Weltkriegsbomben? - Stadion Hohenhorst geschlossen

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Das Stadion Hohenhorst aus der Luft. Archiv-Foto: Schypulla
Aktuelle Luftbildauswertungen der Bezirksregierung Arnsberg haben ergeben, dass es im Stadion Hohenhorst in Recklinghausen sieben Blindgängerverdachtspunkte gibt. Aus diesem Grund hat Bürgermeister Wolfgang Pantförder unverzüglich das Stadion Hohenhorst schließen lassen. „Die Sicherheit der Bevölkerung und insbesondere der Stadionbesucher haben oberste Priorität“, sagt Pantförder. „Deshalb gehen wir kein Risiko ein und stellen den Betrieb des Stadions vorübergehend ein, bis der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) der Bezirksregierung Arnsberg wieder Entwarnung gibt.“
Grund für die neuen Luftbildauswertungen ist ein aktueller Bauantrag für einen Ballfangzaun westlich des Stadions. Weil dafür Erd- bzw. Tiefbauarbeiten notwendig sind, wird üblicherweise eine Kampfmittelüberprüfung vorgenommen, bevor eine Baugenehmigung erteilt werden kann.
Bei dem vorliegenden Bauantrag hat sich die Verwaltung – um auf „Nummer Sicher“ zu gehen – dafür entschieden, das komplette Flurstück inklusive Stadion überprüfen zu lassen. Denn bei der Kampfmittelüberprüfung für die Errichtung einer Trainingsfläche westlich des Stadions im Jahr 2012 sind bereits 33 Blindgängerverdachtspunkte gefunden worden, allerdings ohne Befund.
Weil eine Kampfmittelüberprüfung via Luftbildauswertung durch die Bezirksregierung nur bei konkreter Bautätigkeit stattfindet, hat die Verwaltung diesen Anlass, also den neuen Bauantrag, genutzt, um das komplette Areal untersuchen zu lassen.
Wichtig ist: Dass es nun sieben Blindgängerverdachtspunkte im Stadion Hohenhorst gibt, heißt aber nicht zwangsläufig, dass auch sieben Bomben im Stadion liegen. „Es ist bislang ein bloßer Verdacht“, betont Pantförder.
Die Experten des KBD werden nun an jedem Blindgängerverdachtspunkt Bohrungen durchführen und sondieren, ob dort eine Bombe liegt. Sollte das tatsächlich der Fall sein, wird diese – wie andere Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg auch – entschärft werden.
Ob dafür zeitweise Gebäude im Umkreis evakuiert werden müssen, wird im Einzelfall entschieden und rechtzeitig von der Stadtverwaltung öffentlich bekannt gegeben. Die Sondierungen und eventuelle Entschärfungen dauern voraussichtlich bis Ende Januar.
Auswirkungen auf die Sportvereine: Die Sportverwaltung hat die betroffenen Sportvereine über die aktuelle Situation informiert. Der Silvesterlauf findet statt, allerdings werden Start und Ziel vor das Stadiongebäude verlegt. Das Flutlicht-Jogging fällt für die Zeit der Schließung komplett aus.
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