Irische Lebenslust in deutscher Interpretation - Cara bei den Marienthaler Sommerabenden

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Geschafft und glücklich! (Foto: IBo)
Warum spielen Russen nur russische Musik? Weil man Russe sein muss, um die russische Seele zu verstehen. Warum spielen Spanier oder Brasilianer lieber Flamenco und Samba als deutschen Schlager und bayerischen Schuhplattler? Weil die Teutonen-Mucke keine Seele hat!

Und warum spielt (und mag) alle Welt irische Musik? Weil sie Melancholie und Fröhlichkeit in einzigartiger Weise verquickt und so die Seele erfreut. Das wissen auch die vier deutschen Mitglieder von „Cara“ – der Band, die mittlerweile zum dritten Mal die Marienthaler Abende rockte.

Auch das fünfte Bandmitglied – die Pianistin Kim Edgar – ist keine Irin. Sie stammt aus dem schottischen Edinburgh. Zusammen mit Gudrun Walter (Violine, Akkordeon, Gesang), Hendrik Morgenbrodt (Dudelsack), Jürgen Treyz (Gitarre) und Rolf Wagels (Ziegenfelltrommel) bringt sie diesen magischen Liederreigen im regenumströmten Kulturzelt zum Klingen.

Oft ist die Rede von Tod, Trauer, Verzweiflung und Mord. Doch unterm Strich bleibt’s immer irgendwie fröhlich. „Yet we sing!“ – „Trotzdem singen wir“, lautet eines der jüngeren Werke dieser bei aller Erfahrung und Routine frisch gebliebenen Formation. Diese drei Worte fassen so viele Eigenschaften einer Volksseele zusammen, die aus Trauer Mut und aus Verzweiflung tolle Lieder macht.
Cara bringt’s musikalische auf den Punkt und das Marienthaler Zelt zum Swingen. Da mag der Russe schwermütig klagen und der Bayer heiter stampfen oder mit dem Schlager liebäugeln.

An diese befreiende Art notengebundener Lebenslust kommt keine andere Nation heran.
Deshalb steht Deutschland auf Irish Folk. Das funzt. Cara sei Dank!
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