Wieder zwei Übergriffe auf Rettungskräfte am Wochenende – zudem ein verletzter Feuerwehrmann

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Die Beifahrerseite des Rettungswagens wurde zerstört. Foto: Christian Schell / Feuerwehr RE

Am vergangenen Wochenende kam es leider wieder zu Übergriffen auf Rettungskräfte der Stadt Recklinghausen – sowohl Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes wurden während eines Rettungsdiensteinsatzes angegriffen als auch Einsatzkräfte der Feuerwehr. Zudem musste nach dem Brand an der Trabrennbahn ein Feuerwehrmann im Krankenhaus behandelt werden. Die Stadtspitze verurteilt die Übergriffe auf Einsatzkräfte erneut aufs Schärfste.

Am Sonntagnachmittag kam es gegen 15 Uhr im Rahmen eines Rettungsdiensteinsatzes auf der Pfingstmannstraße in Hochlarmark zu einem Übergriff auf Rettungsdienstpersonal. „Ein männlicher, 23-jähriger Patient zeigte sich, mutmaßlich unter Einfluss von Betäubungsmitteln, extrem aggressiv. Nachdem sich die Besatzung des DRK-Rettungswagen der Rettungswache Süd nach anfänglichen Beleidigungen zum Eigenschutz in das Fahrzeug zurück gezogen hatte, sprang der Patient mit dem Ellbogen in die Scheibe der Beifahrertür. Hierbei zersprang diese. Direkt danach versuchte der Patient die Frontscheibe ebenfalls zu zerstören und sprang hierzu auf die Motorhaube. Das Rettungsdienstpersonal blieb bei diesem Übergriff glücklicherweise unverletzt“, beschreibt der Leiter der Feuerwehr, Thorsten Schild, die Situation. Der aggressive Patient wurde im Anschluss durch die Polizei vorerst in Gewahrsam genommen. Das Fahrzeug ging nach diesem Einsatz außer Dienst.

Ebenfalls am Sonntag kam es in den frühen Nachtstunden in der Innenstadt zu einem Übergriff auf Personal des Brandschutzes. „Während eines Einsatzes gegen 22 Uhr stand das Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) der hauptamtlichen Feuer- und Rettungswache mit laufendem Motor auf der Schaumburgstraße. Ein Anwohner schien sich dadurch in seiner Nachtruhe dermaßen gestört zu fühlen, dass er aus seiner Wohnung das Einsatzfahrzeug mit einem Glaskörper bewarf. Das Fahrzeug nahm hierdurch keinen Schaden, Einsatzkräfte der Feuerwehr blieben hierbei glücklicherweise ebenfalls unverletzt“, führt Thorsten Schild weiter aus.

„Angriffe auf Einsatzkräfte sind unerträglich und überschreiten die Grenze des Tolerierbaren deutlich. Ich verurteile die Übergriffe. In beiden Fällen werden wir seitens der Verwaltung Strafantrag gegen die Angreifer stellen“, äußert sich Bürgermeister Christoph Tesche. Beigeordneter Ekkehard Grunwald zeigt ebenfalls Unverständnis über Angriffe auf Rettungskräfte: „Einsatzkräfte, die kommen und dem Patienten helfen wollen, anzugreifen, ist ein Unding. Hierbei die Gesundheit der Rettungskräfte zu gefährden und Einsatzfahrzeuge zu beschädigen, weckt in mir Unverständnis. Wir können froh sein, dass bei den Angriffen am Wochenende niemand verletzt wurde.“

Im Rahmen des Brandeinsatzes an der Trabrennbahn am Sonntagmorgen musste eine Einsatzkraft des ehrenamtlichen Löschzugs Ost nachträglich im Krankenhaus behandelt werden. Nach Abschluss des Einsatzes unter Atemschutz fühlte sich der 22-jährige Feuerwehrmann unwohl. Nach einer ersten Untersuchung durch den Rettungsdienst wurde eine erhöhte Kohlenstoffmonoxid-Konzentration festgestellt. Der Patient wurde im Prosper-Hospital behandelt und konnte im Anschluss noch am Abend das Krankenhaus verlassen. „Ich wünsche dem Feuerwehrmann gute Besserung. Zum Glück konnte er noch am selben Tag das Krankenhaus wieder verlassen“, sagt Christoph Tesche.
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