Ein Trio aus Reihen der Kirmesjonge regiert in Berches

Anzeige
Mit Holzklotschen und jeder Menge guter Laune unterwegs: Prinz Shorty I., Jungfrau Michi und Bauer Micha. Foto: Stefan Pollmanns
 
Prinz Shorty überragt mit seinen 1,63 Metern dank Trittleiter in Berches alle. Eine karnevalistische Größe ist er sowieso. Da schauen auch Bauer Micha I. und Jungfrau Michi zu ihm auf.

Die Närrinnen und Narren in Berches leisten viel für die karnevalistische Verständigung zwischen den Rheinmetropolen in unserer Nachbarschaft. Dort regiert jede Session das einzige Dreigestirn mit dem jecken Schlachtruf „Helau“. Und dieses Jahr ist Kölner und Düsseldorfer Karnevalsblut in einem Trio vereint. Prinz Shorty I. (Markus Klapper) schwärmt für die Domstadt. Seine Ehefrau Michaela Klapper, die diese Session als „Michi“ in die Rolle der Jungfrau schlüpft, und Bauer Micha (Michael Hinz), favorisieren Düsseldorf. Den Karneval in Berches lieben aber alle drei über alles.

Berches. Für den Bercheser Prinz Shorty I. geht ein Kindheitstraum in Erfüllung: „Ich wollte schon immer einmal Karnevalsprinz sein“, blickt er zurück. Den Namen Shorty trägt der 163 Zentimeter große Narrenobere übrigens bereits seit seinen Kindheitstagen. Bei der Proklamation hat „seine Winzigkeit“, wie er in dieser Session auch genannt wird, extra eine rote, hübsch verzierte Trittleiter erhalten. Seine Freunde und närrischen Wegbegleiter wissen aber genau: Prinz Shorty ist eine echte karnevalistische Größe.

von Stefan Pollmanns

Langenfeld. Deshalb war Bauer Micha auch gleich begeistert, noch einmal Teil des Dreigestirns zu sein. Dieses Amt hatte er bereits in der Session 2012/2013 inne. „Die Zeit war so schön, aber auch so schnell vorbei“, beschreibt er seine Eindrücke. „Ich wollte diese Erfahrung unbedingt noch einmal machen. Als ich hörte, dass Shorty auf den Narrenthron steigt, stand ich gleich bereit.“
Das Trio kommt aus den Reihen der Kirmesjonge. Deshalb sind die Ornate diesmal nicht, wie in Berches üblich, schwarz-weiß, sondern angelehnt an die Vereinsfarben rot-weiß. Und standesgemäß werden auch Holzklotschen getragen.

Veedelszoch am Karnevalssonntag, 7. Februar

Als Team machen sie in dieser kurzen Session „jede Menge Lärm“. Von den Emotionen auf ihren bisherigen Auftritten sind sie begeistert. Dass sie mit viel Spaß und Elan dabei sind, merkt jeder Jecke sofort. Selbstverständlich freuen sich alle auch auf den Veedelszoch in ihrem „Dorf“ am Karnevalssonntag,
7. Februar, ab 14.11 Uhr.
Der Prinz und seine Hütte
Für Prinz Shorty wird es eine Premiere sein. Noch nie zog er bei einem närrischen Umzug mit. Doch trotzdem ist er am Zugrand in Berches nicht wegzudenken. Vor neun Jahren entschied er sich erstmals, mit seinen Kumpels Marcus Meurer und Thorsten Öxmann dort einen Bollerwagen zu platzieren. Auch seine Ehefrau ist regelmäßig dabei. „Aus dem Bollerwagen ist mittlerweile eine Hütte mit sattem Sound, tollen Lichteffekten und weiteren technischen Raffinessen geworden“, beschreibt Prinz Shorty, der den Zug von dort auch moderiert, die Entwicklung. Die närrische Behausung kann auch bei den Umzügen in der Langenfelder City und in Hitdorf bestaunt werden.
In der Kölsch Akademie
Die Moderation des Zuges von der Hütte aus wird der Prinz dieses Jahr selbstverständlich nicht übernehmen – obwohl er sich sprachlich für solche Aufgaben ständig weiterbildet. Er besucht nämlich die Kölsch-Akademie. „Kölsch ist eine herrliche Sprache“, schwärmt er. Vier Semester werden für einen Abschluss benötigt. Anschließend gibt es sogar die Möglichkeit, ein Diplom und sogar einen Doktor-Titel zu erlangen. Neben der Sprache lernen die Studenten viel über die kölsche Kultur und Geschichte. Aufgrund seiner guten Sprachkenntnisse verrät er auch eine Feinheit in Verbindung mit dem Sessionsmotto: „In Berches sin mer alle jeck, mer han dat Hätz om rechten Fleck“. Dieses ist auch nach den Mundart-Regeln aus der Domstadt kreiert worden. Laut Kölsch-Studenten müsste es eigentlich ‚em‘ rechten Fleck“ heißen. Aber dort sei durchaus auch beides erlaubt. Und da das Dorf zwischen den beiden jecken benachbarten Hochburgen sowieso tolerant und für die karnevalistische Verständigung sei, könne man alle Fünfe gerade sein lassen.

Pins für den guten Zweck

Übrigens verkauft das Dreigestirn einen Pin für 4 Euro. Der gesamte Erlös kommt der Knochenmarkspende zugute.
1
1
1
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.