XXXI. Olympiade in Rio: Mit Fair Play nix am Hut

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Schöne Bilder vom
sauberen Sport sollten
Rios Realität verdrängen

Rio de Janeiro 2016, das waren die ersten Olympischen Spiele in Südamerika. Und wahrscheinlich auch die letzten. Nachdem die Olympische Flamme erloschen und die Euphorie verflogen ist, bleibt die Frage, ob es dieses Mega-Ereignis mit seinen 306 Disziplinen heutzutage überhaupt noch braucht. Lässt es sich rational noch rechtfertigen, ohne eine breite Akzeptanz der Bürger nur für eine flüchtige zweiwöchige Party, vollgepackt mit Sport, fünf Milliarden Euro zu verpulvern, wenn Städte oder Regionen eigentlich ganz andere Probleme
lösen müssten?

Schöne Bilder vom sauberen Sport vor traumhafter Kulisse sollten Rios soziale und politische Probleme verdrängen. Doch viele Beobachter vor Ort ließen sich nicht blenden. Mit jeder Medaille, die die unter Dauerverdacht stehenden russischen Sportler gewannen, und mit jedem Weltrekord, der aufgestellt wurde, nagte der Zweifel; und die Doping-Diskussion flammte wieder auf. Vier Gewichtheber, zwei Schwimmer, ein Boxer, eine Läuferin, ein Radfahrer und zwei Kanuten wurden bislang bei den Spielen in Rio de Janeiro positiv getestet. Weitere werden folgen.

Zur Wahrheit Olympischer Spiele gehört aber auch, dass Doper erst viel später erwischt werden. Möglicherweise stellt sich in vier Jahren bei der XXXII. Sommer-Olympiade in Tokio heraus, wer da in Rio so schamlos betrog.

Und was bleibt von den Spielen in der Stadt der Gegensätze in Erinnerung? Neben vielen tollen Sportlern und Leistungen eigentlich nur vom Verkehr hoffnungslos verstopfte Straßen, halbleere Hallen und Stadien sowie einheimische Zuschauer, die mit Fair Play überhaupt nichts am Hut hatten und jeden Konkurrenten der brasilianischen Athleten gnadenlos auspfiffen.

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