Band der Solidarität entrollt

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Die vergangene Montagsdemo wertete die Protestaktion am 8.12.14 vor dem Bochumer Rathaus aus.

Einer der Moderatoren leitete die Debatte ein: "Diese Großkundgebung mit über 600 Teilnehmern bewies, dass die Opel-Mitarbeiter weiter um Arbeitsplätze kämpfen werden und mit der Schließung des Opel-Werks in Bochum nicht jeder Widerstand vorbei ist."

"General Motors wollte die Werksschließung lautlos abwickeln, was jedoch durch die große Solidarität in der Bevölkerung nicht gelang", argumentierte der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der Vertrauensleute bei Opel. Wir bedanken uns für die Unterstützung der Koordinierungsgruppe der Bundesweiten Montagsdemo, die diese Großveranstaltung organisierte. Die Bundesweite Montagsdemo ist ein koordinierendes Gremium der einzelnen Montagsdemonstrationen, die weiterhin noch regelmäßig bundesweit stattfinden. Wir freuten uns über die zahlreichen Grüße u.a. von GM-Arbeitern aus Brasilien und Kolumbien, Automobilarbeitern aus der schwer gebeutelten Autostadt Detroit, Frank Bsirske, Norbert Blüm, Ursula Engelen-Kefer, Fritz Eckenga, Esther Münch, dem Westfälischen Landestheater, der Belegschaft des Mondpalast und vielen mehr. Auch wenn viele Belegschaftsmitglieder in die sog. "Qualifizierungsgesellschaft" oder nach Rüsselsheim wechseln oder mit Abfindungen ausscheiden", ist der Widerstand gegen Arbeitsplatzvernichtung nicht gebrochen und wird auf andere Betriebe ausgedehnt. Wir tragen die Fackel weiter".

Eine Montagsdemonstrantin entrollte ein rote ca. 20 m lange rote Kunststoff-Banderole mit geschriebenen Solidaritätsgrüßen und Parolen zum Widerstand gegen Ausbeutung und Arbeitsplatzvernichtung.

"Mich stört, dass die Presse die gesamte Kundgebung am 8.12.14 als MPLD-Veranstaltung bezeichnet hat", monierte eine Rednerin, "es wurde nichts darüber erwähnt, dass auch bekannte Personen wie Frank Bsirske, Ursula Engelen-Kefer, Fritz Eckenga Solidaritätsgrüße an die Bundesweite Montagsdemo richteten. Außerdem dominierten die Transparente anderer Montagsdemos oder Delegationen der solidarisierenden Belegschaften von mehreren Unternehmen".

Einer der Moderatoren, der am 8.12. bei der Kundgebung mit moderierte, wies darauf hin: "Diese Großaktion wurde von der Bundesweiten Montagsdemo und nicht der MLPD ausgerichtet. Der Bundesweiten Montagsdemos gehören Vertreter der einzelnen völlig selbständigen Montagsdemos in ganz Deutschland an. Die Mitglieder der Koordinierungsgruppe kommen aus verschiedenen Organisationen und Parteien (auch der MLPD), viele sind auch parteilos.
Trotzdem, und das betone ich hier in der Öffentlichkeit, ist die Bundesweite Montagsdemo autonom und frei in ihren Entscheidungen und nicht ein Teil der MLPD".

Zwischenzeitlich spielte und sang der Gitarrist ein Solidaritätslied aus Köln für die Opelaner.

"GM hat nicht nur tausende Arbeitsplätze in Bochum vernichtet, sondern hat auch die Umwelt verschmutzt. Für die Folgekosten für die Altlastenbeseitigung erklärt sich Opel jedoch nicht zuständig, dafür sei die Stadt Bochum oder das Land NRW zuständig. Durch den Verbau von asbesthaltigen Material und die Belastung der Böden durch Chemiekalien, Altöl usw. fallen ca. 70 Millionen an Sanierungskosten an, die die öffentliche Hand tragen muss. Wir fordern, dass Opel die vollen Kosten der Altlastenbeseitigung tragen muss!"

"Das Opel-Werk in Bochum wurde 1962 eröffnet. Damals sponserte die Stadt Bochum diese Neuansiedlung der Automobilindustrie und die öffentliche Hand übernahm für ca. 10 Jahre die Personalkosten", ergänzte ein weiterer Redner, "jetzt soll die Stadt "zum Dank" auch noch die Altlastenbeseitigung finanzieren!"

Eine Erzieherin, die bei der Stadt Bochum beschäftigt ist, sagte: "Die Folgen der Altlastensanierung werden wir alle zu spüren bekommen. Die Kita-Gebühren steigen deutlich, ebenso Müllabfuhr, Stra0enreinigung und Entwässerung. Besonders Menschen mit geringem Einkommen sind davon betroffen.

"Hier gilt das Verursacherprinzip. Die Stadt Bochum müsste Opel auf die Übernahme der Kosten der Altlastenbeseitigung verklagen", erklärte einer der Moderatoren.

Weitere Wortmeldungen folgten. Die Montagsdemonstranten beschlossen, 100,00 Euro an die Bundesweite Montagsdemo zu überweisen. Danach wurde das Montagsdemolied "Nur wer kämpft, der kann gewinnen" gesungen.

"Wieder einmal gibt es Probleme mit dem Jobcenter, insbesondere der Hotline (Callcenter). Ich habe im Rahmen meiner Sozialberatung eine Vollmacht von der entsprechenden Person erhalten, mit dem Jobcenter zu kommunizieren. Diese Vollmacht wurde an der Leistungsstelle beim Jobcenter Bochum-Südwest vorlegt. Bei einem späteren Anruf beim Callcenter bekam ich jedoch keine Auskunft, da die Vollmacht dort nicht vorlag. Daraufhin wurde dieses Papier noch einmal beim Jobcenter vorgelegt. Bei einem weiteren Anruf beim Callcenter ergab sich das gleiche Resultat. Daraufhin wurde das Beschwerdemangement des Jobcenters eingeschaltet - trotzdem liegt dem Callcenter immer noch keine Vollmacht vor. Das nenne ich "hervorragenden Kundenservice"! Da hilft wohl nur noch eine Dienstaufsichtsbeschwerde!" berichtete ein Redner.

Nach einigen weiteren Redebeiträgen endete die Kundgebung mit der Abschlusshymne. Am nächsten Montag kurz vor dem Weihnachtsfest wird zu einer Spende für die kurdischen Flüchtlinge aus der Provinz Rojavar aufgerufen. Das Schwerpunktthema ist die allgemeine Flüchtlingspolitik. Auch geht es um Erwartungen an das Weihnachtsfest.

Der Moderator
Ulrich Achenbach
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