„Wundervolle Zusammenarbeit“ mit der Stadt

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Urnbanius Nestor (Peter Urbaniak), Rubea Urbania Secunda (Inge Urbaniak) und Paulinus Pompeius Pacifer (Matthias Laarmann) zeigen das Leben der antiken Römer. ^Foto: Volkmer

Nicht nur Asterix und seine Gallier trafen auf die Römer, auch nach Germanien drangen sie vor: Von 11 bis 8/7 v. Chr. bestand in heutigen Stadtteil Oberaden das bisher größte römische Militärlager nördlich der Alpen. Die Zeit der Römer lebendig machen wollen die Classis Augusta Drusiana – und das seit 14 Jahren mit großem Erfolg.

Von Tobias Weskamp

Bergkamen. Zu der 20 bis 25 Mitglieder großen Gruppe gehören Handwerker, Ingenieure, Museumspädagogen, Althistoriker und Altsprachler, die sich mit den Erkenntnissen, die Archäologen und Historiker aus dem Militärlager gewonnen haben, auseinandersetzen. „Wir versuchen, uns mit besonderer historischer Treue in die Materie zu vertiefen“, erklärt Dr. Matthias Laarmann, Vorsitzender der Classis. Auf Vereinsstrukturen wird bewusst verzichtet.
Das Römerlager Oberaden wurde zwar bereits im Jahre 1905 entdeckt und auch wissenschaftlich ausgewertet. Die Überreste des Lagers konnten jedoch bisher nicht dauerhaft als Bodendenkmal für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das wollen die „Römerfreunde“ ändern: Im Sinne der experimentellen Archäologie zeigen sie, wie sich das Zusammenleben von Römern und Germanen abgespielt hat. Das Römerlager wurde unter dem Feldherrn Nero Claudius Drusus, einem Stiefsohn des Kaisers Augustus, nach dem Prinzip römischer Planstädte erbaut. Römische Luxusgüter wurden aus dem Imperium bis zum Lager transportiert. 8/7 v.Chr. wurde das Lager von den Römern wieder zerstört, um nicht den Germanen in die Hände zu fallen.
Im April 2006 wurde ein archäologischer Lehrpfad auf dem Gelände des Römerlagers eröffnet. Er entstand unter der Trägerschaft des „Vereins der Freunde und Förderer des Stadtmuseums Bergkamen" und Unterstützung der „Nordrhein-Westfalen Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege" sowie der Classis Augusta Drusiana. Der Lehrpfad informiert mit 15 Infotafeln über die bedeutendsten Fundorte des Römerlagers.
Der Wiederaufbau einer Holz-ErdeMauer war bereits seit den 1990er-Jahren geplant. Errichtet wurde die Mauer im Jahre 2012 innerhalb eines halben Jahres nach antiken Vorbildern. Quellen waren unter anderem Schriften Caesars und die Trajanssäule. In der Römerzeit verbauten 12.000 bis 15.000 Mann etwa 25.000 Eichen. Trotz der Holzbauweise der Mauer selbst gab es auch feste Bauten etwa für die Offiziere. Auch anhand von Grabungsfunden konnte die Mauer rekonstruiert werden. Einige der Funde können noch im Stadtmuseum besichtigt werden. Im September 2012 konnte die Mauer endlich eingeweiht werden. Zur Feier des Tages gab es unter anderem (nachgestellte) Gladiatorenkämpfe. Die Resonanz auf den Römerpark groß, wie Laarmann berichtet. „Bergkamen hat durch den Park eine eigene Attraktivität.“
Am Stadtfest beteiligen sich die „Römerfreunde“ natürlich auch. „Wir sehen uns sehr gefordert, da wir der Stadt und der Kulturverwaltung auch mal ein Dankeschön aussprechen wollen“, erklärt Laarmann. „Seit 2002 gibt es eine wundervolle Zusammenarbeit. Wir haben gemeinsam lange daran gearbeitet, die Holz-Erde-Mauer mit Leben zu füllen.“ Die Gruppe wird mit einem Stand vertreten sein und Leben, Tätigkeiten und Kleidung der römischen Zeit vorstellen.
Laarmann stellt meist den Feldherrn Drusus dar. „Ursprünglich begann ich als Philosoph“, erinnert er sich. „Durch die Entwicklung der Römerfreunde kam ich aber in die ‚Verlegenheit‘, einen höheren Offizier darstellen zu müssen. Das war das Ende meines zivilen römischen Lebens“, erzählt er schmunzelnd.
Seit einiger Zeit gibt es einen neuen Schwerpunkt: Wir haben eine eigene Gruppe, die sich Vexillatio Veteranorum, also Veteranenabteilung, nennt“, sagt Laarmann. „Das ist eine Spezialistengruppe. Damit beteiligen wir uns an dem Projekt Romani Lupiani, Römer an der Lippe. Wir bilden Ansprechpartner für Städte, Kommunen oder Vereine, wenn diese zum Beispiel historische Darstellung benötigen.“ Die Gruppe arbeitet projektbezogen: „Mal sind wir zu dritt oder viert, mal sind es 50 bis 60 Leute bei einem Vorbereitungslager.“ Auch bei der Umstrukturierung des Museums, das alle Epochen abdecken will, wirken die „Römerfreunde“ mit.
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