Das Natürlichste auf der Welt: Unnaer Zentrum für Geburt und Elternschaft auf dem Weg in die Zukunft

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Kerstin Toms (l.) und Judith Dauber (r.) arbeiten als Hebammen unter dem Dach des Vereins.
 
„Die Musikzwerge“ unter der Leitung von Birgit Nakken (l.) ist ein Angebot für die „gro­ßen“ Kinder und steht damit für den neuen Weg, den der Verein in Zukunft gehen will.
Unna: Zentrum für Geburt und Elternschaft |

Entstanden ist das Zentrum für Geburt und Elternschaft e.V. aus einer großen Unzufriedenheit heraus. „Die Geburtshilfe in Deutschland Anfang der 80er-Jahre ließ viele Wünsche offen“, erklärt Martin Krehl, heute 2. Vorsitzender im Verein.



Ein bisschen Elefantenturnen vor der Geburt, die Geburt selber dann im Krankenhaus, selbst vom Stillen wurde abgeraten, und dann noch ein bisschen Rückbildung – das war‘s. Im Zuge von Emanzipation und Selbstbestimmung verlangten die Frauen aber zunehmend nach Alternativen – auch im Bereich Schwangerschaft, Geburt und Mutterschaft. Und so beschloss in Unna eine handvoll schwangerer Frauen und junger Mütter, für frischen Wind zu sorgen.

Das war schon ein ganz besonderer Haufen“, schmunzelt Martin Krehl nicht ohne Bewunderung. Denn die Frauen schafften es, sich mit ihren für damalige Verhältnisse exotischen Ideen durchzusetzen und selbst Krankenhäuser so unter Druck zu setzen, dass ihre Ideen mehr und mehr Eingang fanden auch in die klinische Geburten- und Schwangerenbetreuung.

Frauen mehr Selbstvertrauen geben


Dabei ging es – und geht es nach wie vor – vor allem um die Stärkung der Eigenverantwortung. „Eine Schwangerschaft und auch die Geburt sind ganz natürliche Vorgänge, die wenig von außen beeinflusst werden müssen“, erläutert Hebamme Judith Dauber. „Und wenn man die Mutter lässt, weiß sie auch im Normalfall, was am besten für sie und ihr Kind ist“ – und erteilt mit dieser Aussage auch den „grassierenden“ Wunsch-Kaiserschnitten oder genetischen Kontrollen beim Fötus eine Absage.

Standen am Anfang des Zentrums – damals noch an der Hertinger Straße – vor allem Kurs- und Vortragsangebote im Vordergrund, wuchs im Verein mehr und mehr der Wunsch, gebärenden Frauen eine andere Alternative als entweder Haus- oder Klinikgeburt zu bieten. So entstand 2004 unter dem Dach des Vereins an der Wasserstraße das Geburtshaus Unna.

Die Nachfrage ist gleichbleibend hoch


Hier erhalten schwangere Frauen eine umfassende Betreuung durch die hier tätigen fünf Hebammen – angefangen von der Schwangerenvorsorge über Hilfe bei Beschwerden bis hin zur Geburtsbegeleitung und Wochenbettbetreuung. Ausdrücklich nicht ausgenommen ist dabei auch die Risikobetreuung. Im Schnitt verzeichnet das Geburtshaus 120 Geburten pro Jahr. „Eine seit zehn Jahren gleichbleibend hohe Nachfrage“, betont Hebamme Kerstin Toms. Seit 2008 ist das Unnaer Geburtshaus von der deutschen Gesellschaft für Qualitätssicherung zertifiziert.

Der Verein „Zentrum für Geburt und Elternschaft“ hat mittlerweile 170 Mitglieder und finanziert seine Arbeit über Kursgebühren und Mitgliedsbeiträge. „Unser Problem ist, dass unsere Klientel stetig kommt – und dann wieder geht“, schmunzelt Martin Kehl. Denn das Kursangebot des Vereins ist zwar umfassend, konzentriert sich aber auf die Zeit der Schwangerschaft bis zwei Jahre danach. „Deshalb wollen wir in Zukunft unser Konzept ausweiten – und damit auch für eine noch bessere Auslastung unserer Räume sorgen“, erklärt Kehl.

Neben Vor- und Nachsorgeangeboten wie Schwangerschaftsgymnastik und Rückbildung bietet das Zentrum auch ungewöhnliche Kurse an wie zum Beispiel Schwangeren-Yoga. Immer gut gebucht ist der PEKiP-Kurs, und auch der Babymassagekurs mit Christina Jaeckel oder die Musikzwerge mit Birgit Nakken sind stark gefragt. Die regelmäßigen Vorträge über die Vor- und Nachteile des Impfens sind ebenfalls gut besucht, „aber in Zukunft wollen wir eben auch Eltern mit Kindern bis ins Grundschulalter ansprechen“, erläutert Martin Kehl.

Auch was für die Größeren


Ein erster Versuch, ein solches Angebot zu etablieren, ist aber zunächst gescheitert. „Wir haben einen zehnwöchigen Kurs für Yoga für Grundschulkinder angeboten, dafür haben wir leider ganz knapp nicht genügend Anmeldungen bekommen“, wundert sich Martin Kehl etwas über die verhaltene Resonanz. Doch im Herbst möchte man einen neuen Versuch starten – und bis dahin auch an weiteren neuen Angeboten arbeiten.

Info:


Zentrum für Geburt und
Mutterschaft
Wasserstraße 25
Tel. 02303/12630,
montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr
www.zentrumfuergeburt.de

Geburtshaus Unna
Tel. 02303/253725,
montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr
www.geburtshausunna.de
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