Vom Schüler zum Bettler

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Mit Bauchläden und Spendendosen machten sich die Sechstklässler des Nikolaus-Ehlen-Gymnasiums auf den Weg in die Velberter Innenstadt. Sie beteiligten sich an der Aktion „Straßenkind für einen Tag“ der terre-des-hommes-Gruppe Velbert.
Velbert: Innenstadt | „Wollen Sie etwas spenden?“, fragt ein Sechstklässler gestern Mittag eine Passantin in der Velberter Innenstadt. Er erntet einen abfälligen Blick und ein deutliches Nein.Nein, die Schüler des Nikolaus-Ehlen-Gymnasiums sind nicht auf die Almosen der Bürger angewiesen. Sie sind ganz bewusst für einen Tag in die Rolle eines Straßenkindes geschlüpft, wollten wissen, wie es sich anfühlt, für sein Geld auf der Straße zu arbeiten oder gar zu betteln.

Die sechsten Klassen des Velberter Gymnasiums nahmen zum wiederholten Mal an der Aktion von „Terre des hommes“ teil. Dem Kinderhilfswerk ist es ein Anliegen, auf die schätzungsweise 100 Millionen Kinder weltweit hinzuweisen, die die Straße als Lebensmittelpunkt haben. „Die Gründe, warum sie auf der Straße leben, sind vielfältig“, weiß Renate Surminski von der terre-des-hommes-Gruppe Velbert. „Manche fliehen vor Misshandlungen oder Armut in der Familie, andere haben ihre Eltern verloren und wissen nicht wohin. Ihr Zuhause ist die Straße.“ Weiter erklärt sie: „Um zu überleben, müssen sie arbeiten, beispielsweise als Schuhputzer, als Lastenträger auf dem Markt oder als fliegender Händler auf der Straßenkreuzung. Viele gehen nicht zur Schule, besuchen nie einen Arzt und haben keine Chance auf eine Ausbildung und ein würdiges Leben. Ihre Rechte werden täglich missachtet und sie brauchen unsere Hilfe.“
Aus diesem Grund richtet das Kinderhilfswerk terre des hommes zum Jahrestag der Kinderrechtskonvention am 20. November den Aktionstag „Sichtwechsel - Straßenkind für einen Tag“ aus. Und so machten sich auch die Velberter Gymnasiasten auf mit ihren Bauchläden, um Taschentücher oder andere kleine Sachen zu verkaufen.
Schnell merkten sie: Es ist gar nicht so leicht, an das Geld anderer Menschen zu gelangen!

Entsprechend groß war die Freude über jeden Euro, der in einer der Spendendosen landete. „Ich habe schon sechs Euro“, rief ein Schüler nach wenigen Minuten begeistert. Wieviel bei der Aktion zusammengekommen ist, stand bis Redaktionsschluss noch nicht fest.
Die gesammelten Spenden kommen dem Straßenkinderprojekt Tuktan Sirpi in Nicaragua zu Gute. Dort finden Straßenkinder Schutz, können sich waschen, bekommen regelmäßig zu essen und ärztliche Versorgung, können die Schule besuchen und auch mal spielen. All das, was für die Schüler vom NEG selbstverständlich ist.
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