Der Alte Hut geht ans Wall Street Theatre - Zweite Vergabe des alten Huts im Bollwerk

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Die gelernten Artisten räumten bei der örtlichen Comedy-Gala ab: Das Wall Street Theatre. Foto: Heike Cervellera
 
Das Wall Street Theatre. Foto: Heike Cervellera

Letztes Jahr wurde zum ersten Mal der weltweit erste Preis für Oldcomer verlieren. Auch in diesem Jahr standen wieder sechs gestandene Künstler auf der Bühne des Bollwerks.

Von Sarah Dickel


Am Mittwoch versammelten sich sechs Größen der Comedy-Szene, wobei dieser Begriff, wie sich an diesem Abend zeigte, weitläufig gefasst ist, im Moerser Bollwerk. Grund dafür war die zweite Verleihung des Alten Huts. Der „Alte Hut“ zeichnet Bühnenprofis über 45 Jahren und/oder mit mindestens 25 Jahren Bühnenerfahrung aus. Unter den gut 40 Bewerbungen konnten sich in diesen Jahr Daphne de Luxe, Pete the Beat, Detlef Winterberg, Rüdiger Höfken, das Wall Street Theatre und Birgit Breuer, durchsetzen.
Als Anheizer und Überleitung zwischen den verschiedenen Künstlern agierten „The Four Shops“. Die mobile Band, deren Schlagzeuger in einem Einkaufswagen eingefahren wurde, bereitete das vermehrt ältere Publikum gekonnt auf die Künstler vor. Als erste Künstlerin betrat dann die selbsternannte „Barbie im XL-Format“ alias Daphne de Luxe die Bühne. Die Komikerin spielte mit ihrer Körperfülle und nahm diese als Anlass, um über den Diät-Wahn zu sprechen. De Luxe entlockte dem Publikum mit ihrer großschnauzigen Art viele Lacher und sorgte so für einen gelungenen Einstieg in den Abend.
Als zweiter Künstler kam Detlef Winterberg auf die Bühne. Der Augsburger verzichtete bei seinem Auftritt fast vollkommen auf seine Stimme und brachte das Publikum mit seiner ausgefallenen Mimik und Gestik zum Lachen. Winterberg könnte ebenso aus einem alten Slap-Stick-Film entsprungen und auf die Bühne des Bollwerks gebracht worden sein.
Nach Winterberg betrat ein Lokalmatador die Bühne: Rüdiger Höfken ist geborenen Uerdinger und brachte das Publikum sowohl mit Themen zur Digitalisierung als auch zum Fitnesswahn zum Lachen. Kostprobe? „Ich saß mit meinem Neffen im Auto und das Navi funktionierte nicht mehr. Glücklicherweise hatte ich noch einen alten Shell Straßenatlas dabei. Kommentar meines Neffen: ‚Krass Onkel, du hast Google Maps ausgedruckt‘“. Höfken erheiterte das Publikum zudem mit seiner Vorstellung des von ihm neu entworfenen Männermagazins „Berthold“ mit Themen wie „Der Socken-Check: Das passt zur Sandale“. Ein gelungener erster Teil.
Den zweiten Teil des Abends eröffnete Birgit Breuer. Die Berlinerin präsentiert mithilfe ihrer Loop-Station selbst geschriebene Lieder aus dem „Jääääzz“. Hier offenbarte sich auch zum ersten Mal das der Begriff „Comedy“ an diesem Abend weiter gefasst werden musste. Beim Alten Hut geht es nicht nur um die klassische Stand-Up-Comedy, sondern vielmehr, in ComedyArts-Manier, um Entertainer-Qualitäten. So ist Breuer auch eher als Sängerin, denn Comedian zu sehen.
Das „Wall Street Theatre“ erweckte im Anschluss den alten Hut, im wahrsten Sinne des Wortes, zum Leben. Das Duo zeigte auf einen Sirtaki eine gelungene Hutakrobatik und amüsierte das Publikum als leicht schrullige, aber liebenswerte, englische Gentlemen mit Hang zum Code-Switching zwischen zwei Sprachen: „You are such a Schleimscheißer“.
Den Abschluss des Abends gestaltete „Pete the Beat“. Der „HumanBeatBox“-Künstler verblüffte das Publikum mit seiner Mundakrobatik. Auch hier wurde wieder deutlich, dass es beim Alten Hut nicht zwangsläufig nur um Comedy geht. Den mit 1.000 Euro dotierten Publikumspreis konnte sich am Ende das „Wall Street Theatre“ sichern, wohingegen Detlef Winterberg den ebenfalls mit 1.000 Euro dotierten Jurypreis mit nach Hause nehmen konnte.
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2 Kommentare
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Wilhelm Spickers aus Neukirchen-Vluyn | 05.06.2016 | 22:57  
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Heike Cervellera aus Moers | 07.06.2016 | 10:20  
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