Unnaer Verein für Deutsche Schäferhunde blickt auf 90 Jahre erfolgreichen Hundesport zurück

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Wilfried reckmann mit Akku (Foto: Prochnow)
 
Gegründet wurde der Verein bereits 1923. Hier ein Gruppenbild aus den 50er Jahren. (Foto: Verein)
Von Jörg Prochnow

Unna. Fragt man Wilfried Reckmann aus Unna, wieviele Schäferhunde er in seinem Leben bereits ausgebildet hat, muss der 60-jährige Hundesportler erst einmal kurz nachdenken. „So um die 20 werden es wohl in dieser Zeit gewesen sein.“

Wie tief die Zuneigung zu dieser Rasse ist, zeigt allein schon die Tatsache, dass er ihr seit seinem 14. Lebensjahr die Treue hält. Trotz zeitweiliger negativer Schlagzeilen und zunehmender Konkurrenz des belgischen Schäferhundes ist sich Reckmann relativ sicher, dass der Deutsche Schäferhund wieder im Kommen ist.

Doch was genau fasziniert ihn an dieser Rasse? Reckmann: „Im Vergleich zu einigen anderen Gebrauchshunden lässt sich der Deutsche Schäferhund leicht ausbilden. Er ist in jeder Situation steuerbar und verfügt über ein ausgeglichenes Wesen. Außerdem gefällt mir seine Anatomie und seine Leistungsfähigkeit“. Ferner habe sich, so erklärt er weiter, der gesundheitliche Zustand der Rasse in den letzten Jahren wieder gebessert.

Neben zahlreichen Erfolgen im Gebrauchshundesport ist Reckmann darüber hinaus etwas gelungen, was sich viele Väter heutzutage wünschen: Er konnte seine Begeisterung für diese Hunderasse und den Sport damit voll auf seine beiden Kinder übertragen. Sein Sohn Björn (27), der mittlerweile im nahen Münsterland lebt, bildet Schutzdiensthelfer für andere Vereine aus und führt selbst äußerst erfolgreich Deutsche Schäferhunde auf Prüfungen und Turnieren. Vor wenigen Wochen erst belegte er auf einem großen Ausscheidungskampf in Dülmen den ersten Platz.

Tochter Jessica (31) war Teilnehmerin der Deutschen Meisterschaft und auch überregional erfolgreich mit ihren Hunden. In diesem Jahr feiert die Ortsgruppe Unna im Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) ihr 90-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass führte der Verein am 25. Mai auf dem Vereinsgelände einen Pokal­kampf mit 15 Teilnehmern aus der näheren und weiteren Umgebung durch. Geprüft wurden die Starterteams in den Disziplinen Unterordnung und Schutzdienst. Den Wanderpokal konnten die beiden Vereinsmitglieder Petra Rüffler mit „Alaska vom Wolfsfire“ (Unterordnung 86 Punkte) und Carsten Röder mit „Franco von Gut Korten“ (Schutzdienst 85 Punkte) in Empfang nehmen.
Sieger nach Punkten wurde ein auswärtiges Team. Sven Viebahn mit seinem „Artus vom grauen Ma-Holt“ und Jessica Kleemann mit ihrer „Dina vom Patriot“ errangen zusammen 191 Punkte. Erfolgreichster Einzelstarter war Christian Kohl mit seinem „Alex vom Haus Lohe“. In der Unterordnung (93 Punkte) und im Schutzdienst (88 Punkte) kam er auf 181 Gesamtpunkte. Gegründet wurde der Verein bereits im Jahr 1923 mit dem Ziel der Aufzucht und artgerechten Haltung des Deutschen Schäferhundes.

Das erste Vereinsgelände befand sich damals noch in der Stadtmitte, nahe dem „Oller Kotten“. Irgendwann, im Laufe der Jahre, zogen die Hundesportler dann an die Peripherie der Kreisstadt und trainieren heute an der Steinkuhle nahe der B1.

Das heutige Vereinsheim besteht in seiner jetzigen Form seit 1985. Nach eigenen Angaben ist es eine eher kleine Ortsgruppe, die allerdings eine recht hohe Erwartungshaltung an den sportlichen Ehrgeiz seiner zurzeit 27 aktiven Mitglieder hat. „Nachwuchsmangel ist kein Thema für uns“, erklärt Wilfried Reckmann, der dem Verein seit 1996 als erster Vorsitzender vorsteht.“ Ein größeres Problem ist eher, geeignete Schutzdiensthelfer zu bekommen – und zu halten“.

Seine Hochzeit hatte die SV-Ortsgruppe in den achtziger bis Mitte der neunziger Jahre, als sich bis zu 35 Mitglieder mit teilweise 40 Hunden auf dem Übungsplatz tummelten. Trotz der Treue zum Deutschen Schäferhund hat man in Unna kein Problem mit Liebhabern anderer Rassen. Dreimal in der Woche trainiert eine private Hundeschule auf dem Übungsplatz und versucht, Hundebesitzern die Grundbegriffe des Gehorsams zu vermitteln.

Auch wenn Wilfried Reckmann momentan mit der Zahl seiner aktiven Mitglieder zufrieden ist, insgeheim hofft er wahrscheinlich doch, dass der eine oder andere den Weg aus der Hundeschule in den Hundesport findet.
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