Recklinghausen: Kaminwand aus ehemaligem Kloster bekommt neuen Platz im Petrinum

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Die Kaminwand des ehemaligen Augustinessenklosters hängt jetzt im Eingangsfoyer des Gymnasium Petrinum. (Foto: Stadt)

225 x 205 x 16,5 cm groß und circa eine Tonne schwer - die Kaminwand aus dem ehemaligen Augustinessenkloster hat eine stattliche Größe und ein stattliches Gewicht. Und kann genau aus diesen Gründen nicht in jedem öffentlichen Gebäude aufgestellt werden.

Doch nun ist mit dem Eingangsfoyer des Gymnasiums Petrinum ein passender Standort für die Kaminwand gefunden worden.
"Wir freuen uns sehr, dass das historische Kunstwerk nun auch wieder für interessierte Bürgerinnen und Bürger zugänglich gemacht wird", sagte der Erste Beigeordnete Georg Möllers bei der Präsentation der Kaminwand im Petrinum.
Entstanden ist die Kaminwand des ehemaligen Augustinessenklosters Anfang des 18. Jahrhunderts; sie wurde im barocken Stil gestaltet. Der Schöpfer bzw. die Werkstatt sind unbekannt, man darf westfälische Herkunft für vertretbar halten. Die Kaminwand ist ein architektonisches Element, das sich ursprünglich über dem Kamin des Herrenhauses innerhalb des Kloster-Komplexes befand.

Medaillon zeigt die Heilige Barbara

Da die Räumlichkeiten auch repräsentative Funktion besaßen, bestand ein grundsätzliches Interesse daran, solche Zierelemente im Sinne des betreffenden Klosters individuell zu gestalten. Aus diesem Grund zeigt das zentrale Medaillon der Kaminwand die Heilige Barbara, nach der das Frauenkloster in Recklinghausen benannt war.
Barbara war eine junge Frau aus Nikomedien, die nach christlicher Überlieferung für ihren Glauben starb - enthauptet durch den eigenen Vater. Gezeigt ist sie während einer Vision, in der sie die Hostie erblickt. Barbara wurde als christliche Märtyrerin des dritten Jahrhunderts verehrt und erlangte im Zeitalter der Industrialisierung als Patronin der Bergleute große Bedeutung im Ruhrgebiet.
Die historische Kaminwand wurde beim Abriss des Gebäudes im Jahr 1969 entfernt, die Überreste wurden dem Vestischen Museum übergeben. In den 1990er-Jahren wurde die Wand durch den Bochumer Restaurator Grunwald Instand gesetzt, konnte aufgrund ihres Formates und Gewichtes jedoch nicht in den Räumen des Museums untergebracht werden.
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