Waltrop: Preisgekrönte Idylle - 40 Jahre Gartenstadt

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Im vielfach ausgezeichneten Garten der Gründer-Familie Welling geht es heute geruhsamer zu. Wo vor 40 Jahren Kartoffeln und Kohl wuchsen, gibt es heute eine große Rasenfläche, einen idyllischen Teich und eine Kräuterspirale. Das Foto zeigt Maria Welling (82) mit Schwiegertochter Annette. (Foto: Petra Pospiech)
 
Beim gemeinsamen Grillen werden schnell neue Kontakte geknüpft.

Als "wundervolles Kleinod im Kreis Recklinghausen" bezeichnet Landrat Cay Süberkrüb die Gartenstadt Waltrop in ihrer Festschrift zum 40-jährigen Bestehen. Den Inhabern der 96 Kleingärten bedeutet die preisgekrönte Garten-Idylle noch viel mehr. Sie ist Heimat, luftiger Wohnsitz im Freien, Obst- und Gemüse-Lieferant und nahes Freizeit- und Ferien-Domizil

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Noch heute bewirtschaften einige Gründungsmitglieder ihre Parzellen und erinnern sich gern an die Aufbauarbeiten der ersten Tage.
"Damals vor 40 Jahren war hier noch alles Ackerland, das auf Bestreben von Stadtdirektor a.D. Norbert Frey zur Kleingartenanlage entwickelt wurde", berichtet Wilfried Krüger (72). Durch harte Arbeit gestalteten die 96 Kleingartenfamilien ihre Gartenanlage schnell zu einem Vorzeigeobjekt der Stadt. Doch bis es soweit war, hieß es Ärmel hochkrempeln.
"Alle Männer haben hunderte von Stunden in den Bau der eigenen Gartenhäuser, die Vorbereitung der Beete und der Außenanlagen gesteckt", erinnert sich Ehefrau Renate Krüger (68). "Wir Frauen haben uns um die Aussaat, das Einkochen und die Kinder gekümmert." Dadurch entstanden schnell Freundschaften.

Je ein Drittel Gemüse, Obst und Blumen

Damals mussten strenge Vorgaben für die Bewirtschaftung der Flächen eingehalten werden, die lauteten: Ein Drittel Gemüse, ein Drittel Obst und das restliche Drittel für Blumen und Freizeit. Heute sehen es Wilfried und Renate Krüger gelassener. Sie haben den Gemüse- und Obstanbau reduziert und durch eine bunte Bienenwiese ergänzt. Dafür bringt Wilfried Krüger seine Kenntnisse als Imker in die Gemeinschaft und bei Besuchen von Schulklassen ein.
Auch im vielfach ausgezeichneten Garten der Gründer-Familie Welling geht es geruhsamer zu. Für den langjährigen Vorsitzenden Alfons Welling stand der Gemüse- und Obstanbau an erster Stelle. Maria Welling (82) kann es immer noch nicht fassen, dass ihr Mann im Oktober 2015 bei einem tragischen Unfall auf dem Weg zum Bundesverband der Kleingärtner ums Leben kam. Umso mehr freut sie sich, dass Sohn Frank (52) und Schwiegertochter Annette den Kleingarten übernehmen. Diese erzählt: "Wir haben schon seit 28 Jahren viele Wochenenden mit unseren Kindern im Kleingarten der Schwiegereltern verbracht und jedes Jahr gemeinsam unzählige Gläser Gemüse und Obst eingekocht." Nach der Übernahme wurde der Garten heutigen Bedürfnissen angepasst, Kartoffeln und Kohl mussten einer größeren Rasenfläche Platz machen, der idyllische Teich wurde erweitert und eine Kräuterspirale bepflanzt. So fühlt sich auch die zweite Generation richtig wohl.
Ebenso wie die Gartenstadt-Neulinge Jennifer und René Ruttkowski. Mit ihren Kindern Lena (7) und Louis (5) bringen Jennifer (37) und René (36) wieder junges Leben in die Anlage. "Wir finden es wichtig, dass unsere Kinder sich viel draußen bewegen und lernen, dass Obst und Gemüse nicht im Laden wachsen", betont die junge Familie und genießt es, dass sich ihre Kinder hier ungestört entfalten können und sie sich selber bei der Gartenarbeit und beim Faulenzen entspannen können.
Kontakte zu den Nachbarn haben sie auch schon geknüpft, zum Beispiel bei der Gemeinschaftsarbeit zum großen Jubiläumsfest.
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