Von Klassik bis zu Jazz

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Beim Einpersonenstück „La voix humaine 2015“ zeigt Göke sowohl ihre schauspielerischen als auch ihre musikalischen Talente. (Foto: Bettina Engel-Albustin)
 
Sängerin und Schauspielerin Stella-Louise Göke bezaubert nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Interview. (Foto: Heike Cervellera)

Manche Menschen sind begnadete Sänger. Andere wiederum sind talentierte Schauspieler. Und dann gibt es noch Menschen, wie die Moerserin Stella-Louise Göke.

Die talentierte Künstlerin lässt sich nämlich nicht in eine Schublade stecken: „Die Leute wollen eigentlich gerne, das man in eine Sparte passt, aber dieses Klischee erfülle ich nicht“, so Göke.

Erste musikalische Erfahrungen sammelte sie bereits im frühen Kindesalter. Ab dem sechsten Lebensjahr bekam sie Geigenunterricht. Doch das Geigespielen allein genügte der sympathischen Moerserin bald nicht mehr. Mit elf Jahren begann sie Gesangsunterricht zu nehmen und startete damit eine wahre Odyssee: „Irgendwie waren sich meine Gesangslehrer oft nicht einig, welche Gesangsstimme ich habe“, berichtet Göke schmunzelnd, „so habe ich sämtliche Stimmen ausprobiert, aber im Sopran fühle ich mich am wohlsten.“

Der Wunsch, etwas im Musikbereich zu machen, war damit schon früh gesät. Doch die Musik allein reichte der ehrgeizigen Sängerin nicht, sie wollte auch noch etwas anderes ausprobieren. So kam sie mit 17 Jahren zum Theater „Tiefrot“ in Köln. Eigentlich hatte ihr Vater, Konrad Göke, die Idee, dass er seine junge Tochter mit der realen Bühnenerfahrung davon abbringen könne, in dem Beruf Fuß fassen zu wollen. Fehlanzeige!„Spätestens nach dieser Theatererfahrung war mir klar, dass ich auf der Bühne stehen will“, so Göke.

Erst einmal im Ausland die Welt entdecken


Nach dem Abitur, welches sie am Gymnasium Rheinkamp absolvierte, ging es für Göke allerdings erst einmal ins Ausland. Auch hier überrascht Göke mit ihrer ehrlichen Art: „In Griechenland habe ich ganz einfache Arbeiten gemacht und ganz stupide gekellnert. Aber ganz schnell war mir klar: Ich will auf die Bretter, die die Welt bedeuten.“

Gesagt, getan. Zurück aus dem Ausland schaute die junge Moerserin sich verschiedene Hochschulen an und entschloss sich dann aus gutem Grund für das Institute of the Arts in den Niederlanden: „Bei vielen Hochschulen hatte ich das Gefühl, das sie mich in eine bestimme Richtung drängen möchten. Am Institute of the Arts hatte ich hingegen die Möglichkeit in verschiedene Bereiche hereinzuschauen.“ Im Juni 2014 hat Göke ihren Bachelor of Music als Jahrgangsbeste abgeschlossen. Erfolgsgeschichte zu Ende? Noch lange nicht. Seit Ende ihres Studium, hat sie bereits an zahlreichen Projekten mitgewirkt. Unter anderem hat sie im März dieses Jahr am „Concours de la Chanson“ in Den Haag teilgenommen: „Ich war ganz überrascht, als ich dort ankam. Alle anderen Sänger hatten Instrumentalisten dabei und ich war ganz alleine dort.“

Durchgesetzt hat sie sich aber auch ohne ein Musikerensemble. Göke erreichte den ersten Platz und hat sich damit einen Traum erfüllt: „Im Juni nächstes Jahr darf ich in Paris auftreten. Das ist natürlich eine tolle Möglichkeit, ich bin gespannt, wie die Franzosen mich und mein Programm aufnehmen werden.“

Zusammenarbeit mit dem Vater war gelungen


Bis dahin steht allerdings noch einiges auf dem Programm: Neben einem Engagement am Theater Duisburg in dem Stück „Die Geschichte des Soldaten“, spielt sie Ende des Monats zum zweiten Mal im Martinstift in Moers das Einpersonenstück „La voix humaine - Geliebte Stimmen 2015“ nach dem Original von Jean Cocteau. Von Konrad Göke stammt die Idee zur neuen Inszenierung. „Erst war ich etwas skeptisch, aber die Zusammenarbeit mit meinem Papa hat erstaunlich gut geklappt“, bestätigt Göke lachend.

In dem Stück beweist sie wieder mal bestens, dass sie mehr kann, als eben „nur“ Klassik: „Ich singe neben klassischen Liedern auch welche aus dem Jazz und Chanson-Bereich.“ Auch ihr schauspielerisches Können kann sie in dem Einpersonenstück unter Beweis stellen.

Auf die Frage, was sie denn am Liebsten mache, antwortet Göke mit einem Lachen: „Das kann ich gar nicht sagen. Ich würde das eine nicht ohne das andere machen. Vielleicht muss man sich irgendwann festlegen, aber noch bin ich ja jung und kann Vieles ausprobieren.“

Und vielleicht ist es ja auch mal gut, sich nicht festlegen zu müssen. Vor allem, wenn man mehrere Talente besitzt.
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Torsten Richter-Arnoldi aus Hattingen | 21.10.2015 | 18:35  
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