Standortwerbung bei den großen Nachbarn

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Sie machen sich dafür stark, dass neue Firmen nach Langenfeld umsiedeln (von links) : Heike Schönfelder (Leiterin der Wirtschaftsförderung), Nils Glagau (Inhaber und Geschäftsführer der Firma Orthomol), Ulrich Beul (Fachbereichsleiter Stadtentwicklung), Bürgermeister Frank Schneider und Standortbotschafter Dr. Hans Peter Döhmen ( Döhmen Consulting GmbH). Foto: Stephan Köhlen
 

Mit Freundlichkeit und guten Standortfaktoren alleine gewinnt man laut Bürgermeister Frank Schneider selten neue Unternehmen. Deshalb möchte die Stadt jetzt mit einer neuen Werbekampagne die großen Nachbarn etwas reizen und neugierig machen. Gemeint sind Düsseldorf und Köln.

In den beiden Rheinmetropolen hängen jetzt großformatig insgesamt 30 Plakate – an wichtigen Zufahrtsstraßen, inklusive der beiden Bahnhöfe (wir berichteten). Sie sollen verdeutlichen: Langenfeld bietet Platz für Ansiedlungen und hat einen günstigen Gewerbesteuer-Satz.

Umzugshelfer für 1000 Unternehmen

Bei der Standortwerbung setzt das Team der Wirtschaftsförderung auf das Gesamtpaket. In einer kleinen Umzugsbox, die 1000 Geschäftsführer ausgesuchter Firmen erhalten, befinden sich eine Broschüre sowie eine Checkliste, die detailliert die Vorzüge der Posthorngemeinde aufzeigen. Das wären neben den Steuern und den Gewerbeflächen zum Beispiel die guten Netzwerke für Unternehmer, die direkte Autobahnanbindung, das Highspeed-Glasfasernetz, die Nähe zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie die gut aufgestellte Wirtschaftsförderung.

Gutes Umfeld wichtig für Untrnehmen

Frank Schneider betonte auch noch die top ausgestatteten Grundschulen und Kindergärten sowie die Sport- und Freizeitangebote. Warum das auch eine Rolle spielt? „Für viele Firmen ist es wichtig, dass die Mitarbeiter in der Nähe des Unternehmens ein gutes Umfeld haben“, weiß der Bürgermeister. Dies bestätigte auch Nils Glagau, Inhaber der Langenfelder Firma Orthomol. „Ich finde es gut, wenn meine Mitarbeiter nicht von außerhalb über die stark befahrenen Autobahnen zum Arbeitsplatz gelangen müssen“. Er wirbt mit folgendem Satz in der Image-Broschüre: „Wir erleben Langenfeld seit 25 Jahren als verlässlichen Partner für unser Familienunternehmen“. Orthomol, einst in einer Garage gegründet, sei mit der Stadt gewachsen und habe für alle Probleme und Anliegen immer ein offenes Ohr gefunden.

Mix aus mittelständischen Betrieben

Rund 50.000 Euro lässt sich die Stadt Langenfeld die Werbekampagne mit dem Titel „In Zukunft Langenfeld“, entwickelt von der Düsseldorfer Agentur „Fan Factory“, kosten. Gut angelegtes Geld, wie der Bürgermeister findet. „Wir haben aufgrund der zahlreichen mittelständischen Unternehmen recht konstante Gewerbesteuer-Einnahmen. Diese liegen jedes Jahr bei rund 50 Millionen Euro. Wir wollen diesen Schnitt halten und eventuell weiter ausbauen“, sagt Frank Schneider auch mit Blick auf die Abgaben an ärmere Kommunen aus dem Land, die aktuell von den Rücklagen gezahlt werden.

Broschüre auch auf chinesisch

Die Broschüre gibt es übrigens auch auf chinesisch, da die Wirtschaftsförderung gute Kontakte zu entsprechenden Firmen aus Düsseldorf unterhält.

Dienstleistungsunternehmen erwünscht

Die 1000 Firmen, die den Umzugshelfer erhalten, kommen zum größten Teil aus dem Dienstleistungssektor. Auch produzierendes Gewerbe sei gewünscht. „Wir möchten aber keine Speditionen ansiedeln“, erklärt Bürgermeister Frank Schneider. „Davon haben wir genug und sie benötigen viel Platz“.

Neue Gewerbegebiete

Aktuell gibt es in Langenfeld rund 11 Hektar Fläche, die vermarktet werden kann. Jüngst starteten die ersten Unternehmen mit der Ansiedlung im Gewerbegebiet Reusrath Nord-West. Grundstücke sind auch im Gewerbegebiet „Am Solpert“ in Berghausen verfügbar. Wie der Bürgermeister erläuterte, habe die Stadt noch kleinere weitere Gebiete für die Zukunft in der Hinterhand.
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