Markt-Analyse: Mehrbedarf von 1.890 Wohnungen für Flüchtlinge

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Nach Berechnungen der Wissenschaftler des Pestel-Institutes steigt der Gesamt-Wohnungsbedarf im Kreis Unna auf rund 2.300 Wohnungen. Foto: privat

Im Kreis Unna sollen laut einer Studie rund 1.890 Wohnungen für Flüchtlinge zusätzlich gebraucht werden. Demnach müssten 3,7-mal so viele Wohnungen wie bisher zur Verfügung stehen. Das geht aus einer aktuellen Wohnungsmarkt-Analyse des Pestel-Instituts hervor. Nach Berechnungen dieser Wissenschaftler stiege der Gesamt-Wohnungsbedarf damit auf rund 2.300 Wohnungen.

Im Schnitt seien in der Vergangenheit im Kreis Unna rund 620 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt worden.
„Um eine handfeste Wohnungskrise zu vermeiden, muss dringend neuer Wohnraum her. Immerhin braucht der Kreis Unna in diesem Jahr 3,7-mal so viele Wohnungen wie bislang jährlich überhaupt neu gebaut wurden“, sagt Pestel-Institutsleiter Matthias Günther.
Auch in den kommenden Jahren müsse sich der Kreis Unna auf einen „hohen Wohnraumbedarf einstellen“. Es sei deshalb „zwingend notwendig, die bisherige Neubaurate enorm zu steigern und beim Leerstand kräftig zu sanieren“, so das Institut.
Zwei „Mangelerscheinungen“ diagnostizieren die Wissenschaftler bei der Wohnungsmarkt-Analyse für den Kreis Unna: „Es fehlen bezahlbare Wohnungen. Vor allem aber Sozialwohnungen. Also vier Wände für die Menschen, die sich teure Wohnungen in der Regel nicht leisten können: Rentner, Alleinerziehende, junge Menschen in der Ausbildung, einkommensschwache Haushalte und eben auch Flüchtlinge“, macht Matthias Günther deutlich.
Das in Hannover ansässige Pestel-Institut geht bei seiner Wohn-Prognose von rund 4.720 Flüchtlingen aus, die auf den Kreis Unna verteilt wurden.
Grundlage hierfür ist die für Deutschland erwartete Zahl von einer Million Flüchtlingen in 2015. Die Verteilung der Asylbewerber auf die Bundesländer berechneten die Wissenschaftler nach dem sogenannten „Königsteiner Schlüssel“, innerhalb der Länder nach der Einwohnerzahl. „Um die für Asylbewerber zusätzlich benötigten Wohnungen zu ermitteln, gilt die Formel: 100 Flüchtlinge, die in den Kreis Unna kommen, benötigen im Schnitt 40 Wohnungen“, erläutert Matthias Günther.
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