Theatergruppe appelliert an Menschlichkeit

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„Probier‘s mal mit Menschlichkeit, mit Respekt und Höflichkeit, vertreibst du Vorurteile und auch Krieg. Und wenn du immer menschlich bist und dich dabei respektvoll gibst, dann wird das Leben wieder lebenswert.“

Zu diesem gesungenen Fazit frei nach dem Dschungelbuch-Titelsong kommt der Theaterkurs des Kuniberg Berufskollegs in seiner Überarbeitung von Lessings „Nathan der Weise“. Der Kurs, bestehend aus Schülern der Handelsschul-Oberstufe, hatte sich mit dem Klassiker über Toleranz und Gleichberechtigung schon für die Premiere der Schultheatertage und in einer gekürzten Fassung im Rahmen einer Ruhrfestspiel-Veranstaltung auf den Weg gemacht.

Dabei passt der Inhalt des Stücks nur zu gut zu den Erfahrungen der Theaterkurs-Teilnehmer, aber auch die 200 Schüler, die die beiden Extra-Vorstellungen in der Aula des Kuniberg Berufskollegs besuchen, finden sich in der Handlung wieder.
Schulleiter Dr. Walter Schulte und Detlef Juraschek, Vorsitzender des Fördervereins, fühlen sich ebenfalls angesprochen: Der Kampf um die Macht und um den Stellenwert des Einzelnen, das Hinterfragen der eigenen Persönlichkeit, stark geprägt durch die eigene Religion, der Wunsch nach der einzig wahren Antwort auf alle Fragen, das tiefe Bedürfnis, geachtet zu werden. „Die Aufführung hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen“, bewertet der Schulleiter das gezeigte Engagement.

So wie bei Lessings Nathan stehen am Ende tatsächlich auch hier alle Schüler des Kurses zusammen da und erleben sich als gleichwertige Menschen und als wertvolle Gemeinschaft – unabhängig von ihren Unterschieden in Religion, Nationalität, sozialer Prägung. „Wenn wir es geschafft haben, können es andere auch schaffen“, lautet die optimistische Schlussfolgerung der Fachlehrerinnen Anna Zygiel und Daniela Dox, die den Kurs geleitet haben.

Die auf 30 Minuten gekürzte Fassung trifft den Nerv der Zeit. Ein Stück von Menschen für Menschen für ein bisschen mehr Menschlichkeit in einer Welt, die davon mehr braucht. Einige aus der Schülergruppe, die am Ende des Schuljahres die Fachoberschulreife erwerben, sind in diesem „Theaterjahr“ über ihre Schulnoten hinausgewachsen.

So gibt Ebru, die Darstellerin des muslimischen Sultans Saladin, zu: „Ich dachte, mein Herz springt gleich heraus. Aber dann habe ich mich zusammengerissen für die Klasse. Jetzt fühle ich mich gut.“ Dominik, der die Rolle des christlichen Tempelherrn gespielt hat: „Die Nervosität unmittelbar vorher, sie ging gar nicht. Und nun, danach, bin ich erleichtert und froh, dass wir es durchgezogen haben.“
Juliane, die den Nathan mimte, freut sich besonders darüber, dass das Publikum das Abschlusslied mitgesungen hat.

Die Theaterleitung Anna Zygiel und Daniela Dox wirkt erleichtert: „Wir haben mit dem Kurs das Ziel verfolgt, die Persönlichkeit unserer Schülerinnen und Schüler zu stärken. Sie haben sich so stark gezeigt, dass sie selbstbewusst weitere Herausforderungen in ihrem Leben angehen können.“
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