Ein Stück Stadtgeschichte

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Die Bodenplatte zeigt die Entwicklung des Handels in Recklinghausen. Foto: Stadt
Sie zeigt eindrucksvoll die Entwicklung des Handels vom Mittelalter bis in die Gegenwart: die Bodenplatte aus Silizium-Bronze am Viehtor. Damit rückt das Stadttor am Kaiserwall den Eingangsbereich in die Altstadt visuell ins Bewusstsein. Auch die anderen Stadttore bekommen im Laufe des Jahres solche Bodenplatten. Initiiert hat das Projekt der Verein für Orts- und Heimatkunde in Kooperation mit der Stadt.
"Die spannende Geschichte des Handels unserer Stadt ist auf der Bodenplatte kunstvoll nachgebildet und ich freue mich, dass wir durch die Schaffung solcher Eingangsbereiche an allen Stadttoren unsere 'Gute Stube' noch weiter aufwerten", sagt Bürgermeister Christoph Tesche.
Das Viehtor als historisch wichtiger Ort bot sich als Auftakt für dieses große Projekt an. "Rund um die Altstadt standen Stadttore und Befestigungsmauern über Jahrhunderte hinweg", erläutert Georg Möllers, zweiter Vorstandsvorsitzender des Vereins für Heimatkunde. "Bereits das Stadtsiegel von 1253 zeigt die befestigte Stadt und um das 14. Jahrhundert ist dann die große Befestigungsanlage entstanden und gehörte zum typischen Stadtbild dazu." Ein Teilstück vom Stephansturm bis zum Wachturm ist heute noch erhalten - das Viehtor selbst ist um 1840 abgerissen worden.

Von der Hansestadt zum Einkaufszentrum

Als Tor in die Stadt hinein zeigt die Bodenplatte am Viehtor daher auf je fünf Teilplatten die wichtigsten Stationen der Handelsgeschichte. Ob mittelalterliche Hansestadt, in der mit Textilien und Wachs gehandelt wird, ob Industriestadt, in der Kohle und Maschinen wertvolle Handelsgüter waren oder Recklinghausen als modernes und attraktives Einkaufs- und Dienstleistungszentrum - all das zeichnet die Stadt aus und ist auf der Platte zu sehen.
13. bis 15. Jahrhundert: Recklinghäuser Hansekaufleute sind in der Kaufmannsniederlassung in London nachweisbar. Handelsrouten verlaufen über Wegeverbindungen und Schiffsrouten auf der Nord- und Ostsee.
14. bis 17. Jahrhundert: Recklinghausen wird Mitglied im Städtebund der Hanse.
19. und 20. Jahrhundert: Der Bergbau mit den Zechen Clerget, König-Ludwig und Blumenthal rückt in den Mittelpunkt.
20. Jahrhundert: Die Wirtschaftskrisen werden aufgezeigt, so die Inflationszeit in 1923 während der französischen Ruhrbesetzung.
Gegenwart: Entwicklung der Stadt zum Einkaufs-, Dienstleistungs- und Gastronomiezentrum, zur "Guten Stube des Ruhrgebiets".
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