Der 2. Shotokan Tag in der Bochumer Lohringhalle aus der Sicht eines Teilnehmers

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  Bochum: lohringhalle | Bernhard Milner vom Budokan Bochum e. V. hatte zum 2. Shotokan Tag im Deutschen Karate Verband, am 27.08.2016, in der Lohringhalle in Bochum eingeladen.
Eingeladen - war hier wörtlich zu verstehen. Vergeblich suchten wir die Kasse um die Lehrgangsgebühr zu entrichten.
Obwohl wir frühzeitig in der Lohringhalle erschienen und es brutal heiß zu werden drohte, wimmelte es bereits von Karatekas. Die riesige Halle, welche später in 3 Trainingshallen aufgeteilt wurde, war voll mit weiß gekleideten Menschen.
Die Stimmung war von Anfang an hervorragend.
Beeindruckend war, dass nicht nur die „üblichen Verdächtigen“ aus einem Umkreis von 200 km anwesend waren, sondern aus ganz Deutschland von Emden bis Ingolstadt waren 256 Karatekas dem Ruf von Bernhard Milner gefolgt und hatten sich auf den Weg gemacht diesem Event beizuwohnen.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Es hat sich wirklich gelohnt!!!
Das Trainerteam bestand aus den Shotokan Urgesteinen Bernhard Milner ,Roland Lowinger ,Klaus Sterba, Antonio Dionisio, Detlef Herbst, Bundestrainer Klaus Bitsch und Wolfgang Brockers.
Schon beim gemeinsamen Aufwärmtraining war es auf Grund der Vielzahl der Teilnehmer erforderlich sich genau zu positionieren, um nicht versehentlich einen Trainingspartner zu „bekämpfen“.
Am Vormittag wurden jeweils 3 Trainingseinheiten in den drei Hallen angeboten. Am Nachmittag waren nochmals 2 Trainingseinheiten in drei Hallen und danach noch eine letzte gemeinsame Einheit, so dass sicher für jede Graduierung und für jeden Anspruch viel geboten wurde.
Geboten ist hier mehr als zutreffend, denn in den kurzen Trainingspausen waren immer wieder Gesprächsfetzten zu hören, wo Karatekas von den gerade beendeten Trainingseinheiten berichteten und Stimmen zu hören waren, wie „oh da wäre ich auch gerne gewesen, aber bei uns wurde vom Trainer dies und jenes gezeigt“, woraufhin der andere Gesprächspartner unsicher wurde, ob er nicht doch besser die andere Einheit gewählt hätte.
Aus solchen Stimmen ist zu folgern, dass alle Trainingsangebote auf höchstem Niveau durchgeführt wurden.
Mir sind zwei von ganz vielen starken Eindrücken beispielhaft aus den Trainingseinheiten präsent. Zum einen die Aufbereitung der Kata Kanku Dai durch Bernhard Milner, welcher in seiner kompetenten, unverwechselbaren Art präzise jede Stellung mit der dazugehörenden Armbewegung inclusive Ausholpunkt und Bewegungsablauf, sowie Timing erläuterte, so dass, falls man die Auffassungsgabe hat alles zu speichern, jeder Zweifel über die korrekte Bewegungsform nach der Trainingseinheit erloschen sein muss.
Der zweite beispielhaft genannte, starke Eindruck war die Erläuterung zu Bunkai von Detlef Herbst.
Er stellte, ebenfalls mit höchster Kompetenz, Standardformen der Bunkai am Beispiel der Kata Nijushiho dar und erläuterte den Trainingsansatz.
Hier ging es um das Verstehen der Bewegungen in der Kata, so dass der Karateka in seiner Vorführung der Kata deswegen ausdrucksstark sein kann, weil er über das Verstehen der Techniken durch die Bunkai eine konkrete Vorstellung des „Gegners“ hat und deswegen seine eigenen Bewegungen intensiv und mit großem Ausdruck vorträgt. Es ist unter diesem Ansatz laut Detlef Herbst auch völlig unabhängig davon, ob „im wahren Leben“ jemand mit Oi Tsuki oder Mae Geri angreifen würde. Somit stellt sich die Frage der tatsächlichen Anwendbarkeit bzw. realistische oder nicht realistische Bunkai unter diesem Gesichtspunkt überhaupt nicht.
Abweichend von diesem Gedankenansatz beim Üben einer Bunkai ist die Vorgabe eines wahrscheinlichen Angriffs auf der Straße und der damit verbundenen Anwendung einer Bewegung aus einer Kata. Auch diese Übungsform ist laut Detlef Herbst richtig und wichtig eben nur unter einer anderen „Überschrift“ im Trainingsansatz.
Für mich hat sich nach diesen Erläuterungen und den verschiedensten Übungen ein weiterer Baustein im Mosaik meiner Entwicklung als Karateka ergeben und hat aufgezeigt, dass es wie so oft kein gut oder schlecht gibt, sondern es immer nur eine Frage des Blickwinkels bzw. der Zielrichtung der Übung ist.
Ich kann an dieser Stelle nur jedem Karateka empfehlen immer wieder an Lehrgängen teilzunehmen, denn vor allem dadurch ist es immer wieder möglich einen Schritt auf seinem persönlichen Weg als Karateka weiterzugehen.
Danke an dieser Stelle an alle Trainer dieses Lehrganges.

Hiermit war zwar der sportliche Teil des Lehrganges beendet, aber Bernhard Milner wartete mit einem weiteren Highlight an diesem Tag auf.
Ein warmes und kaltes Buffet mit Getränken aller Art wurde aufgetischt. Nach wie vor waren alle Karatekas eingeladen. Die vom vielstündigen Training Ausgezehrten kamen immer wieder zum Buffet hatten jedoch kein Chance den reichhaltig und geschmacklich hervorragend gedeckten Tisch zu leeren.
Bis spät in den Abend saßen die Teilnehmer zusammen und es gab viele interessante Gesprächsrunden. Erst als ein Gewitter drohte, packten die Verbliebenen mit an und räumten gemeinsam die Halle auf.
An dieser Stelle nochmals einen herzlichen Dank für die Einladung und diesen unvergesslichen 2. Shotokan Tag an
Bernhard Milner, Budokan Bochum.

OSS
Jürgen Flamm
PSV Mannheim
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