl sie das überhaupt nicht müssen.“

Um das kostenfreie Angebot der Psychologischen Beratungsstelle bekannter und den Zugang leichter zu machen, wurden drei Strategien verfolgt. Zum einen haben die Mitarbeiter Kontakte zu Eltern geknüpft: in den Familienzentren, beim Kinderschutzbund, in Spiel- und Krabbelgruppen, in Großtagespflegestellen aber auch im Rahmen von Fachvorträgen.

Zum anderen wurde das Netzwerk von Fachkräften und Multiplikatoren ausgebaut. Dazu zählen beispielsweise Kinderärzte, Hebammen und Pflegekräfte. Darüber hinaus hat die Beratungsstelle zusammen mit dem Designer André Fritz ein Erklärvideo produziert, dasauf Youtube und auf der Internetseite der Stadt Hilden zu finden ist.

„Der Film veranschaulicht, mit welchen Problemen und Fragen Familien kämpfen“, erläutert die Psychologin Britta Stubbe. „Diesen Eltern wollen wir zeigen, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind und dass es in ihrer Nähe Hilfe gibt.“ Britta Stubbe hofft, dass das Video auch Personen erreicht, die nicht in Elternrunden oder Vereinen organisiert sind. „Der erste Kontakt kann auf diese Weise vollkommen anonym erfolgen“, unterstreicht Stubbe. Das sei gerade für Menschen hilfreich, die Berührungsängste haben.

Bereits im ersten Jahr konnten durch die verstärkte Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit Erfolge verbucht werden: 2014 nahmen 44 Familien die Beratung in Anspruch, 2015 waren es bereits 57. Das entspricht einer Steigerung von fast 30 Prozent. „Einige Maßnahmen werden außerdem erst mit der Zeit ihre Wirkung zeigen“, weiß Britta Stubbe. Wenn zum Beispiel Klienten ihren Freunden und Bekannten die Beratungsstelle empfehlen wollen, können sie ihnen zukünftig den Link zum Erklärvideo schicken.“
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