Nach Sex-Skandal in Kaiserau: FLVW-Präsident lässt Ämter ruhen

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Im Mai 2016 berichtete der Stadtspiegel mit dem Titel „Kamen bewegt ganz Westfalen“, dass Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung am Wirtschaftsgespräch im SportCentrum Kamen-Kaiserau teilnahmen. Mit dabei war selbstverständlich auch der ehemalige Direktor der Sportschule. Gundolf Walaschewski (re. neben BM Hupe) stellte knapp 5 Monate später einen Aufhebungsvertrag für den langjährigen Leiter der Sportschule aus. Archiv-Foto: Jörg Prochnow

Gundolf Walaschewski lässt mit sofortiger Wirkung alle Ämter ruhen. Der Präsident des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) wird in der Konferenz der Kreisvorsitzenden am 6. Mai die Vertrauensfrage stellen.

"Der Konferenz stehe ich gerne Rede und Antwort, und wenn unsere Kreisvorsitzenden dort zu dem Schluss kommen sollten, ich wäre nicht mehr tragbar, werde ich selbstverständlich die nötigen Konsequenzen ziehen.“

Sexuelle Belästigung

Hintergrund sind Vorwürfe, dass der ehemalige Direktor der Sportschule Kaiserau, Carsten J., Mitarbeiterinnen sexuell belästigt haben soll. Walaschewski stellte daraufhin einen Aufhebungsvertrag für ihn aus.
Dem "Spiegel" zufolge soll der Direktor seine Angestellten sexuell belästigt haben.
Der Verband hatte sich im Oktober 2016 von dem Mann getrennt. Zudem hatte der ehemalige Sportschulen-Direktor sein Facebook-Konto von einem Tag auf den anderen gelöscht. Verbandsmitarbeiterinnen hatten sich in diesem Zeitraum beim Betriebsrat und bei Walaschewski über Belästigungen durch J. beschwert. Öffentlich wurde als Grund für das plötzliche Ausscheiden des langjährigen Direktors ein "persönlicher Schicksalsschlag" genannt.

Hat Gundolf Walaschewski richtig gehandelt?

Satzungsgemäß wird der FLVW nun kommissarisch von Manfred Schnieders, bisher Vizepräsident Fußball, geführt werden. Schnieders: „Von diesem Tag an setzt der FLVW das starke Signal, dass wir keine Verletzung der Würde unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dulden. Dieses Signal richtet sich auch an alle, die potentielle Täter schützen. Wir suchen den Schulterschluss mit dem Betriebsrat. Unser Ziel ist es, Strukturen zu schaffen, um Diskriminierung jeder Art in der Geschäftsstelle und dem SportCentrum Kaiserau effektiv zu verhindern. Dazu zählt beispielsweise eine neutrale Stelle, an die sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anonym wenden können.“

"Starkes Signal" - Warum erst jetzt?

Marianne Finke-Holtz, Vizepräsidentin Breitensport und Verbandsentwicklung weiter: „Der SPIEGEL-Artikel macht uns betroffen. Unser Ziel war seit Bekanntwerden der Vorwürfe, die Würde unserer Mitarbeiterinnen zu schützen. Dass dies durch den SPIEGEL-Artikel gefährdet wird, bedauern wir sehr."
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