Genial einfach, einfach genial

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Florian Miebach sagt, dass jeder kochen kann. Foto: privat

Drei Fragen an ... Florian Miebach, FM-Catering

1 War es schon immer ein Traum von Ihnen, eine Kochschule zu eröffnen oder wie ist die Idee entstanden?

Die Idee mit der Kochschule ist eigentlich aus dem Catering entstanden, weil einige unserer Gäste gerne Kochkurse machen wollten, aber nirgends gab es die richtigen Gegebenheiten. Deswegen haben wir vor zwei Jahren die Kochschule in Moers-Schwafheim eröffnet, um die Menschen zum Kochen zusammenzubringen und neue Produkte und Qualitäten von Produkten zu vermitteln. Zu dem Job bin ich eher auf Umwegen gekommen. Eigentlich wollte ich Physiotherapie in Nijmegen studieren. Bevor das Studium losging, habe ich ein Praktikum in der Küche gemacht und sofort war mein Interesse geweckt. Ich fand es spannend, so kreativ und vielseitig zu arbeiten, immer wieder Produkte auf eine andere Art und Weise zuzubereiten und zu kombinieren. Ich denke, das alles war der Grund das Studium gar nicht erst anzutreten, auch wenn der Umgang in der Küche eher ruppig ist. Trotzdem ist es schön, da man, wenn man ein gutes Team hat, sich zu 100 Prozent aufeinander verlassen kann und man nicht hängengelassen wird. Es ist definitiv mein Traumjob, auch wenn es das nicht auf den ersten Blick war. Aber ich finde an dieser Arbeit fantastisch, durch Kochschule und Catering noch näher am Gast zu sein, als in einer normalen Restaurantküche. Die Interaktion mit den Gästen oder in die Gesichter zu schauen, wenn sie in irgendwas reinbeißen und es ein Lächeln auslöst. Das alles zusammen führt dazu, dass es das ist was, ich machen möchte.

2 Es gibt Menschen, die von sich selbst behaupten, sie können nicht kochen und würden sogar Wasser anbrennen lassen. Kann ein jeder lernen, etwas Essbares zu fabrizieren oder gibt es Fälle, wo Hopfen und Malz verloren sind?

Diese Menschen gibt es in der Tat. Es ist immer spannend, wenn so jemand im Kochkurs ist und feststellt, dass alles gar nicht so schwer ist. Man muss nur einmal verstehen, wie man Fleisch und Fisch gart und eine Sauce macht. Dann erschließt sich vieles von selbst. In meinen Kochkursen schreibe ich die Rezepte immer gerne einfach, und auch die Menge der Zutaten ist kurz gehalten. So hat man immer noch Luft, das Rezept mit eigenen Ideen abzuwandeln. Mein Fazit ist: Jeder kann kochen, wenn er vernünftige Produkte kauft und einmal gezeigt bekommen hat, wie man daran geht.

3 Was sind die Trends 2018 und welchen Geheimtipp haben Sie für unsere Leser?

Ich denke der Foodtrend 2018 ist alles einfacher zu halten. Weniger Zutaten, gute Eiweißlieferanten, funktionelles Essen. Das liegt daran, weil die Menschen sich einfach bewusster ernähren wollen, auch wenn es den meisten nicht leicht fällt es umzusetzen. Ich selbst finde reduzierte Zutaten gut und lege Wert auf sehr gute Qualität im Fisch- und Fleischbereich. Privat esse ich weniger Fleisch und Fisch, aber dafür besseren. Das Selbe vermittele ich auch in den Kochkursen und verarbeite im Catering im Rindbereich zum Beispiel nur Topware aus Nebraska, USA, und Australien. Beim Schweinefleisch ist 100 Prozent Iberico fantastisch und sollte jeder einmal probieren. Fisch immer Wildfang. Das alles wiederum passt zu den Trends 2018, da man, wenn man gute Zutaten verarbeitet, einfach weniger braucht, weil es von Grund auf schon schmeckt. Mein Geheimtipp ist genial einfach und einfach genial. Damit Sauce an Nudeln haften bleibt muss man die Teigware in Salzwasser kochen, und das ohne Öl oder Butter. Wenn die Nudeln dann gar sind, einfach direkt essen und nicht ölen. Sollten diese bis zum nächsten Tag aufbewahrt werden, einfach mit kaltem Wasser abschrecken, bis diese kalt sind, dann klebt nichts mehr. Wenn die Nudeln doch einmal kleben, einfach warmes Wasser drüber laufen lassen. Dadurch, dass kein Öl genommen wurde, haftet die Sauce auch nicht an den Nudeln.


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