Werkstatt-Berufskolleg setzt Signal für vereintes Europa

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Die stellvertretende Bürgermeisterin Renate Nick empfing die Gäste aus Polen und Italien sowie Schüler des Werkstatt-Berufskollegs samt Schulleiter Dieter Schulze im Rathaus. (Foto: privat)

ewoca3 – hinter diesem Namen verbirgt sich ein internationales Jugendprojekt, an dem sich das Werkstatt-Berufskolleg beteiligt. Bis zum 31. Juli sind 16 Jugendliche aus Polen und Italien in Unna zu Gast. Ihr Auftrag: Unter dem Motto „Re:Make – Back to Nature“ planen und errichten sie mit ihren Gastgebern einen Erholungspark für die Naturfreunde e.V. in Schwerte.

„Ich bin beeindruckt, dass sich junge Menschen während der Sommerferien für nachhaltige Projekte engagieren, anstatt die freie Zeit zu genießen. Denn wenn Jugendliche verschiedener Nationen die Möglichkeit haben, gemeinsam zu arbeiten, fördert das politisches Verständnis und Miteinander und damit ein ganz praktisch vereintes Europa“, sagte Renate Nick, stellvertretende Bürgermeisterin der Kreisstadt Unna, in ihrer Begrüßungsrede im Rathaus. Während die einen über Grenzschließungen und mehr Abschottung diskutieren, setze die internationale Jugendbewegung ein gemeinsames Zeichen für ein offenes Europa.

Die jungen Menschen zwischen 16 und 23 Jahren, die jetzt in Unna aktiv sind, haben sich bereits in Kreisau (Polen) und Cisterna (Italien) kennengelernt. In den vergangenen zwei Jahren realisierten sie dort mehrere Projekte. In Deutschland wollen sie für die Naturfreunde e.V. in Schwerte, die sich für Umweltschutz und eine nachhaltige und zukunftsfähige Lebensweise einsetzen, einen Erholungspark errichten.

Unter fachkundiger Anleitung von Experten aus den drei Partnerländern legen sie Wege an, bauen Zäune und konstruieren Sitzgelegenheiten. Fast alle Teilnehmer sind von Beginn an dabei. „Anfangs blieben die Gruppen noch unter sich, mittlerweile haben sie Freundschaften geknüpft, die sie in der Zwischenzeit über facebook und Co. pflegen“, berichtet Schulleiter Dieter Schulze. Sprachbarrieren überbrückten sie mit Händen und Füßen oder Englisch. Das Projekt habe die jungen Menschen durchaus in ihrer Persönlichkeit geprägt: „Durch die praktische Arbeit und den intensiven Austausch in der Gruppe haben sie Selbstbewusstsein, interkulturelle Kompetenzen und Fremdsprachenkenntnisse erweitert“, fügt Schulsozialarbeiter Kevin Ewe hinzu, der die Jugendlichen betreut und begleitet.

Während der Projektzeit lernen die Besucher aus Polen und Italien auch die Ruhrgebietsregion kennen: „Wir wollen auch mit gemeinsamen Aktionen die Lust auf ein starkes gemeinsames Europa festigen“, betont Dieter Schulze. Sein Fazit: ewoca3 bietet die Chance, der feindseligen Stimmung und Skepsis in Europa entgegenzuwirken.

Das Werkstatt-Berufskolleg beteiligt sich auch an dem Projekt „Pimp my Europe“, in dem es darum geht, eine Perspektive für Europa zu schaffen und den konstruktiven Austausch zwischen jungen Menschen und Politikern zu fördern. ewoca³ ist ein Programm des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk e.V., gefördert vom Land Nordrhein-Westfalen und der Stiftung Mercator, das internationale Jugendbewegungen unterstützt.
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