Kreis Unna: Kommt der Wolf auch zu uns?

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DNA-Spuren vom ersten Wolf in NRW erfasst. Archiv-Foto: Martin Schmitz

NRW bereitet sich auf die Rückkehr des Wolfes vor: DNA-Spuren sollen beweisen, dass zumindest ein Wolf den Weg nach Ost-Westfalen gefunden hat. Experten vermuten, dass er auf Reviersuche ist.

Der Wolf kehrt unaufhaltsam nach Deutschland zurück. Im Schwarzwald und auch im NRW-angrenzenden Bundesland Niedersachsen ist das Raubtier bereits heimisch geworden. Auch im Saarland sollen Wölfe gesehen worden sein.
Kommt der Wolf jetzt auch zu uns?
Da die Tiere unter Schutz stehen, könnten sie sich theoretisch auch hier ausbreiten. Wolfsforscher Peter Süth ist sich laut Badischer Zeitung sicher: Der Wolf wird kommen. Unsicher sei nur, wann genau.
Laut einer Mitteilung des Umweltministeriums belegen DNA-Spuren aus dem Kreis Minden-Lübbecke die Anwesenheit eines Wolfes. Zuletzt war ein solcher Räuber vor etwa 180 Jahren in der Region nachgewiesen worden.
Nach Angaben des Ministeriums wurde zudem nahe der Grenze zu Niedersachsen ein Wolf mehrmals von einer Foto-Falle erfasst.
Vom Kreis Minden-Lübbecke bis in den Kreis Unna sind es rund 130 Kilometer.
Ein wandernder Jungwolf aus dem Spreetal, der vom Wildbiologischen Büro Lupus unter Beobachtung stand, hat beispielsweise Tagesmärsche von rund 55 Kilometern zurückgelegt.
So könnte der Wolf auch bald hier eintreffen.

Minister Remmel: „Mit dem Wolf kehrt wieder eine einstmals ausgestorbene Tierart nach NRW zurück“


Auch Maifisch, Fischotter und Luchs sind inzwischen wieder in NRW Zuhause.

In NRW gelten derzeit 30 bis 40 Wirbeltierarten als ausgestorben oder verschollen. Dazu gehören neben dem Wildpferd oder dem Stör vor allem viele Vogelarten wie der Fischadler oder das Auerhuhn. Mit dem aktuellen Nachweis eines Wolfes in Nordrhein-Westfalen besteht die Aussicht, dass bald eine in NRW bisher als ausgestorben geltende Tierart auf natürlichem Wege nach Nordrhein-Westfalen zurückkehrt.
NRW-Umweltminister Johannes Remmel sieht dies als ein gutes Zeichen für den Natur- und Artenschutz: „Auch in NRW sind in den letzten Jahrhunderten eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich verloren gegangen. Wir müssen daher das Artensterben stoppen und wollen mit der gerade vom Kabinett beschlossenen Biodiversitätsstrategie zu einem Mehr an biologischer Vielfalt in NRW kommen“, sagte Minister Remmel.
„Dass jetzt mit dem Wolf eine lange vermisste Art nach NRW zurückkehrt zeigt, dass unser faszinierendes Land wieder ausreichend geeigneten Lebensraum für lange ausgestorbene Arten bietet. Dies zeigen auch die natürliche Rückkehr des Luchs oder des Fischotters“, sagte Remmel und verwies auf die aktuelle Rote Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten für NRW: „Trotzdem bleibt ein Großteil der wertvollen Natur in Gefahr. Deshalb werden wir 2015 die Naturschutzpolitik neu ausrichten, um das wilde NRW zu bewahren.“
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Wolfgang Schroeder aus Iserlohn-Letmathe | 26.01.2015 | 10:01  
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