Auch "Greenfracking" ist Betrug!

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Obwohl nur wenig Teilnehmer zur Montagskundgebung kamen, gab es eine interessante Diskussion zu dem Thema Fracking. Einer der Moderatoren leitete die Debatte ein: "Das Energieversorgungsunternehmen Gelsenwasser ist inzwischen auch gegen Fracking. Stehen dahinter das Engagement für die Umwelt oder wirtschaftliche Interessen? Wie ist eure Meinung dazu?"

Ein Redner antwortete: "Gelsenwasser ist für die Lieferung von einwandfreiem Trinkwasser verantwortlich und deshalb gegen Fracking. Eine Verunreinigung des Trinkwassers durch die Schiefergasgewinnung hätte empfindliche finanzielle Folgen für Gelsenwasser. Der Umweltaspekt ist dagegen zweitrangig für dieses Unternehmen (wenn er überhaupt eine Rolle spielt)".

In einem weiteren Redebeitrag wurde der Begriff "Fracking" näher definiert. "Fracking heißt Herauslösung von Gas, das in Gesteinsschichten gebunden ist. Im Gegensatz zu den Gasblasen des herkömmlichen Erdgases muss das Gas in den Gesteinsschichten, z.B. Schiefer, erst freigesetzt werden. Das geschieht, indem unter hohem Druck Wasser und Chemikalien in die Gesteine gepresst werden. Dadurch bilden sich Risse in diesen Gesteinen und das Gas wird frei und kann gefördert werden. Die Folgen für das Grund bzw. Trinkwasser sind verheerend, denn die giftigen Chemikalien dringen auch dort ein und das Trinkwasser wird ungenießbar bzw. verkommt zu einer Brühe. Beweise gibt es genug aus den USA, wo Fracking im großen Rahmen betrieben wird".

"Die Bundesregierung will Probebohrungen unter "strengen Auflagen" für Fracking erlauben. Wasserschutzgebiete seinen davon ausgenommen. Für diese Probebohrungen sind weite Gebiete von Nordrhein-Westfalen unter den Energiekonzernen aufgeteilt worden. Auch das Ruhrgebiet ist betroffen", erläuterte eine Rednerin.

"Die Landesregierung will die Bevölkerung damit täuschen, dass diese Probebohrungen umweltfreundlich sind (Greenfracking). Anstelle von zahlreichen Chemikalien sollen nur noch Wasser und drei Chemikalien verwandt werden. Doch selbst wenn diese Chemikalien ungefährlich wären, verschweigt die Regierung, dass mit den Bohrungen auch Radioaktivität freigesetzt werden kann", schilderte der andere Moderator, "im Prinzip hat die Bundesregierung bereits im Schlusskommuniqué des G8-Gipfeltreffen 2012 in Camp David Hydraulic Fracturing ausdrücklich zugestimmt".

"Der Ölpreis ist in den Keller gegangen, weil durch das Fracking auf Kosten der Umwelt in den USA die Gaspreise stark gesunken sind. Die Energieunternehmen in Deutschland wollen daher Fracking vor allem in den stillgelegten Bergwerksstollen, um mithalten zu können", meinte ein weiterer Redner.

Alle Montagsdemonstranten waren sich einig, dass Fracking ohne Wenn und Aber verboten werden muss. Es darf auch keine Probebohrungen unter "umweltfreundlichen" Aspekten geben.

Eine Rednerin wies darauf hin: "Für eine intakte Umwelt kämpft eine Umweltgewerkschaft mit internationalen Vernetzungen gegen die Ursache, nämlich den Profitinteressen der internationalen Konzerne. Hauptziel ist der Aufbau und die Festigung der Gruppen und die Gewinnung zahlreicher neuer Mitglieder. Überlegt und breit diskutiert werden soll eine bundesweite Demonstration gegen Fracking, evtl. im Zusammenhang mit dem Global Frack Down Day im Herbst. Nähere Informationen unter redaktion@umweltgewerkschaft.org".

Nach weiteren Wortmeldungen sprach eine Montagsdemonstrantin die Problematik der evtl. verspäteten Auszahlungen des ALG II an. "Die Ursache ist das Vier-Augen-Prinzip. Danach muss jede Leistungsgewährung durch einen Sachbearbeiter des Jobcenters noch einmal geprüft werden, bevor diese angewiesen wird. Das führt zu erheblichen Verzögerungen bei der Auszahlung", informierte ein Moderator, "dagegen haben wir bereits am vergangenen Montag demonstriert und bereits Kontakt mit dem bundesweiten Personalrat des Jobcenters aufgenommen. Die Antwort bleibt abzuwarten".

Die nächste Montagsdemo fällt wegen des Rosenmontags aus. Stattdessen treffen sich mehrere Montagsdemonstranten wie gewohnt um 18.00 Uhr am Husemannplatz, um dann anschließend in einer Gaststätte gemeinsam fröhliche Stunden zu verbringen.

Das Thema für die übernächste Montagsdemo ist noch offen.

Da der Gitarrist wegen einer Tagung und Urlaub für wenige Wochen ausfällt, endete die Kundgebung ohne die bekannte Abschlusshymne.

Der Moderator
Ulrich Achenbach
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