Crengeldanzschule Witten wird 1. Friedensstifterschule in NRW

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Schulleiterin Julia Debus hieß die "Zebrakinder", die Eltern und alle Förderer und Gäste herzlich willkommen.
 
Die Kinder beteiligten sich mit themenbezogenen Beiträgen...

Regeln, Respekt und Verständnis gegen Gewalt.

Gewalt Akademie Villigst begleitete das Projekt inhaltlich

Endlich war es so weit: Nach einem fast zweijährigen Entwicklungsprozess wurde der Crengeldanzschule am Freitag, dem 13. Dezember, im Rahmen einer Feierstunde der Titel „Friedensstifterschule – Haus der Zebrakinder“ verliehen. Es ist die erste Schule, die diesen Titel erhielt.

Alltagsprobleme verhinderten Unterricht

„Vor etwa zwei Jahren stellten wir fest“, so Schulleiterin Julia Debus, „dass die Alltagsprobleme der Kinder zunehmend einen geregelten Unterricht erschwerten. Ängstliche oder aggressive Kinder sind nicht fröhlich unterwegs, und die Basis fürs Lernen fehlt.“

Im Zusammenwirken von Schulleitung, Lehrerkollegium, Schulsozialarbeit, Eltern, Stadt Witten und der Ev. Jugend im Kirchenkreis Hattingen/Witten und nicht zuletzt der Kinder entstand der Gedanke zu einem Projekt, das mit der Zertifizierung am Freitag einen vorläufigen Abschluss fand.

Projekt begann mit einer Bestandsaufnahme

„Früher haben wir versucht, die Konflikte der Kinder nur hier in der Schule zu lösen“, beschreibt Julia Debus die Situation. „Das gelang nicht, weil der Crengeldanz ein Stadtteil ist, in dem viele Familien unterschiedlicher Herkunft und Einstellung mit unterschiedlichen Problemen belastet sind. Der Ansatz der Friedensstifterschule war, dass die Erwachsenen Teil des Problems und Teil der Lösung sind.

Die Kinder zogen gruppenweise durch ihren Stadtteil und hielten mit der Kamera fest, was ihnen positiv und was ihnen negativ auffiel. „Kinder sind extrem empfänglich und sensibel für Stimmungen, für Schönheit, Ästhetik, aber auch für Verrohung. Die Erwachsenen müssen daher verstehen,“ so die Schulleiterin weiter, „warum Kinder stören, aggressiv oder unkonzentriert sind.“

In das Projekt wurden Eltern und Lehrer, Schule und Offener Ganztag, Sportvereine, Religionsgemeinschaften, die Nachbarn und Fachleute für Gewaltprävention und -deeskalation einbezogen. „Wir thematisieren Werte und Religion, aber wir missionieren nicht“, betont Jörg Neuhaus von der Ev. Jugend, „Herkunft, Religion, Hautfarbe oder Kultur spielen dabei keine Rolle“.

Konzept erstellt – Handbuch in Vorbereitung

In den zwei Jahren wurde ein Konzept für die Klassen entwickelt, und ein Handbuch ist in Vorbereitung, wie Werte altersgerecht immer wieder im Unterricht thematisiert werden können. „Es gibt Regeln für den Umgang der Kinder miteinander und das „Motto des Monats“, aber eigentlich ist dieses Ende des Projekts nur der Anfang eines Weges“, hob für die Schulsozialarbeit Claudia Kreutzner hervor.

Gemeinschaftswerk

Initiiert und verantwortet wurde das Projekt durch den Träger des Offenen Ganztags, der Ev. Jugend Hattingen/Witten. Entwickelt und unterstützt wurde diese Pilotmaßnahme von vielen Partnern, u. a. vom Elternverein der Crengeldanzschule, durch die Schule selbst, durch den Offenen Ganztag, durch die Schulsozialarbeit der Stadt Witten und durch die Moscheegemeinde Witten.

Die inhaltliche Gestaltung lag vor allem bei der Gewalt Akademie Villigst, in deren Auftrag die Gewaltdeeskalationstrainerinnen Frauke Brod und Ursula Becker das Friedensstifterprojekt vorantrieben.

Finanziell wurde das Projekt durch den Kinder- und Jugendplan des Landes NRW, der Ev. Kirche von Westfalen, der Diakonie Rheinland/Westfalen/Lippe sowie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen, Jugend (LAP) ermöglicht. „Weder die Stadt, noch die Kirche oder der Elternverein hätten das Projekt allein finanzieren können“, meinte der Erste Beigeordnete Frank Schweppe. „Erst im Zusammenwirken haben wir das Projekt auf den Weg gebracht“.
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