Nach dem Kanalbau: Neues „Gesicht“ für die Hauptstraße

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Soll mehr Aufenthaltsqualität bekommen: die Hauptstraße in Baumberg. Foto: Michael de Clerque
Von Elfie Steckel

Seit Jahren ist die Rede von der Umgestaltung der Baumberger Hauptstraße, doch mangels Geld wurden die Pläne seither nicht realisiert. Jetzt spricht man in Monheim nicht mehr über Geld; man hat es. Folgerichtig hatte Bürgermeister Daniel Zimmermann diese Woche interessierte Bürger zu einem Werkstattgespräch mit drei Planungsbüros in das Bürgerhaus eingeladen.
Diese Gesprächsrunde war der Auftakt zur Umbaumaßnahme. Der sanierungsbedürftige Kanal – so erläuterte der Bürgermeister zu Beginn des Abends – „beschere“ Baumbergs Ortsdurchfahrt ohnehin eine Baustelle, also wolle man die Chance zur Umgestaltung im Jahre 2015 nutzen. Ähnlich wie an der Krischerstraße sollten hier nicht nur die Anwohner, Geschäftsleute und darüber hinaus alle Interessierten frühzeitig mit ins Boot genommen werden. Hier gehe es ebenfalls um die Verbesserung der Einzelhandelsstruktur und der Aufenthaltsqualität.

Anforderungen im Detail

Welche Anforderungen dazu im Detail nötig sind, erläuterte vor den rund 100 anwesenden Baumbergern ausführlich Estelle Dageroth, die seit einem halben Jahr das Wirtschaftsförderungsteam des Rathauses im Bereich City-Marketing unterstützt. Die Aufwertung der Hauptstraße solle durch eine attraktive Gestaltung, mehr Grün, eine Hervorhebung der historischen Bauten, eine bessere Gliederung der Straße und effektivere Gestaltung der drei Kreuzungen erreicht werden. Eine Verkehrszählung, die im Oktober eine Woche lang gemacht wurde, bestätigt im Übrigen, dass die Hauptstraße in ihrem einbahnigen Eingangsbereich viel stärker frequentiert ist als im Zwei-Richtungs-Verkehr: Mehr als 6000 Fahrzeuge mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von genau 30 Stundenkilometern stehen 4000 Fahrzeugen (mit Tempo 34) im weiteren Verlauf der Straße gegenüber.

Konzepte wurden vorgestellt

Drei Planungsbüros waren von der Stadtverwaltung aufgefordert worden, ihre Ideen und Konzepte vorzustellen. Die Ergebnisse des jetzigen Auftaktabends, die in drei Arbeitsgruppen eifrig diskutiert wurden, und weitere Anregungen werden in einer zweiten großen Runde im Februar erörtert, danach werden Gutachten erstellt, die im März vorliegen werden, und dann schließt sich das Prozedere im Fachausschuss, im Rat und in Bürgerbeteiligungen an.

Vertikales Grün

Jan Roth und Holger Boumann vom Büro ISR / Leinfelder Ingenieure wollen den neuen Eindruck überwiegend durch unterschiedliches Pflaster und durch „vertikales Grün“ – sprich Rankpflanzen an Laternenmasten – statt durch Pflanzenbeete erreichen. Sie wollen auch die historische Bedeutung des gewachsenen Ortskerns durch erklärende Stelen betonen und damit der Straße ihren Charakter zurückgeben. Möglichst über die gesamte Strecke solle an der rechten Seite ein Parkstreifen verlaufen.

Viel Feingefühl erforderlich

Im Planungsbüro MWM aus Aachen hatten Wolfgang Mesenholl und Bernd Niedermeyer, die schon früher in Monheim aktiv waren, die „neue Herausforderung Baumberg“ angenommen. „Sehr viel Feingefühl“ sei erforderlich, sehr viel Detailarbeit und noch mehr Gespräche seien nötig, um zu einer optimalen Lösung zu kommen. Als Beispiel nannten sie die Barrierefreiheit, die mit niveaugleichen Eingängen in die Geschäfte beginne. Die sehr dominanten Verkehrsflächen sollten mit durchgängig identischem Material gestaltet werden.

Mehr Aufenthaltsqualität

Vom Büro Spiekermann in Düsseldorf waren Susanne Gombert und Rudi Overmeyer ins Bürgerhaus gekommen und präsentierten eine Hauptstraße, die „in der Wahrnehmung größer gestaltet ist“. Das könnte erreicht werden durch die Überplanung des Raumes bis zu den Gebäudekanten. Mehr Aufenthaltsqualität wolle man erreichen durch hervorgehobene Gestaltung von historischen Orten, die in Baumberg wie an einer Perlenkette aufgereiht seien. „Wagen Sie den Blick über den Tellerrand, denken Sie vielleicht in Kunst, vielleicht in Farbigkeit – und lassen Sie uns die Straße grün denken!“ Mit diesem Appell der Planer im Ohr teilten sich Referenten und Zuhörer in Arbeitsgruppen auf.
Wir werden den weiteren Prozess um die Umgestaltung der Baumberger Hauptstraße selbstverständlich verfolgen und entsprechend auf lokalkompass.de berichten.
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