KKV-Gesprächskreis "Christen treffen Muslime": Ditib-Gemeinde stellt erste Pläne für Neubau der Moschee vor

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Teilnehmer des letzten Treffens. Am Kopfende von links: Erdogan Akpolat, Bernd-M. Wehner und Mohamed Adib.
 
Ein erster Entwurf der neuen Ditib-Moschee

„Das deutsche Wort Moschee, aus dem Arabischen masdjīd abgeleitet (Ort, an dem man sich - zum Gebet - niederwirft), ist das Gebets- und Gotteshaus der Muslime und darüber hinaus ein Ort der theologischen und lebenspraktischen Wertevermittlung im Sinne des Islam sowie ein sozialer Treffpunkt.“ Mit diesen Worten umschrieb Mohamed Adib beim vorletzten Treffen des KKV-Gesprächskreises „Christen treffen Muslime“ die Funktion einer Moschee. Damals diskutierte der Kreis darüber, welche Funktionen religiöse Zentren wie Kirchen oder Moscheen haben. Diesmal stellte Adib gemeinsam mit Erdogan Akpolat den Teilnehmern die ersten Pläne des geplanten Neubaus der Moschee vor. Beide sind Dialogbeauftragte der Ditib-Gemeinde und gehören dem Gesprächskreis seit rund zehn Jahren an. Das Treffen fand diesmal in der Osman-Gazi-Moschee in der Niederstraße statt. Erstmals waren auch Vertreter der marokkanischen Gemeinde anwesend. Sie werden künftig ebenfalls im Gesprächskreis „Christen treffen Muslime“ mitarbeiten, um so im Dialog ihre Verbundenheit zu den Christen in Monheim zu zeigen.

Akpolat erläuterte sodann anhand von Plänen und Zahlen, wie die geplante Moschee aussehen könnte und welche Aktivitäten dort möglich seien. Insbesondere sei es ein Anliegen der türkischen Gemeinde, dass man in diesen neuen und größeren Räumlichkeiten vor allem den Dialog mit allen Monheimern intensivieren wolle. So sind neben den größeren Gebetsräumen für Männer und Frauen zusätzliche Unterrichtsräume für Kinder und Jugendliche sowie für Erwachsene geplant. Hier sollen beispielsweise Sprachförderung und andere Betreuungsmaßnahmen angeboten werden. Darüber hinaus wird es zusätzliche Aufenthaltsräume für Kinder und Jugendliche geben, in denen eine alternative Freizeitgestaltung möglich ist. Eine Kantine mit eigener Küche wird das Angebot komplettieren.

Gleichzeitig wies Mohamed Adib darauf hin, dass die Moscheegemeinde auch einen Beirat gründen wolle, der die weiteren Planungen des Neubaus begleiten solle. In diesem Beirat sollten u.a. auch Mitglieder des Gesprächskreises „Christen treffen Muslime“ vertreten sein.

„Öffentliches Fastenbrechen“ war ein Erfolg

Darüber hinaus zogen die Gesprächsteilnehmer noch eine positive Bilanz des „öffentlichen Fastenbrechens“, das am 3. Juni auf der Krischerstraße stattfand und an dem über 1.000 Gäste teilnahmen. Positiv registriert wurde, dass sowohl Muslime als auch Christen ganz zwanglos miteinander ins Gespräch kamen, die Speisen untereinander teilten und viele Teilnehmer spontan bereit waren, beim Auf- und Abbau mitzuhelfen. Gleichzeitig war man sich einig, dass es eine gelungene Veranstaltung im Rahmen des interreligiösen Dialogs gewesen sei, die fortgesetzt werden sollten. Der Sprecher des Gesprächskreises „Christen treffen Muslime“, Bernd-M. Wehner, teilte in diesem Zusammenhang mit, dass in Kürze der Ökumenekreis der evangelischen und katholischen Kirche darüber beraten würde, unter welchem Schwerpunkt im nächsten Jahr eine solche Veranstaltung unter Federführung der beiden christlichen Gemeinden stattfinden könne. Vorstellbar wäre beispielsweise eine öffentliche Erntedankfeier mit einem ökumenischen Gottesdienst, bei dem der Schöpfungsgedanke aber auch das Teilen der Nahrungsmittel mit anderen ein Schwerpunkt darstellen könnte.

Sachliche Diskussionsrunde zum Thema „Moscheebau“

Außerdem zogen die Anwesenden noch eine kurze Bilanz einer Diskussionsrunde zum Thema „Moscheebau“, die von der taz am 27. Juni in den Räumen der Volkshochschule durchgeführt wurde. Auch hier habe sich gezeigt, dass das Thema kein „Aufreger“ mehr sei, sondern sachlich diskutiert werden könne.

In der anschließenden Diskussion wurden noch weitere Details zum Moscheeneubau vertieft. Gleichzeitig stieß der Vorschlag von Erdogan Akpolat auf große Zustimmung, beim nächsten Treffen die neue Moschee in Köln zu besichtigen.

Der KKV-Gesprächskreis „Christen treffen Muslime“ wurde im Juni 2005 gegründet. Er trifft sich seitdem mit den türkischsprachigen Muslimen in Monheim. Darüber hinaus nehmen seit längerer Zeit auch evangelische Christen und seit kurzem auch Mitglieder der marokkanischen Moscheegemeinde an den vierteljährlich stattfindenden Gesprächen teil.
Ziel des Gesprächskreises ist es, im gemeinsamen Dialog zwischen Christen und Muslimen einander besser kennenzulernen, gegenseitige Vorurteile und Missverständnisse zu beseitigen, um so im gegenseitigen Respekt die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Glauben des Anderen festzustellen.
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