Schulkarussell in Arnsberg: Diskussionen sind noch nicht zu Ende - Ratssitzung am Mittwoch

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Über den weiteren Weg der Theodor-Heuss-Schule in Arnsberg wird der Rat der Stadt am Mittwoch (11. März) entscheiden. Foto: Albrecht
Arnsberg: Arnsberg |

Arnsberg. Der Ausschuss für Schule, Jugend und Familie traf sich zu einer Sondersitzung. Einzige Tagesordnungspunkte waren natürlich die aktuellen Diskussionen um das von vielen Eltern befürchtete „Schulkarussell“ in Arnsberg. Nach ausführlicher Beratung im Ausschuss gab es jedoch keine Empfehlung für eine Entscheidung, die am kommenden Mittwoch, 11. März, im Rat der Stadt Arnsberg fallen soll.

Nach der Informationsveranstaltung für Eltern der betroffenen Theodor-Heuss-Schule sowie der Realschule am Eichholz mit einigen Lokalpolitikern im Februar, hatte die Verwaltung der Stadt die Sachlage nun in Form von Vorlagen auf den Tisch gelegt. Darin vorgesehen ist einerseits, dass die neuen Sekundarschulen sich jeweils an einem Standort entwickeln sollen. Andererseits wird an der schon auf einem Ortstermin angesprochenen Konzentration der auslaufenden Hauptschulen festgehalten.

Konzentration der Hauptschulen


So soll die Sekundarschule Arnsberg, die schon jetzt Räume in der benachbarten Realschule am Eichholz nutzt, wegen des großen Interesses von Eltern und Schülern an dem Standort weiter gestärkt werden. Die letzten Schülerinnen und Schüler der Realschule am Eichholz müssten nach dem zur Diskussion stehenden Entwurf in die Theodor-Heuss-Schule an der Sauerstraße umziehen.

Um für die „letzten Jahrgänge bestmögliche Abschlüsse sichern“ zu können, wie es in der Vorlage heißt, sollen die Hauptschüler die letzten Jahre bis zu ihrem Abschluss an der Petri-Hauptschule in Hüsten machen. Daran war in der Informationsveranstaltung auch schon ohne eine konkrete Vorlage laut Kritik geübt worden, weil der räumliche Zustand der Schule nach Meinung vieler Eltern und einiger Lokalpolitiker diese Zusammenführung in Hüsten nicht zulasse.

Zusammenführung der Schulen


Die FDP-Fraktion im Rat forderte in einem Antrag, die Vorlage um weitere Alternativen zu den bisherigen Vorschlägen zu ergänzen. Die gemachten Vorschläge würden einseitig zu Gunsten der neuen Schulen und zu Lasten der alten Schulen gehen. Über die neue Schullandschaft in Arnsberg solle, so der FDP-Antrag, u.U. in einer Sondersitzung des Rates beraten werden. Auch die AfD kritisiert das Fehlen angekündigter Alternativen. Sie fordert vielmehr die Beibehaltung der jetzigen Schulstandorte.

„Wie sich der Rat der Stadt auch immer am Mittwoch entscheidet: Für uns ist das Thema der Theodor-Heuss-Schule damit längst nicht beendet“, erklärt Michael Grünke, Elternvertreter an der Theodor-Heuss-Schule im Gespräch mit dem Wochen-Anzeiger. Man bestehe nach wie vor auf der Zusage der Politiker, den Schülerinnen und Schülern an den auslaufenden Schulen einen bestmöglichen Abschluss zu gewähren. Das wäre, so Grünke, nach den jetzigen Vorschlägen zum Umzug der Schulen jedoch nicht gegeben.

Umzug der Schulen


Die Eltern der betroffenen Schüler sind bereit zum Streit. „Wir wollen dann eine rechtliche Prüfung der Vorgänge am Verwaltungsgericht in die Wege leiten“, sagt Michael Grünke. Auch ein Bürgerbegehren halten die Eltern als Weg gegen den Willen der Stadt für möglich. „Über weitere mögliche Alternnativen zum Umzug der THS ist einfach noch zu wenig gesprochen worden“, so Grünke.

Es sei einfach nicht nur unmöglich, drei Schulen mit verschiedenen Konzepten in ein Gebäude (Petri-Schule) zu zwängen: Auch inhaltlich gäbe es große Verluste. „Der ganze ehrenamtliche Unterbau an der THS ginge mit diesem Konzept verlustig“, bedauert der Vater und Elternvertreter Michael Grünke. Die beste Lösung sei im Ausschuss für Schule, Jugend und Familie schon genannt worden: Die gesamte Beratung unter diesem Zeitdruck verschieben und das ganze nochmal neu zu denken!

Entscheidung neu denken


Im „Kampf“ um den Erhalt der Hauptschule wollen die Eltern keine Möglichkeit auslassen. So hat es am Dienstag auch einen Termin mit dem WDR-Fernsehen gegeben, die an beiden Schulen gedreht und Stimmen gesammelt haben. Einen Tag vor der Ratssitzung, Dienstag, 10. März, soll der Beitrag wohl im Lokalfernsehen zu sehen sein.

Unter dem Stichwort „Miteinander der Generationen“ hat Michael Grünke zudem auch einen Brief an Bundespräsident Joachim Gauck geschrieben.
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