Gute Getreideernte, weniger Kartoffeln

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Zufrieden und dankbar zeigt sich der Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe (Kreis Unna, Städte Bochum, Dortmund, Hamm und Herne), Hans-Heinrich Wortmann, mit der Ernte. (Foto: privat)
 
Noch sind nicht alle Früchte eingebracht. Dieser Mais wartet darauf, geerntet zu werden. (Foto: privat)

Kreis Unna. Beim Erntedankfest am vergangenen Sonntag (6. Oktober) heißt es, "Dank zu sagen und Rückschau zu halten", so der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe (Kreis Unna, Städte Bochum, Dortmund, Hamm und Herne), Hans-Heinrich Wortmann.


„Wir können in unserer Region mit der Ernte zufrieden sein; es gab weder Missernten noch Katastrophen“, sagt Wortmann. „Es war ein witterungsmäßig und somit ackerbaulich interessantes Jahr mit positiven Überraschungen“, fasst er zusammen. Der Winter sei lang und kalt gewesen und so seien die Kulturen mit einer Verzögerung von zwei bis drei Wochen in das Frühjahr gestartet. Allerdings hätten die Pflanzen diese Zeit gut überstanden, denn es habe keine so extrem niedrigen Frosttemperaturen ohne schützende Schneedecke wie im letzten Jahr gegeben. Danach habe sich ein kaltes feuchtes Frühjahr angeschlossen.

„Pünktlich zur sommerlichen Ernte kam die Kehrtwende mit viel Sonnenschein und hohen Temperaturen“, sagt Wortmann. Das sei die richtige Witterungskombination für das Getreide gewesen. „Gute Erträge, gute Qualitäten und gute Erntebedingungen“, fasst er zusammen. „Mai kühl und nass, füllt des Bauern Scheun und Fass“, habe sich in diesem Jahr besonders beim Weizen bewahrheitet. Im Mai werde im Getreide das Korn ausgebildet, da sei es wichtig, dass diese Phase lang sei und die Pflanze genügend Nährstoffe und Wasser bekomme. Die trockene Phase im Sommer sei dann zwar sehr positiv für die Getreideernte gewesen, die zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Feld stehenden Früchte wie Kartoffeln, Mais, Rüben und Gemüse hätten jedoch zum Teil stark unter dem Wassermangel gelitten.

Die Früchte im Detail: Bei der Wintergerste und Raps liegen die Erträge im guten Durchschnitt, schwanken jedoch regional. Ähnlich sieht es bei Roggen, Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen) und Hafer aus. „Die Erträge beim Weizen sind durchaus gut, vereinzelt sehr gut“, freut sich der Vorsitzende.

Noch ist jedoch nicht alles unter Dach und Fach: Mais und Kartoffeln werden aktuell geerntet. Die Maiserträge sind je nach Bodengüte sehr unterschiedlich. Wo der Mais unter der Sommertrockenheit gelitten hat, sind deutliche Ertragsverluste zu verzeichnen, ansonsten sieht es aktuell nach zufrieden stellenden Erträgen aus. Bei Kartoffeln allerdings sind die Erträge deutlich reduziert. „Im Frühjahr haben die Pflanzen zunächst ausreichend Knollen angesetzt, dann aber mit einsetzender Trockenheit wieder reduziert “, erläutert Wortmann. Die Qualität sei gut, die Menge aber geringer. Ebenfalls noch nicht eingebracht sind die Zuckerrüben, deren Ernte beginnt in einigen Tagen.

Was machen die Preise? Der Getreidepreis liegt zum jetzigen Zeitpunkt rund ein Viertel unter Vorjahresniveau. Mit einem Blick auf die Versorgung der internationalen Märkte sagt Wortmann, dass er jedoch nicht damit rechne, dass sie ins „Bodenlose sinken“. Ebenso wenig werden die Lebensmittelpreise „durch die Decke gehen“. Nahrungsmittel waren bisher inflationshemmend und werden sich jetzt im Rahmen der allgemeinen Inflation bewegen. „Nahrungsmittel sind in Deutschland immer noch sehr preiswert. Für ein Stück Butter muss ein Arbeitnehmer heute nur noch durchschnittlich vier Minuten, für einen Liter Milch drei Minuten arbeiten“, stellt Wortmann heraus.
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