Epoche der “Industrialisierung” in Menden

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Handwerklich hergestellte Nägel verschiedener Größen oder etwa ein Steigbügel des Ritter Goswin, der nachweislich aus der Zeit um 1250 n.Ch. stammt.
Menden (Sauerland): Museum | Was bedeutet “Industrialisierung” für Menden – Ausstellung schlägt Bogen von Funden aus der Bronzezeit bis ins 21. Jahrhundert
“Eisen ist Eisen”, nahm Jutta Törnig-Struck bislang an. Wie Verfahren zur Eisenherstellung im Laufe der Jahrzehnte verbessert wurden, um die Qualität zu erhöhen, zeigt das Museum Menden in der Ausstellung zur Geschichte des Eisens: Von der Steinzeit bis zur Moderne.

Eisenerze und Bäume benötigte es in der nahegelegenen Grafschaft Mark, um das Roheisen zu gewinnen. Dass auch im Hönnetal früh die Eisenschmelze begann, belegen Funde aus dem Mittelalter. Handwerklich hergestellte Nägel verschiedener Größen oder etwa ein Steigbügel des Ritter Goswin, der nachweislich aus der Zeit um 1250 n.Ch. stammt. Manche Funde aus der Bronze- und Eisenzeit, den letzten 750 Jahren vor Christus sind erhalten. Viele kommen aus der großen Burghöhle. Darunter Riemenzungen, die zu Gürtelschnallen gehören oder Elemente der frühen Kettenherstellung. Messerchen, Pfeilspitzen und Gürtelschnallen. Legt man die steinzeitlichen Funde neben moderne Erzeugnisse und bedenkt, dass 1000 Jahre dazwischen liegen, wird der enorme Entwicklungsschritt erfassbar. Etwa bei einem Beil aus Eisen, in nach heutigen Maßstäben “minderwertiger Qualität”. Die Oberfläche blättert, die Schichten werden sichtbar.
Eine Grundbedingung für die aufkommende Stahlgewinnung war das Vorkommen von Kalk. Ein Bergzug verlief von Hagen über Iserlohn und kam bei Oberrödinghausen bis in den Raum Menden. Hier traten an verschiedenen Stellen die Lager des Eisenstein auf. Abgebaut wurde jedoch nur an der Oberfläche, da eitretendes Wasser die Gewinnung erschwerte. Die Grubenfelder lagen in der Rödinghauser Feldmark und im Umfeld. Schlackeablagerungen belegen die Eisenschmelze dort. Besitzer waren u.a. die Herren von Dücker. Sie nutzten eine Produktionsstufe in der Eisenindustrie, die Friedrich Harkort (1793-1880) aus Wetter als erster in dieser Gegend einsetzte. Das in England entwickelte Verfahren nutzte Steinkohle, um durch die kohlenstoffarme Verbrennung die Qualität des Eisens hin zum formbaren Stahl zu verbessern. Theodor von Dücker brachte es über Rödinghausen nach Südwestfalen.
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