„Smart“ essen und clever sein: Mittagsverpflegung an den Schulen

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Josef Sibila (Fachbereichsleiter Schule und Sport, v.l.n.r.), Philipp Krinz (Caterer, Stattküche), Andrea Meßerschmidt und Thomas Deutscher (beide Fachbereich Schule und Sport), Michael Neckenig (stellvertretender Schulleiter der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule) sowie die Schülerinnen Ilayda Develi und Zeynep Cöre in der Mensa der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule. Dort gibt es das Angebot „smart eating“. (Foto: Stadt RE)

Täglich werden in Recklinghausen circa 1800 Grundschulkinder, 450 Kinder an weiterführenden Schulen und 360 Kindergartenkinder mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Zentral organisiert wird die Mittagsverpflegung von der Stadt Recklinghausen.

Das Recklinghäuser Modell findet bundesweite Beachtung und erhält regelmäßig sehr gute Beurteilungen. „Gesunde Ernährung ist sehr wichtig für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen und deshalb fördern und unterstützen wir sie an den Schulen und in den Kindergärten“, sagt Josef Sibila, Fachbereichsleiter Schule und Sport. „Wir setzen dabei pädagogische Konzepte um und nutzen ein transparentes zentrales Koordinierungssystem.“

Wichtig sind auch die Qualitätsstandards für die Schulverpflegung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). „Diese Qualitätsstandards setzen wir in der Mittagsverpflegung konsequent um“, sagt Sibila.

Die Stadt hat als Schulträger hohe und differenzierte Anforderungen hinsichtlich räumlicher, personeller, finanzieller, hygienischer und ernährungsbezogener Fragen zu erfüllen. „Um den Anforderungen gerecht zu werden, folgt die Organisation der Mittagsverpflegung in Recklinghausen dem Motto ‚Gestalten statt verwalten‘“, erklärt Thomas Deutscher vom Fachbereich Schule und Sport. „Wir verstehen die Schulverpflegung als langfristigen Prozess, bei dem alle Akteure als Team auftreten und sich regelmäßig über Erfahrungen, Interessen und Verbesserungsmöglichkeiten austauschen.“

Gesunde, ausgewogene Ernährung steht in allen Kindergärten und Schulen im Mittelpunkt. „Wir wollen, dass die Mittagsverpflegung die altersgemäße Entwicklung der Kinder und Jugendlichen und ihre Leistungsfähigkeit in der Schule durch eine angemessene Ernährung unterstützt“, erläutert Deutscher.

Gesund und gut


„Häufig essen Kinder und Jugendliche zu viel Fett, zu viel Zucker und gleichzeitig zu wenig Gemüse, Getreideprodukte und Ballaststoffe und trinken häufig zu wenig“, sagt Deutscher. „Die Folgen sind unter anderem eine Einschränkung der schulischen Leistungsfähigkeit und Konzentrationsschwächen.“ Um dieser weitreichenden Fehlernährung entgegenzuwirken, erfolgt die Verpflegungsorganisation in den Recklinghäuser Schulen und Kindertageseinrichtungen mit Ganztagsbetrieb nach den neuesten ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen.

Bei der Mittagsverpflegung gelten altersbezogene Grundsätze. So unterscheidet sich die Schulverpflegung in den Offenen Ganztagsgrundschulen und den weiterführenden Schulen in einem wichtigen pädagogischen Grundsatz: Während in den Offenen Ganztagsgrundschulen die Mittagsverpflegung für alle teilnehmenden Kinder verpflichtend ist, haben die Schüler in den weiterführenden Schulen die Möglichkeit, das Essen tageweise auszuwählen. Dabei gibt es auch Angebote wie das „smart eating“, ein Buffet, bei dem die Schüler zugleich lernen, Nahrung wertzuschätzen, indem sie mehrmals zum Buffet gehen anstatt einmal zu viel zu nehmen und hinterher etwas wegschmeißen.

Die Qualitätsanforderungen, die bei der Mittagsverpflegung erfüllt werden, sehen vor, dass nur Lebensmitteln aus ökologischem sowie regionalem Landbau verwendet werden. Vermieden wird der Einsatz von genetisch veränderten Lebensmitteln. Fisch kommt aus nicht überfischten Beständen und auf Schweinefleisch wird ganz verzichtet.

Der Caterer, der von der Stadt beauftragt wird, versorgt auf Grundlage einer weit reichenden Leistungsbeschreibung alle Schulen und städtischen Kindertageseinrichtungen mit der Mittagsverpflegung. „Angewandte Standards beim Bau und der Ausstattung der Küchen erleichtern die Arbeit des Caterers“, sagt Deutscher.

Eine sozialverträgliche Preisgestaltung sichert auch einkommensschwachen Familien den Zugang ihrer Kinder zum gemeinsamen Mittagessen in der Schule. Ein über das Bildungs- und Teilhabepaket subventionierter Essenspreis unterstützt bedürftige Familien mit ihren Kindern.

Hintergrund
Die Stadt Recklinghausen hat einen Qualitätszirkel eingerichtet, um den Erfahrungsaustausch und die Optimierung des Mittagsverpflegung-Konzepts zu gewährleisten. Der Zirkel „Schulverpflegung“ ist ein Steuerungsgremium zur Erarbeitung von Handlungsempfehlungen und Qualitätskriterien in den Schulen. Zudem wurde in gemeinsamen Arbeitsgruppen mit Architekten, Caterer, Schülern, Eltern und Lehrern über Ausstattung, Esskultur, Verpflegungsorganisation, Bezahlsystem sowie Essensangebot intensiv beraten. „Ziel war die Erstellung eines stadtweit einheitlichen Verpflegungsangebots, damit keine Schule und kein Schüler standortbezogen benachteiligt wird“, sagt Deutscher. „Und dieses Ziel haben wir erreicht.“
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