Forum: Bürger wollten`s wissen!

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Auch das Herzstück des Forums Niederberg, die Bühne, ist in die Jahre gekommen.
 
Die Auftaktveranstaltung im Anschluss an die Führungen war gut besucht und es kam zu einem regen Austausch. (Foto: PR)
Auftaktveranstaltung und „Blick hinter die Kulissen“ lockte viele Besucher ins Forum Niederberg


Für das Forum Niederberg ist ein neues Nutzungskonzept geplant. Das Besondere daran: Die Bürger sollen mit ins Boot genommen werden und können durch einen Bürgerbeteiligungsprozess Einfluss auf die zukünftige Entwicklung nehmen. Jetzt nahmen viele Bürger die Einladung der Stadt Velbert an und informierten sich auf der offiziellen Auftaktveranstaltung über die Notwendigkeit der Neukonzeption „ihres“ in die Jahre gekommenen Konzert- und Theaterhauses.


Man konnte fast meinen, die wartenden Gäste im Foyer des Forums freuen sich an diesem Nachmittag auf einen unterhaltsamen Konzertabend im großen Theatersaal des Hauses. Doch die Türen des Saals haben sich schon vor geraumer Zeit geschlossen. Der Grund: Brandschutzmängel. Heute sind die rund 300 Gäste aus einem anderen Grund hier versammelt: Es geht um nicht weniger als die Zukunft des einzigen Veranstaltungshauses von Velbert-Mitte. Bevor es zur offiziellen Auftaktveranstaltung mit Bürgermeister, Vertretern der Velberter Veranstaltungsbetriebe und Projektbeteiligten der Beratungsgesellschaft geht, wird es für viele der Besucher noch einmal nostalgisch. In kleinen Gruppen gibt es für sie die Gelegenheit einen Blick „hinter die Kulissen“ des 34 Jahre alten Gebäudes zu werfen. Nicht wenige von ihnen standen schon auf der Bühne des Hauses, sei es als Sänger, Schauspieler oder Musiker. Schnell wird ihnen klar - hier ist noch viel mehr in die Jahre gekommen, als nur der Brandschutz. Gemeinsam taucht man unter fachkundiger Führung ab in die „Katakomben“, vorbei an Künstlergarderoben, Stimmzimmern, Künstlereingängen, Lagerräumen für Requisiten - steigt Treppen herab, vorbei an alten Veranstaltungsplakaten, die an die zahlreichen hochkarätigen Künstler-Auftritte erinnern. Während hier eher der „Charme vergangener Tage“ vorherrscht, wird es bei der Betrachtung diverser technischer Details ernst.

Technik nicht mehr zeitgemäß

„Während im Foyer und in den für die Gäste sichtbaren Räumlichkeiten nach wie vor der, für das Forum bekannte Wohlfühlcharakter vorherrscht, ist `Backstage`einiges im Argen. Die nicht mehr zeitgemäße Technik ist dabei oft ein Sicherheitsproblem“, so Holger Syhre, Betriebsleiter des Kultur- und Veranstaltungs-Betrieb Velbert (KVBV), während einem der Rundgänge. „Die total veraltete Brandmeldeanlage im Pförtnerbereich ist hierfür exemplarisch. Die Rauchklappen müssen alle noch per Hand aufgedrückt werden.“ Da der Theatersaal direkt mit dem Foyer verbunden sei, würde außerdem bei einem Brand der Rauch via Lüftungsanlage in jegliche Bereiche des Hauses gebracht. Ein großes, wenngleich nicht das einzige Problem hinter den Kulissen: In der Heizzentrale arbeiten die Kessel nur noch teilweise, das alte Diesel-Notstromagregat zeigt Verschleißerscheinungen, die Telefonanlage ist veraltet und auch eine moderne Leittechnik gibt es im Forum nicht - heute unerlässlicher Standard.

Regelmäßige Sanierungs- und Wartungsarbeiten

Die unterschwellige Kritik der Besucher, man habe zu lange mit den Sanierungsarbeiten gewartet und müsse sich jetzt nicht über den Renovierungsstau wundern, lässt Holger Syhre nicht gelten: „Es wurde in den letzten Jahren regelmäßig in die Instandhaltung der Anlagen investiert. Allein in den vergangenen drei Jahren 1,5 Millionen Euro. Doch alle Reparaturen und Wartungen können nicht dem Anspruch an ein modernes Veranstaltungshaus gerecht werden.“ Wenn bei einem Auto der Motor kaputt sei, helfe auch die schönste Karosserie nichts, so der Stadtmitarbeiter. Besonders zeigt sich das den Gästen, als sie das Herzstück des Hauses, die Bühne, betreten. Der Bühnenboden vom Stein der Zeit gezeichnet, die Maschinerie des Schnürbodens in die Jahre gekommen - Investitionen soweit das Auge reicht.

Fördergelder sind nötig


Doch bevor die Stadt Geld in die Hand nimmt, muss ein neues Konzept für die Nutzung des Hauses erstellt werden. Denn, so Syhre, um für die Sanierung Fördergelder generieren zu können, müsse eine Veränderung der Nutzung dokumentiert werden, hin zu mehr Auslastung.Die Stadt allein könne die Sanierung finanziell nicht stemmen, umso wichtiger sei ein Umdenken bei der Nutzung des Hauses. Syhre: „Die Besucherzahlen reichen nicht. Selbst in den Abendstunden gibt es nicht ausreichend Veranstaltungen.“ Das betonte auch Bürgermeister Dirk Lukrafka in seinem Statement während der anschließenden Auftaktveranstaltung und plädierte für ein Forum mit mehr Leben - auch tagsüber. Gerade hinsichtlich der zukünftigen räumlichen Nähe zur geplanten Stadtgalerie.
Der Tenor der anschließenden Auftakt-Veranstaltung hieß daher auch: Wie das Forum zukünftig mit Leben gefüllt wird, bestimmen die Velberter Bürger. Dabei werden alle Interessengruppen berücksichtigt. Bisher ist nichts entschieden. Syhre: " Der Prozess ist noch vollkommen ergebnisoffen. Die Sorgen und Befürchtungen der Bürger sind auf der Veranstaltung deutlich geworden. Auch die Sorge, dass das Historische Bürgerhaus in Langenberg nun als Ersatz für das Forum fungieren soll, ist unbegründet." Sicher sei derzeit: Velbert-Mitte brauche einen Veranstaltungssaal - in welcher Form, das werde nun in Zusammenarbeit mit den Menschen dieser Stadt erarbeitet. Eine Plattform hierfür wurde geschaffen.
Dass die Bürger ìhren`Theatersaal behalten möchten, wurde klar. Jetzt müssen sie aktiv werden: Ideen sind gefragt.

Die nächsten Schritte:

Zukunftswerkstätten: Im Februar sind weitere Workshops geplant.

Ein tragfähiges Konzept soll Ende des Frühjahrs der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Die Projektwebseite der Beratungsgesellschaft Richter Beratung informiert unter www.zukunft-buergerforum-niederberg.de während der gesamten Projektphase über alle Termine, Neuigkeiten, Fortschritte und den jeweils aktuellen Stand.
Alle Interessierten können hier ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen einbringen.
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