„Jeder sollte sich integrieren“

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Seit ihrem zweiten Lebensjahr lebt Yeter Ölmez in Deutschland. Sie selbst bezeichnet sich als eine in der Türkei, in Ostanatolien geborene Kurdin. In Deutschland fühlt sie sich „aufgenommen“ und zu Hause. Sprache und damit eng verbunden ‚Integration‘ war für Yeter Ölmez nie ein Problem. „Da ich als kleines Kind mit meinen Eltern und Geschwistern nach Deutschland gezogen bin, hatte ich nie Sprachprobleme“, so die Kurdin. „ Ich habe einen Schulabschluss und bin gelernte Zahnarzthelferin.“ Yeter Ölmez arbeitet in Teilzeit, schließlich wollen auch ihre drei Kinder, 16, zwölf und zehn Jahre alt, betreut sein. Viel Zeit bleibe nicht, trotzdem engagiert sich die 37-Jährige ehrenamtlich.
„Wo es geht, helfe ich gern“, so Ölmez. „Viele Frauen, die aus einem anderen Land nach Deutschland kommen, leben zurückgezogen. Sie sind oft schüchtern und trauen sich nicht, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Das liegt oft daran, dass sie nicht gut Deutsch sprechen können.“ Hier kann die fließend Deutsch und Kurdisch sprechende Yeter Ölmez bei vielen kleinen Problemen im Alltag helfen. Gerne nimmt sie daher auch am internationalen Frauenfrühstück der Caritas in Velbert teil, denn hier könne man „wunderbar Kontakte knüpfen“.
Zum Thema Integration hat die mit ihrer Familie in Heiligenhaus wohnende Kurdin eine klare Meinung: „Jeder sollte sich integrieren und dabei versuchen, nicht dickköpfig zu sein. Das geht nur mit Toleranz.“ Sie jedenfalls fühle sich in Deutschland aufgenommen und lebe gerne in Heiligenhaus.
Sie ist Muslimin, doch sie betet nicht. „Ich kann den Koran lesen, aber lebe nicht nach den fünf Pflichten. Der Islam kennt keinen Zwang“, betont die Kurdin. Einen Moslem sollte man erst einmal als Mensch sehen.
Besonders vor dem Hintergrund der letzten Ereignisse nehme sie häufiger unsichere Blicke wahr, die sich auf Kopftuchträgerinnen richten. „Im Namen Gottes zu töten, das geht gar nicht“, redet sich die Mutter von drei Kindern in Rage. „Das steht ganz eindeutig im Widerspruch zum Koran und ist die größte Sünde.“
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