Fahrerflucht mit Sattelschlepper

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Diese Mauer hat der Reifen zertrümmert.
Menden. Einen mehr als ungewöhnlichen Fall von Fahrerflucht hat der Mendener Polizeihauptkommissar Dieter Schmelzer aufgeklärt.

Dabei hatten sich die Ermittlungen nicht nur deshalb als schwierig erwiesen, weil sich dieser Unfall bereits am 4. Februar ereignet hatte, jedoch erst in dieser Woche angezeigt wurde.
Seltsam war auch, dass das Fahrzeug des Verursachers, nämlich ein großer Sattelschlepper, der nach dem Unfall längere Zeit gestanden hatte, trotzdem offenbar von kaum jemandem bemerkt wurde.
Allerdings hatten zwei Zeugen bestätigt, dass das Nummernschild „COE-???“ lautete. Aber das war sogar ein Irrtum! „BOR-“ wäre richtig gewesen.
Und drei Zeugen hatten drei unterschiedliche Farben der Zugmaschine angegeben - von denen eine letztendlich richtig war.
Dieser Unfall, bei dem sich in Oberrödinghausen vom Auflieger eines Sattelschleppers ein Reifen samt Felge gelöst hatte, hätte auch sehr viel schlimmer ausgehen können.
Denn der wegkatapultierte Reigen verfehlte eine Schülergruppe an der Bushaltestelle nur knapp.
Zunächst war die Polizei davon ausgegangen, dass die Jungen und Mädchen 50 Meter von der „Route“ des Reifens entfernt standen, in Wirklichkeit waren es aber nur zehn Meter!
Mit lautem Knall hatte sich hinten rechts der Reifen gelöst, war nach rechts über den Gehweg geschleudert worden und gegen einen Beton-Treppenaufgang geprallt, der dabei zerstört wurde.
Nach der Reparatur seines Fahrzeuges entfernte sich der Unfallverursacher vom Ort des Geschehens.
Nicht zuletzt wegen der Fehlinformation bezüglich des Nummernschildes war Hauptkommissar Schmelzer zunächst nicht weitergekommen.
Erste konkrete Hinweise hatten ergeben, dass der Sattelschlepper durch einen nachfolgenden Verkehrsteilnehmer mit Lichthupe gewarnt worden war, da die Bremsanlage des Aufliegers hinten rechts bereits wie ein Hochofen glühte.                          
Das ganze Geschehen rund um den Unfall klang auf den ersten Blick so „unglaublich“, dass selbst Dieter Schmelzer zeitweise unsicher war, ob sich das wirklich alles so abgespielt hatte. Doch aufgrund der Zeugenaussagen und Spuren am Tatort gab es keinerlei Zweifel.
Nachdem der Hauptkommissar bei seinen Ermittlungen zunächst nicht konkret weiterkam, brachte das Abgleichen von Zeugenaussagen mit den umfangreichen Rechercheergebnissen schließlich doch noch den Erfolg. Nämlich, als Schmelzer - entgegen der Zeugenaussagen - auch „BOR“-Kennzeichen checkte.
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