Bürgermeister gibt den Startschuss zum Abriss des Saalbaus

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Der Saalbau war ein wichtiges Zentrum des kulturellen Lebens, beherbergte bis 1965 die Ruhrfestspiele. Das Gebäude wurde 2000 wegen brandschutztechnischer Mängel geschlossen. Eine Revitalisierung scheiterte an einem finanzierbaren Gesamtkonzept. Nachdem das NRW 2009 einen Zuschuss in Aussicht gestellt hatte, lobte die Stadt einen Wettbewerb zur Wiederherstellung aus. Weil das Land den Zuschuss 2010 jedoch strich, ist eine Revitalisierung wirtschaftlich nicht mehr vertretbar. Foto: Krusebild
Nachdem in den letzten Wochen der städtische Saalbau an der Dorstener Straße entrümpelt und entkernt worden ist, haben nun die eigentlichen Abrissarbeiten begonnen.

Am Montag, 17. Juni, gab Bürgermeister Wolfgang Pantförder bei einem gemeinsamen Termin mit den Anwohnern, Vertretern der Fraktionen und den weiteren Projektbeteiligten den Startschuss zum Rückbau. Mit einem Bagger nahm Pantförder gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten und Stadtkämmerer Christoph Tesche persönlich den ersten kleinen Abriss am Gebäude vor.

Neue Akzente

Die Arbeiten sollen bis zum Herbst dieses Jahres dauern. Parallel wird bereits jetzt das Bebauungsplanverfahren vorangetrieben, das Ende 2013 abgeschlossen sein soll, um dann 2014 mit der Vermarktung der Grundstücke zu beginnen. „Der Standort hat für uns hohe städtebauliche Bedeutung und ich freue mich, dass wir dort in Kürze neue Akzente setzen können“, sagt Wolfgang Pantförder. Die Kosten für die Abbruch- und Baureifmachungsarbeiten belaufen sich auf circa 1,2 Millionen Euro, die durch den Verkauf der Grundstücke finanziert werden sollen.

Hochwertiges Wohnen

Geplant ist auf dem 16.000 Quadratmeter großen Saalbau-Gelände eine Wohnbebauung entlang der Dorstener Straße im Stil der umliegenden Stadtvillen. „Wir wollen im Bereich der Innenstadt hochwertiges Wohnen möglich machen, das Gewerbe mit einbeziehen kann“, sagt Christoph Tesche. Das Konzept der Stadtverwaltung, ein Gemeinschaftswerk von drei unterschiedlichen Fachbereichen (Fachbereich Planen, Umwelt, Bauen; Fachbereich Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Liegenschaften; Fachbereich Gebäudewirtschaft), wurde vom Büro Feja + Kemper aus architektonischer Sicht weiterentwickelt, ausgearbeitet und digitalisiert.

Es sieht vor, dass bis zu sechs Einzelhäuser auf der westlichen Fläche des bisherigen Saalbau-Geländes entstehen sollen. Die Häuser sollen aus etwa drei Geschossen und einem Dachgeschoss bestehen. Zudem soll ein kleiner Platz auf Höhe der Limperstraße werden - zwischen Cäcilienhöhe und Dorstener Straße das Markenzeichen der neuen Bebauung werden. Von dort führt die Treppe zur Cäcilienhöhe, um die Verbindung für Fußgänger zu erhalten.

Investor gesucht

Außerdem soll die Fläche im östlichen Bereich (heutiger Parkplatz) ebenfalls von dem städtebaulichen Konzept umfasst und für Geschosswohnungsbau vorgesehen werden. Für diese Fläche wird die Stadt einen Investor suchen, der zum Beispiel hochwertige Eigentums- und/oder Mietwohnungen in drei- bis viergeschossiger Bauweise, eventuell mit Ladenzeile im Erdgeschoss, anbietet.
Insgesamt beschränkt sich die Bebauung auf den vorderen Bereich, der hintere soll wegen seiner Grünflächen unangetastet bleiben. Daher können dort Gärten angelegt werden, ebenso wird es Platz für Vorgärten geben. Hinter dem Saalbau befinden sich ehemalige Luftschutzstollen, die durch das Konzept nicht berührt werden. Die Nachfolgenutzung des Saalbaugeländes soll aus städtischer Sicht möglichst umgebungsverträglich gestaltet werden.

Interessenten für die Grundstücke können sich bereits formlos bei Anja Schönherr vom Fachbereich Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Liegenschaften melden (E-Mail: anja.schoenherr@recklinghausen.de, Telefon: 02361/50-1412). Die aktive Vermarktung wird im kommenden Frühjahr beginnen.

Geringe Beeinträchtigung der Anwohner

Auch die Beeinträchtigung für die Anwohner soll so gering wie möglich ausfallen. Dazu wurden 20 Saalbau-Nachbarn bereits von einem Sachverständigen aufgesucht, um den Bauzustand ihrer Häuser vor dem Abriss im Rahmen eines Beweissicherungsverfahrens zu dokumentieren. Zudem sollen in vier Gebäuden Messgeräte aufgestellt werden, die mögliche Erschütterungen registrieren und im Extremfall direkt an die Bauleitung weiter.
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