Zeltstadt für Flüchtlinge

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Helfer von Katastrophenschutz und Feuerwehr errichten am Montagabend auf einem Nebenplatz des Stadions Wanne-Süd eine Zeltstadt. Die Bezirksregierung Arnsberg hatte die Stadtverwaltung am Mittag kurzfristig darüber informiert, daß sie rund hundert Menschen aufnehmen muss. Foto: Stefan Kuhn
Herne: Sportpark Wanne-Süd |

Es gab eine Zusage der Bezirksregierung: Für die nächsten drei Monate kämen keine weiteren Flüchtlinge nach Herne hieß es von dort. Plötzlich aber sah alles ganz anders aus. Am Montagmittag kam die Weisung aus Arnsberg, Platz für mehr als 100 Flüchtlinge zu schaffen. 95 Menschen waren es dann, die kurz vor zehn und gegen Mitternacht gebracht wurden.

„Wir wurden überrascht“, sagt Horst Schiereck, der an seinem letzten Urlaubstag, gerade wieder in Herne, „alarmiert“ wurde. Am Telefon habe er versucht, wenigstens einen Tag Aufschub zu bekommen, so der Oberbürgermeister weiter. Vergebens. Was er erreichen konnte, war die Ankunft der Menschen bis 21.45 Uhr herauszuzögern, „um eine Zeltstadt zu improvisieren“. Gebäude hätten nicht zur Verfügung gestanden, zumal die Bezirksregierung nicht bereit gewesen sei, die Verantwortung für fehlenden Brandschutz zu übernehmen, fügt Sozialdezernent Johannes Chudziak hinzu. „Das Land steht unter Druck und gibt den an Städte weiter. Wir können nichts nach unten ableiten, wir sind der Letzte in der Nahrungskette“, resümiert der Sozialdezernent.

150 Helfer bauten
die Zeltstadt auf


Noch am Nachmittag wurde der Katastrophenschutz alarmiert. Rund 150 Helfer von DRK, den beiden THW-Ortsverbänden, ASB, Freiwilliger Feuerwehr und Maltesern stellten Zelte auf einem Ascheplatz des Sportparks für die Erstaufnahme auf. Das soll aber nur eine sehr kurzfristige Lösung sein. Wie schon im September letzten Jahres soll die Sporthalle das Lager werden. Doch die muss erst hergerichtet werden. Unter anderem muss ein Untergrund zum Schutz des Hallen-Fußbodens verlegt werden, „Wir hoffen, dass am Donnerstag die Halle belegt werden kann“, sagt Chudziak. Familien mit Kindern könnten möglicherweise schon am Vortag einziehen.
Die Bezirksregierung gehe – so Chudziak – von einer Unterbringung für vier Wochen aus. „Keine Prognose möglich“, so die Ansicht des Stadtrats.
Mitarbeiter der Stadt waren gestern in den Gängen der Sporthalle mit der Erstregistrierung der Angekommenen beschäftigt. Die Verpflegung wird von der St. Elisabeth-Gruppe geliefert und vom DRK verteilt, das schon die Verpflegung der Flüchtlinge in der Steinstraße besorgt. Im September konnte die Stadt auf den Dienstleister European Homecare zurückgreifen. Der hat aber derzeit keine Kapazitäten frei. „Da werden wir selbst anpacken müssen“, sagt der Sozialdezernent.
Nun werden noch weitere neun Personen erwartet. Die von der Stadt Herne zugesagten 104 Plätze sind damit ausgeschöpft.
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