Schluss mit Massakern an Kurden!

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Die heutige Montagsdemo verlief anders als üblich. Auf der Huestraße im Bereich des Eingangs zur U-Bahn versammelten sich bereits einige Zeit vor 18.00 Uhr ca. 150 Kurden, um gegen die Aggression der Türkei gegen die kurdischen Freiheitskämpfer in Syrien zu protestieren. Obwohl die Bochumer Montagsdemo zu einem breiten Protest gegen die Regierung Erdogans in der Presse aufgerufen hatte, war sie von dieser hervorragenden Resonanz überrascht. Die Montagsdemonstranten verzichteten auf ihre Kundgebung am Husemannplatz und schlossen sich dem kurdischen Protest an.

Der Moderator der Kurden prangerte immer wieder das Massaker der türkischen Truppen an die Kurden an. "Seit Tagen bombardiert Erdogans Militär Stellungen der kurdischen Freiheitskämpfer im Norden Syriens. Schluss mit Erdogans Massaker!" Immer wieder wurden Parolen gegen Erdogan, teilweise in kurdischer Sprache, gerufen. Nach einem ausführlichen Bericht des kurdischen Moderators meldete sich auch einer der Moderatoren der Montagsdemo: "Die Bochumer Montagsdemo verurteilt die Angriffe Erdogans auf die PKK und YPG-Stellungen in Syrien aufs Schärfste. Die Politik der türkischen Regierung ist heuchlerisch. Während Erdogan auf der einen Seite für einen Waffenstillstand in Syrien aufruft, bombardiert er auf der anderen Seite weiterhin kurdische Freiheitskämpfer. Das Attentat von Ankara war dazu ein Vorwand, obwohl die Täter nicht einmal ermittelt wurden". Danach wurde das Lied "Kobane" gesungen.

Anschließend zogen die kurdischen Demonstranten gemeinsam mit der Montagsdemo lautstark durch die Huestraße bis zum Husemannplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Immer wieder wurde die Parole "Massaker durch Erdogan" gerufen. Auf der Abschlusskundgebung berichtete der Moderator der Kurden ausführlich über die Angriffe auf die kurdische Zivilbevölkerung in der Türkei, wobei auch Frauen und Kinder betroffen waren. "Diese Verbrechen werden nicht ohne Folgen bleiben, es wird einen Angriff auf türkisches Militär geben", zitierte er, "aber weder die PKK noch die YPG haben Anschläge verübt".

Danach meldete sich der Moderator der Montagsdemo: "Obwohl Terroranschläge keine Lösung für Unrecht sein können, kann man diese Reaktion verstehen. Die PKK und YPG haben sich aber sofort von diesem Attentat in Ankara distanziert. Trotzdem wurden diese Parteien sofort dafür verantwortlich gemacht, ohne überhaupt die Täter zu ermitteln. Wir verurteilen den Terror des türkischen Militärs auf die Kurden im Osten des Landes. Syrien wird zum Spielball der Imperialisten. Unabhängig von den türkischen Angriffen bombardiert auch Russland Städte wie Aleppo und Organisationen, die sich gegen Assad stellen. Freiheit für Kurdistan!".

Ein Mitglied der Partei MPLD äußerte sich: "Das Attentat in Ankara war nur ein Vorwand für einen von langer Hand geplanten Krieg gegen Rojava. Die PKK und YPG erklärten, dass sie keinerlei Verbindungen zu den Explosionen in Ankara haben. Erdogan will alles versuchen, die fortschreitende Befreiung immer größerer Gebiete im Norden Syriens durch die Kurden zu unterbinden. Ein unabhängiges freiheitliches Kurdistan soll verhindert werden. Die Regierung Merkel-Steinmeier ist ein enger Verbündeter des Erdogans-Regimes. Die EU wird auf Drängen Deutschlands drei Milliarden Euro erhalten, um die Menschen, die vor dem Krieg aus Syrien flüchten müssen, aufzuhalten und einzusperren. Als Folge werden die Flüchtlinge wieder zum lebensgefährlichen Weg über das Mittelmeer gezwungen. Bereits jetzt ertrinken viele Menschen auf dem Weg von der Türkei durch die Ägäis nach Griechenland. Wir solidarisieren uns mit dem kurdischen Befreiungskampf!"

Wegen des schlechten Wetters wurde die Abschlusskundgebung vorzeitig beendet. Zum Abschluss wurde noch einmal das Lied "Kobane, Kobane, Kämpfer für die Freiheit, gegen die Faschisten" gesungen.

Am nächsten Montag geht es - wie bereits angekündigt - um die Rechtsvereinfachung von Hartz IV.

Ulrich Achenbach
Moderator
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1 Kommentar
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Volker Dau aus Bochum | 23.02.2016 | 03:34  
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