Bürgerinformationsveranstaltung zum Gesamtverkehrskonzept Schwerte-Nord

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Der Wahnsinn hat ein Ende - der Wahnsinn geht von vorne los! Das trifft wohl kurz zusammengefasst die unterschiedlichen Meinungen zum Ende des Verkehrsversuchs Klusenweg, der als Teil des Gesamtverkehrskonzepts von der Planersocietät vorgeschlagen wurde.

Am Dienstag, den 4. Dezember 2012 stellte die Stadt Schwerte und die Planersocietät die Ergebnisse der 2. Verkehrszählung aus dem September vor. Bereits im Vorfeld war in den Zeitungen darüber berichtet worden und viele Anwohner waren wohl der Meinung "Da brauch' ich jetzt nicht mehr hingehen." Denn im Gegensatz zur ersten Bürgerversammlung im Mai 2011 blieben noch reichlich Stühle in der Aula frei.

Zunächst wurden die Zahlen offen gelegt: 500 Autos weniger im Talweg, 400 Autos weniger im Klusenweg zwischen Westhellweg und Talweg, 1.000 Autos weniger im Klusenweg zwischen Talweg und Sperrschild, 600 Autos weniger im Klusenweg zwischen Sperrschild und Sonnenstraße, 200 Autos weniger im Klusenweg zwischen Sonnenstraße und Bahndamm, 200 Autos weniger im Bohlgarten im Bereich des Schulzentrums Nord-West. Nur ca. 100 Autos mehr im Westhellweg und in der Sonnenstraße sowie 50 Autos in der Kreuzstraße. Da waren Planersocietät und Stadt Schwerte einig: Der Verkehrsversuch war erfolgreich - das Wohngebiet wurde insgesamt verkehrsberuhigt, die Verkehre fairer verteilt.

Trotzdem bleibt besonders für die Anwohner aus dem Talweg, die sich seit mehr als 5 Jahren für die Verkehrsberuhigung im Quartier engagieren und das Gesamtverkehrskonzept sozusagen "angeschubst" haben, ein bitterer Beigeschmack. Bürgerproteste sorgten dafür, dass die Planersocietät und die Stadt gemeinsam nach einem "Kompromiss" gesucht haben.

Gesucht - gefunden! Man fand heraus, dass ein Großteil der "verschwundenen" Fahrzeuge bisher vermutlich über den Bergerhofweg gekommen waren. An der Kreuzung Klusenweg/Westhellweg wurden nämlich 550 Autos weniger gezählt als im Mai 2011. Also wurde beschlossen, das Sperrschild einige 100 Meter zu versetzen: direkt vor das Nordportal der Autobahnunterführung am Klusenweg.

Effekt des neuen Standorts: Diejenigen, die als Preis für Verkehrsberuhigung keinen Umweg in Kauf nehmen wollen, sind zufrieden. Für die anderen (vor allem den Talweg) hoffen die Verantwortlichen: 1. Darauf, dass die Vermutung stimmt und die meisten Fahrzeuge durch den Bergerhofweg kamen. 2. Darauf, dass die letzten Monate zu einem gewissen Gewöhnungseffekt geführt haben und nicht alle wieder die alte Umfahrung der B236 aufnehmen. 3. Darauf, dass die B236 ausgebaut wird und dort der Verkehr fließt!

Ob der neue Standort unumstritten bleibt, bleibt abzuwarten. Eine Wortmeldung gegen den neuen Standort gab es auf der Versammlung bereits.

Wann wird es soweit sein? Wann kann man wieder legal an der Agnes-Miegel-Straße weiter in den Klusenweg fahren? Die Vertreter der Stadt Schwerte nannten keinen Termin, weil sie es auch vom Wetter abhängig machen müssen. Herr Mork erinnerte an den Beginn des Verkehrsversuchs. Von ehemals zwei Schildern, von denen eines von Unbekannten umgedreht worden war, verschwand eines auf Nimmerwiedersehen und eines landete vorübergehend im nahen Acker. Damit dies nicht wieder vorkommen kann, muss die Verankerung des neuen Schildes entsprechend solide sein.

Zum Gesamtverkehrskonzept gehört aber nicht nur der Verkehrsversuch.
Auch danach wurde bei der Veranstaltung gefragt und Herr Mork von der Stadt Schwerte antwortete. Die mobile Geschwindigkeitsmessstelle soll im Wohngebiet aufgestellt werden; wechselnd im Talweg, in der Sonnenstraße und im Klusenweg. Außerdem werden nach und nach verschiedene Fahrbahnmarkierungen aufgebracht. Jedoch nicht kurzfristig, da die finanziellen Mittel fehlen. Die "Rechts-vor-links"-Streifen werden nicht kommen, da sie von einer übergeordneten Straßenverkehrsbehörde inzwischen als nicht sinnvoll erachtet werden.

Die K10n und ihre Folgen für die Heidestraße Auch dieser Bereich gehört zum Gesamtverkehrskonzept Schwerte-Nord. Deshalb stellte Herr Kuhn von der Stadt Schwerte die Zahlen vor, die der Kreis Unna dazu übermittelt hat. Danach hat sich der Gesamtverkehr auf der Heidestraße inzwischen um ca. 60 Prozent verringert. Die Grünphasen an der Ampel Alter Dortmunder Weg und Am Eckey (K10n) sowie an der Kreuzung Am Eckey/Talweg/B236 sollen noch verbessert werden. Das LKW-Verbot aus Richtung Binnerheide für die Heidestraße wird nicht aufgestellt, weil man davon ausgeht, dass ein LKW, der auf der Hinfahrt zum Industriegebiet die K10n kennen gelernt hat, diese auch für den Rückweg nutzt.
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