Identität des Jungen, der unter Amnesie leidet, ist geklärt

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Bei der Polizei gingen unzählige Anrufe ein. Foto: Polizei

Die Identität des Jugendlichen (17), der offenbar an Gedächtnisverlust leidet, ist geklärt.

Durch die schnelle Verbreitung des Aufrufs: „Wer kennt ihn? - Jugendlicher leidet unter Amnesie“, gingen bei der Polizei in Dortmund unzählige Anrufe ein.
Die Mutter des 17-Jährigen hatte ihren Sohn am gestrigen Montag (8. Januar) im Rhein-Kreis Neuss als vermisst gemeldet und zudem eine Suchanzeige bei Facebook veröffentlicht. Auch dieser Aufruf verbreitete sich rasend schnell im Netz.

Der Aufmerksamkeit und der schnellen Reaktion vieler Leser, wie zum Beispiel Regina Klose, Administratorin der Gruppe „Du bist Bergkamenerin, wenn...“, ist es zu verdanken, dass der Junge nun umgehend zu seiner Familie zurückgebracht werden kann.


Regina Klose hatte sowohl die Facebook-Vermisstenmeldung der Mutter gelesen, als auch den Aufruf im Lokalkompass, den die Polizei zur Identitätserkennung des 17-Jährigen veröffentlichen ließ.

Der 17-Jährige wurde gestern als vermisst gemeldet

Der Junge war am Montag wohl mit seinem Fahrrad unterwegs gewesen und kam nicht nach Hause. Die Mutter gab daraufhin eine Vermisstenmeldung bei der örtlichen Polizei im Rhein-Kreis Neuss auf.
Wie der Jugendliche, der scheinbar ohne Handy und Geldbörse unterwegs war, den weiten Weg nach Dortmund bewältigt hat, ist nicht bekannt.
Er wandte sich am Montagabend (18.35 Uhr) an die Polizeidienststelle in Dortmund-Aplerbeck und gab an, dass er sich nicht erinnern könne, wer er sei, wo er wohne und wie er hier hingekommen sei.
Ob er evt. einen Unfall gehabt hat, konnte die Polizei nicht feststellen. Der 17-Jährige war unversehrt.

Hintergrund

Laut Polizei leidet der 17-Jährige an retrograder Amnesie. Das ist eine Form des Gedächtnisverlusts (Amnesie), bei der die betroffene Person nicht mehr in der Lage ist, sich an Informationen zu erinnern, die vor einem bestimmten Ereignis (z.B. Trauma, Unfall) aufgenommen wurden. Gedächtnisverlust ist nicht selten - oftmals eine Schutzreaktion.

Der Fall des Benjaman Kyle

Ein besonders schwerer bekannter Fall von retrograder Amnesie ist der Fall des Amerikaners  Benjaman Kyle, der im Jahre 2004 zusammengeschlagen aufgefunden wurde und mit Hilfe der Medien versuchte, sein Gedächtnis zurück zu bekommen.
Es gab leider keinen Menschen, der ihn zu kennen schien oder dem Patienten beim Erinnern helfen konnte.
Stück für Stück kamen die Erinnerungen an seine Vergangenheit zurück, und erst elf Jahre später konnte seine Identität durch DNA-Tests geklärt werden.
Dazu ein Bericht von n-tv.de
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Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 09.01.2018 | 11:22  
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