Voll in die Eisen per„Büffeltritt“: Redaktion übt die Notbremsung

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Gerd Pohlmann demonstriert die korrekte Sitzposition und Lenkradhaltung.
 
Norbert Heißdrüvers vom FahrtsicherheitsCentrum in Rheinberg gibt einer Teilnehmerin beim Fahrsicherheitstraining Anweisungen
Ein Kind rennt vors Auto: Als Fahrer muss man blitzschnell reagieren und den „Büffeltritt“ anwenden. Beim Auto-Sicherheitstraining im FahrsicherheitsCentrum Rheinberg steht dieser auch auf dem Lehrplan. Die Teilnehmer sollen Gedankenanstöße für ein bewussteres und defensives Autofahren erhalten. Ein Selbstversuch.

Auf 50 Sachen beschleunigen und an den Pylonen voll in die Eisen gehen. „Jetzt Vollbremsung!“ Die Anweisung von Gerd Pohlmann vom FahrsicherheitsCentrum kommt per Funkgerät, das auf dem Beifahrersitz liegt. Es gehört Überwindung dazu, das Gaspedal abrupt durchzutreten, um „volles Rohr“ zu bremsen.
Die Teilnehmer des Fahrsicherheitstrainings absolvieren mehrfach nacheinander eine perfekte Vollbremsung mit dem sogenannten „Büffeltritt“:„Mit dem rechten Fuß auf die Bremse treten und, ganz wichtig: auf die Kupplung treten, damit der Motor nicht ausgeht“, erklärt Pohlmann.

Nach dem "Büffeltritt" auf der Bremse bleiben


Nach dem „Büffeltritt“ heißt es, auf der Bremse zu bleiben, bis das Fahrzeug vollständig zum Stillstand kommt. „Viele wissen noch nicht einmal, ob ihr Fahrzeug über ein ABS-System verfügt“, weiß Gerd Pohlmann. Im Hinblick auf eine Vollbremsung ist diese Info jedoch wichtig. Mit einem Fahrzeug ohne ABS müsse eine sogenannte Stotterbremsung vorgenommen werden. Bei einer weiteren Lektion geht es darum, Brems- und Anhaltewege abzuschätzen. Sehr oft liegen die Teilnehmer mit ihrer Einschätzung daneben. „Bei 50 Stundenkilometern beträgt der Bremsweg neun Meter“, erläutert Norbert Heißdrüvers. Auch bei der Frage nach der Reaktionszeit tippen alle daneben. Diese beträgt eine Sekunde. „Als nächstes kommt die Übung ‘Lass dich überraschen‘“, stimmt Gerd Pohlmann die Teilnehmer ein. Hierbei sollen diese das Ausweichen von plötzlich auftretenden Hindernissen, wie etwa einem Stauende, trainieren. Hierfür sind in die Fahrbahn computergesteurte Wasserdüsen eingearbeitet, die meterhohe Fontänen aus dem Asphalt schießen lassen. Diese simulieren plötzliche Hindernisse, die auf der Straße auftauchen können. Man hat nur wenig Zeit, um zu reagieren und abzuschätzen, wo man hindurch passt. „Kupplung, Bremse und dann nach rechts“, lautet der Arbeitsauftrag, als rechterhand in der Wasserwand eine freie Lücke auftaucht. „Ein Fehler in solchen Situationen ist, dass Autofahrer im Affekt das Lenkrad verreißen, was zu schweren Unfällen führen kann“, erklärt Gerd Pohlmann. „Das Schwierige hierbei ist es, zwei Bewegungsabläufe sauber hinzukriegen: ein frühes, butterweiches Lenken und Bremsen“, erklärt Gerd Pohlmann.
Bei der tricksigen Übung „Abfangen des ins Schleudern geratenen Wagens“ kommt so mancher Teilnehmer an seine Grenzen. Diese gefährliche Situation zu behrrschen, kann man jedoch am besten durch praktisches Üben lernen.Hatte es in der Fahrschule geheißen „Kupplung treten, gegenlenken und hinlenken, wo das Heck ausbricht“, können die Teilnehmer dies hier live üben: mittels einer im Boden versenkten, computergesteuerten Schleuder- oder Dynamikplatte. Nach dem Beschleunigen auf etwa 40 Stundenkilometer erreicht man den Bereich mit der Schleuderplatte. Jetzt kommt der kritische Moment. Unvermutet bricht das Heck unter einem weg! Ein mulmiges Gefühl macht sich breit. Aber anstatt panisch auf die Bremse, muss man jetzt die Kupplung treten, dahin lenken, wo das Heck ausgebrochen ist und, ganz wichtig: „Da, wo ich hinschaue, da fahre ich hin“, bringt Gerd Pohlmann eine der wichtigen Komponenten an dieser Übung auf den Punkt. Dann bleibt man in der Spur. „Bremsen nur, wenn man sich um die eigene Achse dreht“, so Pohlmann. Es gibt noch andere (Auffrisch-)Infos: die Sitzpostion von Fahrer („Arme und Beine angewinkelt“)und Beifahrer („der oftmals wie ‚umgebettet‘ liegt“) sowie die Lenkradhaltung („kein Übergreifen, sondern Vorgreifen“).

Info:

Jeder sollte regelmäßig ein Fahrsicherheitstraining absolvieren. Das FahrsicherheitsCentrum Rheinberg verfügt über eine Dynamikplatte, bewässerte Spezialbeläge, Wasserhindernisse sowie Kurven- und Kreisbahnen.Infos unter Telefon 02843/991955 und auf www.fahrsicherheitscentrum.de.
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