„Wir bauen keine Luftschlösser“

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Bürgermeister Hubertus Mühling erläutert den Verlauf des Radweges hinter dem neuen Supermarkt. Besonders die neue Brücke steht im Mittelpunkt.
  Balve: Hauptstraße | Innenstadtkonzept in Balve – Planungen nehmen Formen an

Balver Bürger wissen es am besten: ihre Innenstadt ist nicht besonders attraktiv. Diesen Zustand möchten Verwaltung und Politik in den nächsten fünf Jahren ändern.
„Wir kalkulieren mit Kosten von 2,4 Millionen Euro, davon rund 600.000 Euro Eigenanteil“, präzisiert Bürgermeister Hubertus Mühling auf einer Informationsveranstaltung im Ratssaal. Dieser Eigenanteil wird dann über die kompletten fünf Jahre gestreckt. Aus der Städtebauförderung kommen weitere 1,3 Millionen Euro. Zudem wird noch mit etwa 500.000 Euro aus den Anliegerbeiträgen beim Endausbau der Garbecker Straße und der Dreikönigsgasse kalkuliert: „Wir müssen die Bürger damit belasten. Das Kommunalabgabengesetz, KAG, zwingt uns dazu.“ Aber noch sei Zeit, es wird frühzeitig informiert.
Etwa 25 Bürger waren versammelt, als der Bürgermeister noch einmal umfassend den Anwesenden die kompletten bisher erarbeiteten Grundlagen für die Planungen vorstellte.
Zudem waren entsprechende Pläne aufgehängt, damit sich die Besucher schon im Vorfeld ein Bild machen konnten.
„Bei unserem letzten Treffen im evangelischen Pfarrheim wurden einige Kriterien recht kritisch gesehen“, gab der Rathauschef zu. „Etwa wurde in der Innenstadt eine zu geringe Aufenthaltsqualität bemängelt. Wir haben die Anregungen natürlich mit einfließen lassen.“
Es gibt eine Vielzahl von Feldern, die beachtet werden müssen. „Wie entwickeln wir uns beispielsweise bei der Bevölkerungsdichte?“ fragte Mühling und gab selbst die Antwort. „In meinem Geburtsjahr kamen noch 248 Babys zur Welt. 2011 waren es nur noch 67, ein Jahr später 76.“ Leben demnächst weniger Menschen im Zentrum? Muss dem Rechnung getragen werden? „Alles Überlegungen, die bedacht werden sollten“, so der Bürgermeister.
Konkretisiert hat sich nun ein erster Teilabschnitt, doch auch hier ist es erst nur ein Ideenkonzept, wie in der Versammlung mehrfach betont wurde. An der Hauptstraße 33 soll ein Park entstehen. Hecken, Sitzbänke, Bäume und Sträucher werden dann die 300 Quadratmeter schmücken und mit viel Grün sofort ins Auge stechen. Dazu vielleicht eine Skulptur oder ein Spielgerät. Aus den Reihen der Anwesenden kam Zustimmung, doch manchem Besucher gingen die Pläne nicht weit genug. „Was passiert denn mit der Brandruine genau nebenan?“, kam eine Frage. Da es sich um Privateigentum ohne Gefahrenlage handelt, könne hier die Stadt nicht tätig werden. Dies wäre der momentane Stand der Dinge. Damit war Heinz Rapp nicht ganz zufrieden: „Es muss doch Möglichkeiten geben, wenn sich der Eigentümer nicht darum kümmert.“ Kopfschütteln beim Rathauschef: „Wir können nur beeinflussen, was uns gehört. Schließlich ist die Verwaltung nicht dafür da, um Luftschlösser zu bauen.“ Kritisiert wurde ebenfalls, dass die Pläne vermuten ließen, dass Balve eine Stadt für Senioren wird. „Wir vermissen Einrichtungen für Kinder oder junge Familien“, war zu hören. „Wir wollen die Achse durch Balve vom Gesundheitscampus über den Murmke-Platz (hier soll die Treppe am Arme-Sünder-Gässchen durch eine Rampe ersetzt werden), Hauptstraße, Drostenplatz bis zur Höhle barrierefrei gestalten“, erläutert Mühling. „Dies kommt beispielsweise auch Müttern mit Kinderwagen oder Skatern entgegen.“ Und weitere Aufstellflächen für Spielgeräte fließen sicherlich in die Überlegungen ein.
Weit fortgeschritten sei inzwischen der Weiterbau des Radweges an der Hönne entlang zum Restaurant „Balver Höhle“. Die Brücke hinter dem neuen Supermarkt ist fix, bestätigte Hartmut Scharf vom Bauamt. Es werde sogar einen Eingang von dieser Seite in den Markt geben, war eine weitere gute Nachricht. Ebenso, dass die gesamte Strecke beleuchtet sein wird, Sicherheit ist eben wichtig. Und noch ein positiver Aspekt: da es sich um einen bundesstraßenbegleitenden Radweg handelt, übernimmt die Kosten komplett Straßen.NRW.
„Doch alle diese Maßnahmen nützen nichts, wenn wir die Verkehrsflüsse nicht in den Griff bekommen“, gehen die Überlegungen der Verantwortlichen schon weiter. Staus und Abbiegungen in alle möglichen Richtungen wären nicht zukunfsfördernd. Deshalb wird auch hier schon die eine oder andere Idee geprüft.
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