Nach Brand und Waffenfund: Polizei setzt Mieter wieder auf freien Fuß

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Die Polizei ermittelt noch wegen des Waffenfundes im Zuge der Brandbekämpfung in einer Scheune in Arnsberg.
Arnsberg: Arnsberg |

Arnsberg. Am Donnerstag gegen 3.15 Uhr wurde die Feuerwehr Arnsberg zur Sunderner Straße in Arnsberg gerufen. Dort hatte ein Zeuge Flammen im Bereich eines Schuppens gesehen. Als die Rettungskräfte eintrafen, fanden sie ein altes Backsteingebäude am Einsatzort vor.

Oberhalb einer Garage in diesem Gebäude stießen sie auf einen Raum, in dem Flammen zu erkennen waren. Nachdem die Tür zu dem Raum aufgebrochen worden war, gelang es der Feuerwehr schnell das Feuer unter Kontrolle zu bringen und zu löschen. Verletzt wurde niemand.

Feuerwehr findet Waffenteile und Munition


Während der Löscharbeiten bemerkten die Feuerwehrleute in dem Raum diverse Waffenteile und Munition. Deshalb wurde der Brandort aus Sicherheitsgründen weiträumig abgesperrt und die hinzugezogene Polizei Arnsberg hat umgehend mit den Ermittlungen begonnen.

Am Donnerstagmorgen wurde der ausgekühlte Brandort von einem Brandsachverständigen in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei eingehend untersucht, um die Ursache des Feuers zu ergründen. Nach dem aktuellen Stand dieser Ermittlungen kann eine technische Ursache, wie beispielsweise ein Kurzschluss in einem Gerät, ausgeschlossen werden. Hinweise, die auf eine vorsätzliche Brandstiftung hindeuten haben sich bislang ebenfalls nicht ergeben.

Vermutlich keine vorsätzliche Brandstiftung


Zeitgleich wurden Spezialisten des Landeskriminalamts NRW hinzugezogen. Es wurden die ungefährlichen Gegenstände in dem Brandraum von den Waffen- und Munitionsteilen getrennt. Dabei stießen die Ermittler auf Teile verschiedenster Waffenmodelle. Außerdem wurden größere Mengen an leeren Munitionshülsen, aber auch schussbereite Munition gefunden. Von besonderer Brisanz im Zusammenhang mit dem Feuer und den Löscharbeiten waren die Mengen an Schwarzpulver und Treibladungen, die sich ebenfalls in dem Raum befanden. Glücklicher Weise sind diese aber während des Feuers nicht zur Umsetzung gekommen.

Die Kriminalpolizei ermittelt jetzt gegen den 54 Jahre alten Mieter des Raums. Es besteht der Verdacht auf Verstöße gegen das Waffen- und das Sprengstoffgesetz. Der Mann wurde am frühen Donnerstagmorgen auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Arnsberg vorläufig festgenommen. Die Ermittlungen zur Brandursache und zu den Verstößen, die dem 54-Jährigen vorgeworfen werden, dauern an.

Chemische Reaktion als wahrscheinliche Ursache


Mit großer Wahrscheinlichkeit haben sich Rückstände, die aus der Herstellung von Munition stammen, aufgrund der herrschenden Temperaturen entzündet. Diese führte in der Folge zu dem Brand.

Gegen den 54-Jährigen Mieter des Raumes dauern die Ermittlungen weiterhin an. Es besteht der Verdacht auf Verstöße gegen das Waffen- und das Sprengstoffgesetz. Ein politischer Hintergrund ist auszuschließen, vielmehr ist der Mann Sammler und Händler. Er wurde am Donnerstagabend in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Arnsberg entlassen.
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