Theater bei der Lebenshilfe – „Ja! und Nein! Und lass das sein!“

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Immer wieder beziehen die Schauspieler ihr Publikum mit ein. (Foto: Lebenshilfe/Kreisvereinigung Mettmann)
Velbert: Wohnheim der Lebenshilfe Velbert | Theaterstück für Menschen mit Behinderung bei der Lebenshilfe

Die Lebenshilfe/Kreisvereinigung Mettmann lud ihre Bewohner zu einem pädagogischen Theaterstück ein, in dem das Recht auf körperliche Grenzen thematisiert wird. Veranstaltungsort war das Wohnheim in Velbert.

„Wobei habt ihr denn ein Ja-Gefühl, also was mögt ihr gern?“, fragte Schauspielerin Simone Heiser und bekommt Eis-Essen, Musikhören und Entspannen als Antworten. „Und wobei habt ihr ein Nein-Gefühl?“, fragte sie weiter und stieg damit direkt ins Thema des interaktiven Theaterstücks ein: Über die eigenen körperlichen Grenzen zu bestimmen.
Dieses Grundrecht bei Menschen mit Behinderung zu schärfen und sie für das Thema zu sensibilisieren, ist Ziel des Theaterstücks „Ja! und Nein! Und lass das sein!“ der theaterpädagogischen Werkstatt aus Osnabrück. Das Programm wurde mit leichter Sprache und viel Interaktion speziell für Menschen mit Behinderung entwickelt. Die Lebenshilfe hatte die Theatergruppe eingeladen, um ihren Bewohnern das Recht zu vermitteln, über ihren Körper und ihre Sexualität zu bestimmen. Denn Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung werden immer noch häufig Opfer von sexuellem Missbrauch.
Mit theaterpädagogischem Spiel wird gemeinsam die Erfahrung gemacht, dass jeder Mensch körperliche Grenzen hat. Auch Thomas Stumpf, Leiter des Wohnheims in Velbert, war aufgefordert, während der Aufführung seine Grenzen deutlich zu machen, als ihn Schauspieler Stephan Tillmanns stürmisch umarmt – ohne vorher zu fragen. Die Aktion war jedoch im Vorhinein abgesprochen und Teil des Programms. Das Duo brauchte keine große Bühne, um das Thema zu vermitteln. Zwischen den einzelnen Szenen suchte es immer wieder das Gespräch mit dem Publikum. Thomas Stumpf zieht ein positives Fazit: „Alle Zuschauer haben sich auf jeweils unterschiedliche Weise rege beteiligt, die Darbietungsform war also sehr zielgruppenorientiert und passte.“ 
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