Im Keller ist Licht an

Anzeige
Rot schimmert die Installation „Lichtgeschwindigkeit“.
 
John Jaspers, Chef des Internationalen Lichtkunstmuseums in Unna, ist stolz auf den neuen Ausstellungskatalog.
Unna. Tief unter der Erde in den Kühlräumen und Gär­becken der ehemaligen Lindenbrauerei strahlen die speziell für Unna ­kreierten Licht-Raum-Instal­lationen in besonderem Licht. Oberirdisch gibt es nur wenig Hinweise auf die außergewöhnlichen Dinge, die der Besucher ein paar Meter tiefer erleben kann.

Werbung für das besondere Museum macht der 52 Meter hohe Schornstein der Lindenbrauerei mit der nachts weithin sichtbaren, blau leuchtenden Zahlenreihe. Rot schimmert die Installation „Lichtgeschwindigkeit“ aus dem Foyer des Gebäudes auf den Lindenplatz. Und seit Oktober 2012 lädt der Schriftzug „Mehr Licht“ über dem Eingang des Zentrums für Information und Bildung (zib) ein zum ‚Erlebnis Licht‘.

„Das Zentrum für Internationale Lichtkunst ist so einzigartig, dass es verdient, zu einem echten, globalen Mittelpunkt ausgebaut zu werden“, sagt John Jaspers, seit März 2012 Geschäftsführer. „Hier gibt es wirklich die Rembrandts und van Goghs der Lichtkunst weltweit.“ Um diese kostbaren Schätze weiter bekannt zu machen, ist jetzt ein neuer Sammlungskatalog „Die Essenz des Lichts“ erschienen. 140 Seiten geben einen Einblick in die Entstehung des Zentrums für Lichtkunst, das mit dem Einzug in die Braustätte im Jahr 2001 eindrucksvoll das Kapitel Strukturwandel belegt. Ausführlich auf großformatigen Fotos werden die ausgestellten Werke erläutert und die renommierten Künstler vorgestellt.

„Mit dem neuen Katalog wollen wir den Lesern das Gefühl vermitteln, das sie beim Besuch der Lichtkunst erwartet“, erklärt Jaspers und schränkt sofort ein, dass nur ein persönlicher Besuch in den Lichtkunst-Kellern die Besonderheiten der Ausstellung erleben lässt. „Dabei sind alle Sinne betroffen, denn nicht nur die Lichtinstallationen wirken auf den Besucher, sondern auch die Eigenarten der Räume. Es ist wirklich anders, dieses Museum zu besuchen.“

Zweisprachig, deutsch und englisch, sind die Katalog-Texte verfasst, damit sich auch die Gäste aus dem Ausland über Unnas Lichtkunst informieren können. Stolz berichtet Jaspers über den kürzlichen Besuch von Vertretern der Hayward Gallery aus London oder des Guggenheim Museums aus New York. „Vielleicht ist das Zentrum im Ausland bekannter als in Deutschland und der Region“, sagt der Niederländer. Doch das kann sich bald ändern, denn in den vergangenen Wochen haben sich TV-Sender die Klinke in die Hand gegeben. So drehten Redaktionsteams von der „Sendung mit der Maus“, von „Planet Wissen“, vom WDR und vom Schweizer Fernsehen Beiträge von der Lichtkunst in Unna.

Im Ausland bekannter als in heimischer Region

Nicht nur internationales Publikum und Besucher aus allen teilen Deutschlands sollen in die ehemalige ­Stätte der Bierproduktion nach Unna kommen und über die Lichtinstallationen staunen. Jaspers will auch die heimischen Bewohner ansprechen. „Wir arbeiten daran, die Besuchsmöglichkeiten individuell anzupassen, um das Museum weiter zu öffnen.“ Spontane Besuche, ohne Verpflichtung an einer Führung teilzunehmen, sollen angeboten werden. Geplant sind außerdem Workshops, Aktionen für Schulklassen, Kindergruppen, Familien, Wechselausstellungen, Konzerte, Tanz- und Theaterprojekte. Jaspers will das Licht aus dem Museum im Keller in die Stadt, die Region und in das tägliche Leben der Menschen bringen. Dazu trägt auch der neue Katalog bei ...
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.