Kündigung, weil die Mitarbeiter einen Betriebsrat gründen wollten

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Die IG BAU fordert den Unternehmer dazu auf, die Kündigungen zurückzunehmen. Foto: Jungvogel

Von einem Tag auf den anderen gefeuert - weil sie einen Betriebsrat gründen wollten: Ein Hannoveraner Immobilienunternehmer, der auch im Kreis Unna Hausmeister und Reinigungskräfte beschäftigt, hat seine Mitarbeiter zum 1. Februar gekündigt und zwar kurz nachdem sie die Wahl einer Arbeitnehmervertretung organisiert hatten.


Betroffen von den Entlassungen sind auch Mitarbeiter in Unna, Kamen und Bergkamen, wie die IG BAU Westfalen Mitte-Süd mitteilt.

Mitbestimmung nicht erwünscht

Die Gewerkschaft spricht von einem „beispiellosen Vorgang“: „Der Geschäftsführung ist es ein Dorn im Auge, dass die Beschäftigten ihre Rechte wahrnehmen. Statt ein Gespräch zu suchen, hat der ,Immobilien-Boss‘ seine Firma gleich ganz geschlossen und alle Mitarbeiter vor die Tür gesetzt“, kritisiert Gewerkschaftssekretär Frank Lattrich.
Bereits im November hatten die Beschäftigten versucht, eine Wahl zum Betriebsrat einzuberufen. Dagegen war der Chef juristisch vorgegangen. Mit Erfolg: Ein Formfehler hebelte damals das Vorhaben, einen Betriebsrat zu gründen, aus.
Nachdem nun alle Mitarbeiter in der vergangenen Woche für eine erneute Wahlversammlung unterschrieben hatten, erhielten sie prompt eine Kündigung. „Das ist miese Personalpolitik nach Gutsherrenart“, sagt Gewerkschafter Lattrich. Die gesetzlich verankerte Mitbestimmung solle „offenbar um jeden Preis verhindert“ werden.
Die IG BAU fordert den Unternehmer dazu auf, die Kündigungen zurückzunehmen.
Die Gewerkschaft werde alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um zu verhindern, dass die Beschäftigten auf der Straße landen: „Mit seinem Heuern und
Feuern nach Belieben hat er die Rechnung ohne uns gemacht.“
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