Karnevalskabinett ist eröffnet

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Helau! Das Karnevalskabinett ist eröffnet. Foto: de Clerque
 
Zum „Stippeföttche“ bittet Altstadtfunken-Geschäftsführer Torsten Schlender die Besucher des Karnevalskabinetts. Foto: de Clerque
Monheim am Rhein: Karnevalskabinett | Mit der Eröffnung des Karnevalskabinetts im Torbogen der Traditionsgaststätte „Spielmann“ ist nach der Marienkapelle nun das zweite MonChronik-Ausstellungsmodul in Betrieb. Es bietet eine zeitgemäße Präsentation der Monheimer Karnevalsgeschichte mit vielen Hinguckern in analoger und digitaler Form.


Wer das Karnevalskabinett betritt, wird gleich von dem amtierenden Prinzenpaar, Prinz Bernd II. und Prinzessin Silke, mit „Monnem Helau“ via zwei Bildschirme begrüßt. Über einen Bewegungsmelder wird die Begrüßung beim Türöffnen gestartet. Ein bisschen erinnern die animierten Bilderrahmen an die aus den Harry-Potter-Filmen. „Wir wollten die Gegenwart abbilden. Der Besucher wird begrüßt von etwas, dass er direkt kennt“, so Projektmanagerin Caroline Kaiser von „expo2508“.

Die Bonner Agentur hat die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Gromoka und ihrem Archivar Armin Drösser konzipiert und realisiert. Ausgestellt sind in dem 40 Quadratmeter großen, barrierefrei gestalteten Raum nur eine Handvoll Exponate, darunter das Modell eines Karnevalswagens, ausgewählte Orden und ein Ornat. An den Wänden gibt es Informationen zum Karneval, seiner Geschichte und Gepflogenheiten in Deutsch und Englisch sowie über die Gaststätte „Spielmann“ und ihre historische Bedeutung. Denn dort, wo heute die Dauerausstellung eine Heimat gefunden hat, sind einst die Pferdefuhrwerke durchgefahren.

Das Museum selbst lebt von den digitalen Möglichkeiten. Das diesjährige Gromoka-Motto „Dr Monnemer fiert Karneval – @pp jetzt och multimedial“ ist hier Programm. Ein absoluter Hingucker ist das lebendige Manuskript. Dahinter verbirgt sich ein interaktives, digital bespieltes Buch. Es zeigt unter anderem historische Bilder, das Schelmenwecken und eine Büttenrede. Eingesprochen wurde der Text von Diddi Trappe. Sobald der Betrachter in dem Buch blättert, startet wie von Geisterhand das entsprechende Video. Zwischen den einzelnen Buchseiten ist eine hauchdünne Metallschicht. Die Informationen werden über Sensoren abgefragt, die sich in dem Podest befinden, auf dem das Buch liegt.

Ein Tablet auf einem Ständer bietet Zugriff auf das digitale Archiv, das weiter gepflegt und befüllt werden kann. Der Zeitstrahl nimmt den Betrachter mit auf eine Reise durch die Historie. Er beginnt mit der Gründung der Gromoka 1902 und präsentiert Prinzen, Präsidenten, Mottos, gegründete Vereine und historische Ereignisse bis heute. Zur besseren Illustration dienen Fotos – zunächst in Schwarz/Weiß, ab den 60er Jahren in Farbe.

Am Ende der Ausstellung befindet sich ein Spiegel. Er sorgt nicht nur dafür, dass der Raum optisch größer wirkt. Dort bittet auch Altstadtfunken-Geschäftsführer Torsten Schlender zum „Stippeföttche“. Fußabdrücke auf dem Boden markieren, wo Tänzer und Fotograf stehen müssen, um die Illusion auch im Bild perfekt zu machen.

Im Eingangsbereich zeigt eine Vitrine, was der Jeck von heute so braucht, um die dollen Tage gut zu überstehen. Gleich daneben steht der Pappnasen-Automat. Für 50 Cent können sich die Besucher das jecke rote Utensil ziehen und närrisch durch die Ausstellung gehen.

„Der Karneval ist ein wichtiger Bestandteil der Stadtgeschichte. Wir können sehr stolz auf unsere lange Karnevalstradition sein. Das unterscheidet uns von den Nachbarstädten, die das so nicht zu bieten haben“, sagt Armin Drösser. Er sieht das Museum als Wertschätzung seiner Arbeit. 1976 hat er auf Bitte des damaligen Gromoka-Präsidenten Martin Brüske angefangen, das Archiv aufzubauen. Er hat gesammelt, was Speicher und Keller der Monheimer hergaben, alles chronologisiert und archiviert. Über 4000 Fotos, genauso viele Negative, Filmmaterial und über 100 Ordner mit Zeitungartikeln sind so zusammengekommen.

„Das schönste Archiv kann nicht blitzen und glänzen, wenn es den Raum dafür nicht erhält“, meint Gromoka-Präsident Moritz Peters. „Es war ein Herzensanliegen des Bürgermeisters dem Karneval den Stellwert zu verschaffen, der ihm gebührt.“ Peters freut sich, dass der Karneval eine neue Heimat mitten in der Altstadt gefunden hat.

Beim Eröffnungsbiwak im Anschluss an den offiziellen Teil traten neben den großen und kleinen Prinzenpaaren mit ihren Gefolgen auch die Gromoka-Tanzgarde „Gänselieschen und Spielmänner“ sowie die Funkenkinder und die Nubbesse auf.

Infos:


Das Karnevalskabinett ist das zweite Modul der MonChronik, Monheims im Aufbau befindliches Stadtmuseum mit derzeit sieben Standorten. Dazu gehören das Ulla-Hahn-Haus, der Schelmenturm, die Marienburg, der Spielmann, das Deusserhaus, die Marienkapelle und das Baumberger Rheinufer.

Der Besuch des Karnevalskabinetts ist ohne Eintritt und Aufsicht möglich. Die Ausstellung ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Den Schließdienst macht Spielmann-Wirt Markus Preikschat.
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