Karstadt Recklinghausen schließt 2016 die Pforten - Primark als Investor?

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Karstadt in Recklinghausen. Foto: Krusebild

Seit Monaten herrscht in den Karstadt-Häusern Unsicherheit über die Zukunft, am Ende kam die Nachricht dann aber doch überraschend. Der Warenhaus-Konzern Karstadt hat offensichtlich angekündigt, weitere fünf Filialen zu schließen. Auch Recklinghausen ist davon betroffen.

Christoph Tesche ist sauer, das merkt man ihm im Rahmen der am Dienstag eilig einberufenen Pressekonferenz zur Karstadt-Schließung an. Die Stadt sei am Montag von der Karstadt-Immobilienabteilung über die anstehende Schließung informiert worden. Es herrsche eine hohe Betroffenheit darüber, dass dieser Schritt erfolge, so Christoph Tesche. Am Nachmittag werde er sich mit der Geschäftsführung, dem Betriebsrat und insbesondere den Mitarbeitern zum Austausch treffen. Diesen möchte er deutlich seine Solidarität bekunden.
Wichtig ist es dem Bürgermeister zu betonen, dass die bereits kolportierten Gründe für eine Schließung des Standortes nichts mit einer rückläufigen Kaufkraft in Recklinghausen oder der Eröffnung des Palais Vest zu tun haben. Die Kaufkraft sei im Gegenteil nachweislich gestiegen. Auch gebe es die Läufe vom Palais Vest in die Innenstadt. Diese haben Karstadt aber offensichtlich nicht erreicht. Man habe in der Vergangenheit immer wieder versucht, über das Land und weitere Partner dem Karstadt-Standort unter die Arme zu greifen, dies sei aber nicht immer gelungen. Christoph Tesche dazu: „Die Krise bei Karstadt ist dem Verhalten des Konzerns geschuldet. Wir haben geleistet, was wir leisten konnten und haben unsere Hausaufgaben immer gemacht. Und wir werden uns auch in der Zukunft, falls gewünscht, immer aktiv einbringen.“ Natürlich würde sich nun auch die Frage stellen, was mit dem Gebäude passieren solle. „Soviel wir wissen gibt es einen potentiellen Investor, der als Käufer des Gesamtkomplexes in Frage kommt,“ so der Bürgermeister. Dabei soll es sich um einen Akteur aus dem Einzelhandel handeln. Weitere Details waren Tesche nicht zu entlocken. Allerdings kommen angesichts der Lage, Größe und Gesamtsituation nur wenige Kandidaten in Betracht. Einer der Player am Markt, für den die Rahmenbedingungen interessant sein könnten, ist Primark.
Der Textil-Discounter mit Hauptsitz in Dublin ist im Umkreis von 20 Kilometern zwar mit Filialen in Gelsenkirchen, Dortmund und Essen vertreten, Recklinghausen könnte aber eine sinnvolle Erweiterung des Angebotes in die Nachbarstädte und das Umland bedeuten. Für Primark als Investor spricht auch, dass schon in der Vergangenheit Bestandsgebäude übernommen und entwickelt wurden.
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