hsg-Physiotherapie-Studierende diskutieren über den Direktzugang

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Drei Studentinnen wurden ausgezeichnet. Im Bild v.l.n.r.: Prof. Dr. Christian Grüneberg (Leiter des Studienbereichs Physiotherapie der hsg), Natalie Piecha (hsg-Physiotherapie-Studentin), Rick de Vries (stellvertretender IFK-Vorstand und hsg-Lehrbeauftragter), Julia Andrea Gielen (hsg-Physiotherapie-Studentin), IFK-Geschäftsführer Dr. Frank Dudda, Malin Pettersson (hsg-Physiotherapie-Studentin) und Prof. Dr. Sven Dieterich (hsg-Professor für Gesundheitswissenschaften).
 
Dozenten der hsg und Experten des IFK diskutierten mit Physiotherapie-Studierenden der hsg in einer Konsensuskonferenz das Thema ‚Direktzugang‘. Fotos: IFK
Am 22. Januar 2015 haben der Bundesverband selbständiger Physiotherapeuten - IFK e.V. und die Hochschule für Gesundheit (hsg) im Kompetenzzentrum für Gesundheitsfachberufe auf dem Gesundheitscampus-Süd in Bochum eine Konsensuskonferenz durchgeführt. Thema des Planspiels war der Direktzugang zum Physiotherapeuten ohne Verordnung des Arztes. Dieser ‚Direct Access‘ gehört zu den Kernforderungen des IFK.

In der Konferenz übernahmen hsg-Physiotherapie-Studierende des siebten Semesters, also kurz vor dem Bachelor-Abschluss, verschiedene Rollen der unterschiedlichen Player im Gesundheitswesen in Deutschland. Im Rollenspiel verhandelten Physiotherapeuten, Ärzte, Krankenkassen-Vertreter, Forscher, Patienten und Politiker über den Direktzugang.

Auf der Konferenz argumentierten die Studierenden in ihren jeweiligen Rollen, wie zum Beispiel als Vertreter der Ärzte, dass Physiotherapeuten aufgrund der deutlich geringeren Ausbildungsdauer und des fehlenden Wissens über internistische Erkrankungen nicht den Erstkontakt mit dem Patienten haben sollten. Ferner fehle die gesetzliche Grundlage. Vertreter der Krankenkassen pochten auf die medizinische Notwendigkeit der Behandlung und hatten Bedenken, hinsichtlich einer potenziellen Kostensteigerung. Auf der anderen Seite machten im Planspiel die Vertreter der Physiotherapie klar, dass die Kassen auch Kosten sparen, wenn Patienten schneller und gezielter behandelt werden. Zudem werde den Patienten auch schneller und direkter geholfen, was insbesondere die Vertreter der Patienten schätzten. Nach einer Umfrage, die zitiert wurde, befürworten drei Viertel der befragten Patienten den Direktzugang.

Der Konsens der Konferenz bestand letztlich darin, dass der Direktzugang zunächst im Privatzahler-Bereich eingerichtet werden sollte.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des hsg-Seminars ‚Strukturen, Verantwortung und Kosten der Gesundheitsversorgung im internationalen Vergleich‘ statt, das die Dozenten Rick de Vries, Prof. Dr. Christian Grüneberg und Prof. Dr. Sven Dieterich leiten. Dieterich: „Die Studierenden lernen in einer solchen Veranstaltung, wie dieser Konsensuskonferenz, Lösungsansätze für Versorgungsfragen aus verschiedenen Perspektiven von Akteuren im Gesundheitswesen zu erarbeiten. Sie vertreten dabei Positionen, die sich voneinander unterscheiden. Sie erhalten so einen Einblick in die Wege der gesundheitspolitischen Entscheidungsfindung. Hierzu sind im Seminar vorab Fragen der Strukturen und Finanzierung in der gesundheitlichen und insbesondere physiotherapeutischen Versorgung im internationalen Vergleich erarbeitet worden.“

Das Rollenspiel gibt den Dozenten zudem die Möglichkeit zu beobachten, ob die Inhalte des Seminars gut aufgenommen wurden. „Wir haben versucht, das Rollenspiel so naturgetreu wie möglich nachzustellen. Das ist - dank der Ernsthaftigkeit aller Beteiligten und dem Interesse an dem Thema - sehr gut gelungen. Am Ende der Konferenz haben wir zudem die Studierenden mit dem besten schauspielerischen Talent ausgezeichnet“, sagte Rick de Vries, Physiotherapeut, hsg-Lehrbeauftragter sowie stellvertretender Vorsitzender des IFK. Die Studierenden haben selbst abgestimmt, welche Interessengruppe ihre Position am überzeugendsten vertreten hat. Gewonnen haben die ‚Vertreter der Physiotherapie‘ mit Malin Pettersson, Natalie Piecha und Julia Andrea Gielen.
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